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Feinstaubgefahr in Brandenburg an der Havel

Dicke Luft Feinstaubgefahr in Brandenburg an der Havel

Feinstaub und Stickoxide sind nicht sichtbar, werden deshalb von den Menschen im täglichen Leben kaum wahrgenommen. Doch sind die Umweltgifte eine reale Gefahr. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sie einzudämmen. Die ersten zaghaften Versuche der Stadt Brandenburg genügen noch nicht.

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An der Engstelle des Mühlendamms ist die Luft derzeit am giftigsten.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg an der Havel. Ein bisschen sauberer ist die Stadtluft schon geworden in den vergangenen acht Jahren. Doch das Problem der Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden hat sich nur verlagert – so galten bis 2010 noch die Kreuzung Wilhelmsdorfer-/Otto-Sidow-Straße sowie die Neuendorfer Straße zwischen Luckenberger Straße und Nicolaiplatz als die verpesteten Orte. Nun hat sich das Problem auf die Dominsel verlagert, auf den Mühlendamm und auf den Molkenmarkt. Das sind ausgerechnet die beiden Orte, an denen es mittelfristig noch mehr Verkehr als bislang gibt, wenn das Packhofareal erschlossen und bebaut wird.

Feinstaub ist ein Produkt des Schwebstaubes, er befindet sich in Ruß, Rauch und Staub, entsteht beispielsweise in Verbrennungsmotoren von Autos, aber auch in Heizungsanlagen, Feinstaub gibt es auch beim Abrieb von Autoreifen oder auf Baustellen.

Im Stadtgebiet wurden im Jahr 2014 etwa 712.7 Tonnen Stickoxide produziert, 48,3 Tonnen „normaler“ Feinstaub 25.9 Tonnen „extrafeiner“ Feinstaub produziert. Im Jahr 2020 sollen es 100 Tonnen weniger Stickoxide sein, der Feinstaub soll sich um 2,5 beziehungsweise 1,9 Tonnen pro Jahr reduzieren. Gemessen wird in der Stadt in der Neuendorfer- und in der Lilly-Friesicke-Straße, anhand der Verkehrsströme und der potentiellen Feinstaubschleudern lassen sich die Belastungen für alle Orte errechnen. Das hat das mittlerweile bekannte Ivas-Verkehrsplanerbüro aus Dresden gemeinsam mit Kollegen aus Radebeul getan.

Hohe Luftbelastungen gibt es demnach auch in der Mühlentorstraße, in der Belziger Chaussee (Schmerzke) sowie an der Otto-Sidow-Straße.

Fortschreibung ist Pflicht

Die Definition der Feinstaubbelastung ist in der Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt. Demnach gilt im Jahresmittel ein Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm darf nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

Beim Stickstoffdioxid (gehört zu den Stickoxiden) gilt ein Jahresmittel von 40 Mikrogramm/Kubikmeter. Der zulässige Stundenmittelwert von 200 Mikrogramm darf nur an 18 Tagen überschritten werden.

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist zum Fortschreiben des Luftreinhalteplanes von 2007 verpflichtet.

Der gesamte Luftreinhalteplan soll zum Jahresende beschlossen werden.

Der Entwurf des Papiers liegt bvom 1. bis 30. Juni unter anderem in der Stadtverwaltung aus. Klosterstraße 14, Haus C, Zimmer C 101, dienstags von 9-12 und 13-18 Uhr, donnerstags 8-12 und 13-.15 Uhr.

Natürlich geben die Planer auch Handlungsempfehlungen, die mit der Stadt abgestimmt sind: So wurde bereits der Nicolaiplatz umgebaut und innerhalb des Stadtrings darf auf nur noch wenigen Strecken Tempo 50 gefahren werden. Andere Vorschläge umzusetzen hat sich die Verwaltung bislang noch nicht getraut oder es scheiterte am Geld: So gibt es weder ein Verlängern der Gerostraße zur Willi-Sänger-Straße noch eine Verkehrsberuhigung der Mühlentorstraße. Auch Abbiegeverbote vom Grillendamm in die Krakauer Straße oder von der Neuendorfer in die Luckenberger Straße (große Blockumfahrung) sind bislang nicht auf der Tagesordnung. Auf die Bundes- und Landesstraßen hat die Kommune ohnehin wenig Einfluss. Das Einrichten eines Radrouten-Netzes, größere Fahrrad-Abstellanlagen auch außerhalb des Hauptbahnhofes sowie Lückenschlüsse im Wegenetz fordern die Autogegner schon lange.

Zudem fordern die Experten radikale Maßnahmen: Neuorganisieren des Parkraums dahingehend, dass Durchfahrten durch die Innenstadt weitgehend vermieden werden. Dies kann durch die Vorhaltung ausreichend dimensionierten Parkstandorte an den Zufahrten zur Innenstadt in Kombination mit einem Wegweisungssystem erreicht werden. Langfristig seien Durchfahrten durch die Innenstadt generell zu beschränken, indem zentrale Bereiche wie der Neustädtische Markt oder die Steinstraße verkehrsberuhigt umgestaltet werden. Das Stärken die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs, beispielsweise durch P&R-Standorte am Rand der Innenstadt sichere die einfache Erreichbarkeit der Innenstadt langfristig.

Von André Wirsing

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