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Brandenburg/Havel Feinstaubbelastung durch Abriss der Stärkefabrik
Lokales Brandenburg/Havel Feinstaubbelastung durch Abriss der Stärkefabrik
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14:28 04.11.2018
Die Feinstaubmessanlage in der Neuendorfer Straße. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Anlass für Sofortmaßnahmen sieht die Stadtverwaltung nicht. Aber für den Fall, dass bis zum Jahresende die Grenzwerte für Feinstaub an 35 Tagen überschritten werden, soll festgelegt werden, ob der Luftreinhalteplan fortgeschrieben wird und ob es sinnvoll ist, weitere den Verkehr betreffende Maßnahmen herauszuarbeiten.

So kündigt es die Stadtverwaltung an, weil die Schadstoffbelastung an der Neuendorfer Straße nach den aktuellen Messergebnissen des Umweltbundesamtes an auffällig vielen Tagen höher ist als erlaubt. Das bringt Platz 7 in der bundesweiten Negativliste (MAZ berichtete).

Es gibt in Brandenburg an der Havel zwei Messstellen, berichtet Rolf Beyer, Sachbearbeiter Verkehrsplanung. In der Lilli-Friesicke-Straße zwischen Hausnummer 15 und Sportplatz wird die „Hintergrundbelastung“ gemessen, in der Neuendorfer Straße vor Hausnummer 85/86 wird der Vergleichswert zur Ermittlung der Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr gemessen.

An 21 Tagen überm Grenzwert

An der Neuendorfer Straße wurden seit Jahresanfang bereits an 21 Tagen eine Feinstaubkonzentration gemessen, die 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet. Diese Menge an Feinstaubpartikeln in der Luft ist seit 2005 amtlich festgesetzter Grenzwert pro Tag, um die Gesundheit zu schützen. Pro Jahr darf der gesetzliche Grenzwert nicht öfter als 35 Mal überschritten werden.

Ursächlich für die deutlich häufiger als in den Vorjahren festgestellte Feinstaubbelastung ist neben der Witterung (Inversionswetterlage) auch die Höhe der Hintergrundbelastung aus Baustellen, Hausfeueranlagen und Industrie.

In der Stadt Brandenburg an der Havel wurden die Grenzwerte im Februar, Anfang März und an zwei Tagen im Oktober überschritten. Die Überschreitungstage betreffen fast alle Messstellen im Land Brandenburg, hier lässt sich der Einfluss der Witterung gut ablesen.

Abriss und Sanierungen

Das Landesamtes für Umwelt analysiert die Daten der Bundesbehörde. So wird derzeit ermittelt, welche Baustellen sich zu welchen Zeiten in räumlicher Nähe zur Messstelle befunden haben.

Rolf Beyer: „So kann der Abriss der ehemaligen Stärkefabrik ebenso zur Feinstaubbelastung beigetragen haben wie Sanierungsmaßnahmen an benachbarten Wohngebäuden.“

Auffällig sei, dass an beiden Tagen im Oktober die Hintergrundbelastung in der Lilli-Friesicke-Straße gleich hoch war wie die Belastung in der Neuendorfer Straße. Damit könne die Grenzwertüberschreitung nicht zwangsläufig dem Straßenverkehr zugerechnet werden.

Keine Sofortmaßnahmen nötig

Das Fazit der Verwaltung lautet, dass 2018 meldepflichtige Grenzwerte (noch) nicht überschritten wurden und kein Anlass für Sofortmaßnahmen besteht. Im gültigen Luftreinhalteplan der Stadt sowie im derzeit diskutierten Verkehrsentwicklungsplan seien viele Maßnahmen enthalten, die Innenstadt von Verkehr zu entlasten und die Luftqualität nachhaltig zu verbessern.

Jedoch räumt die Stadt ein, dass diese Maßnahmen mehrheitlich langfristiger Natur und noch nicht umgesetzt seien.

Von Jürgen Lauterbach

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