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Fast jeder Hund kann Rettungshund werden

Brandenburg an der Havel Fast jeder Hund kann Rettungshund werden

Der DRK Kreisverband in Brandenburg an der Havel verfügt seit 2016 über eine Rettungshundestaffel. Jeder Hund kann dort mitmachen, jeder Hund kann es Rettungshund werden. Doch das Training ist hart und eine Ausnahme gibt es doch.

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Ein unzertrennliches Gespann: Rettungsstaffelleiter Jugel und seine Suchhündin Laila.

Quelle: Tobias Wagner

Brandenburg/H. „Vermisst“. Immer wieder stößt man in den Medien auf diese Überschrift, wenn Personen verschwinden und von ihren Angehörigen gesucht werden. Seit 2016 verfügt der DRK Kreisverband in Brandenburg über eine Rettungshundestaffel die behilflich ist, diese Menschen zu finden.

„Wir werden ein- bis dreimal in der Woche zum Sucheinsatz gerufen“, sagt Staffelleiter Andreas Jugel. „Seit März hatten wir 50 Einsätze, in denen unsere Hunde Vermisste finden mussten“. Derzeit besteht die Staffel aus fünf aktiven Mitgliedern, jeder hat seinen eigenen Hund, mit dem er ein Team bildet.

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Jeder Hund darf mitmachen – außer wenn Frauchen oder Herrchen Raucher sind. Dann ist auch der Geruchssinn der Tiere nicht mehr fein genug, um anhand eines Blutstropfens beispielsweise oder eines alten Taschentuchs eine vermisste Person aufzuspüren. Ob „Fiffi“ oder „Rex“ das Zeug zum Spürhund haben, konnten sie mit ihren Besitzern gemeinsam mit den Profis von der DRK-Hundestaffel herausfinden.

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Gegründet wurde die Staffel von Jugel, nachdem er zuvor zwar in einer anderen Rettungsstaffel tätig war, dort aber nicht den gewünschten Zusammenhalt fand.

Nachwuchs wird immer gesucht, denn auch die Hunde gehen, genau wie ihre menschlichen Teamkollegen, irgendwann in den Ruhestand. Mitmachen kann jeder. „Bei uns sind alle willkommen, die etwas mit ihrem Hund machen möchten, was über das Gassigehen hinausgeht“, sagt Jugel. „Jeder lernfreudige Hund ist grundsätzlich für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet“. Tiere von Rauchern sind eine Ausnahme, da der Geruchssinn der Vierbeiner unbelastet sein muss.

Die Ausbildung zum Rettungshund dauert bis zu drei Jahre, dem Tier wird vor allem Gehorsam und Gewandtheit gelehrt. Da diese Phase für den Hund sehr zeitintensiv ist, sollte dieser zu Beginn der Ausbildung nicht älter als vier Jahre sein.

Nach sechs Monaten Probezeit legt das angehende Rettungsteam einen Eignungstest ab, dieser ist vergleichbar mit einem Wesenstest. So kann man aggressive oder überängstliche Hunde von der weiteren Ausbildung ausschließen. Die Prüfung währt bis zu 24 Stunden, in ihr muss der Hund unter anderem einen Menschen innerhalb von 60 Minuten finden. „Die Prüfung sollte mit dem vollendeten 6. Lebensjahr des Hundes abgeschlossen werden“, sagt Jugel. „Alle 24 Monate wird fortan nachgeprüft, dann gibt es keine Altersbegrenzung mehr“.

Die Ausbildung der Rettungshunde kann in den Disziplinen Flächensuche und Mantrailing erfolgen. Bei der Flächensuche muss das Hund-Mensch-Gespann in großen Waldflächen nach vermissten Personen suchen. Dabei lernen die Hunde ein Gelände auf menschliche Witterung zu durchstöbern.

Beim Mantrailing handelt es sich um ein Spezialgebiet des Rettungshundewesens. Es ist zugleich die schwierigste Ausbildungsform. Der Hund folgt hier dem Individualgeruch eines bestimmten Menschen anhand eines Geruchsträgers der vermissten Person. Das können jegliche Gegenstände sein, auf denen sich Hautpartikel befinden.

Ob ein Hund für einen der beiden Einsatzgebiete geeignet ist, zeigt sich am Meldeverhalten. Je freudiger der Hund in einem der beiden Ausbildungsfelder anschlägt, desto mehr Spaß hat er an seiner Arbeit.

Trainiert wird dreimal pro Woche, doch auch Pausieren ist notwendig. Nach jedem Einsatz immerhin 24 Stunden. „Die Sucharbeiten mit der Nase sind für einen Hund sehr anstrengend“, sagt Jugel. „Das Wichtigste ist aber immer noch, dass er und das Herrchen Spaß haben bei dem was sie tun“.

Jugels Hund ist die siebenjährige Laila, ein Australian Shepherd. Sie ist der einzige im Mantrailing ausgebildete Hund der Hundestaffel und wird auch überregional zur Vermisstensuche eingesetzt.

Die bisher größte Suchaktion der Staffel ereignete sich 2016, als ein Patient aus der Asklepios Klinik auf dem Görden vermisst wurde. Ein Hubschrauber und andere Rettungshundestaffeln des Landes kamen zum Einsatz, Laila gab die Suchrichtung vor. Die Person konnte in einem Waldstück unterkühlt, aber lebend gefunden werden. Nur einer von unzähligen Vermissten, der durch die Hunde gerettet werden konnte.

Von Tobias Wagner

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