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Brandenburg/Havel Warme Füße am Klingenberg
Lokales Brandenburg/Havel Warme Füße am Klingenberg
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15:57 31.08.2018
Thomas Laschinski sorgt mit der Firma BISB für Fernwärme in der Klingenbergsiedlung. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Eigentlich sollen die Bagger schneller durch die Klingenbergstraße fahren, doch können und dürfen sie nicht. „Schuld“ daran sind die Polizeibeamten beim Kampfmittelbeseitigungsdienst in Wünsdorf, die bei einer Luftbildauswertung eine hohe Munitionsbelastung für das Areal ring um die einstigen Arado-Flugzeugwerke ausgemacht haben. „Wir müssen erst die Munitionsberger durchlassen, die im Auftrag der GWG Neuer Weg tätig sind“, sagt Thomas Laschinski, der bei den Stadtwerken das Wärmeressort verantwortet.

GWG-Vorstand Helmut Fritz sei ein langjähriger Partner – in der Vergangenheit haben die Stadtwerke bereits Hunderte Wohnungen in der Fouquéstraße sowie in der Karl-Marx-Straße ans Fernwärmenetz gebracht. Diesmal sind 21 Wohnhäuser mit insgesamt 256 Wohnungen in der kompletten Klingenbergstraße an der Reihe. Ebenfalls ans Netz kommen die Tagesklinik und die Grundschule. Auch ein Wohnblock der TAG Wohnen wird angeschlossen, verlaufen die Verhandlungen erfolgreich, wird auch hier Wärme geliefert. 700.000 Euro investieren die Stadtwerke in das neue Fernwärmenetz –die Investition refinanziert sich über den Wärmepreis.

Auch kleinere Objekte sind lohnend

Auch Einzelobjekte schließen die Stadtwerke an ihr Fernwärmenetz an, wenn diese groß genug sind und der Aufwand vertretbar ist.

So wird die neue Seniorenresidenz an der Plauer Straße 7 im Oktober/November erschlossen.

Hier gibt es 6450 Quadratmeter Wohnfläche, für die eine Leistung von 260 Kilowatt bereitgestellt wird.

Verlegt werden 74 Meter Rohr mit einer Nennweite von 150 Millimetern sowie 99 Meter mit 65-Millimeter-Rohr.

Erschlossen wird über die Wallanlage und die Wallstraße bis ins Objekt.

Die Wärme kommt aus dem Heizkraftwerk und BHKW an der Umformstation Nord sowie im Bedarfsfall vom zentralen Heizkraftwerk der Stadtwerke an der Upstallstraße.

Erzeugt wird die Fernwärme im Heizwerk West, hier gibt es ein Blockheizkraftwerk sowie drei Heißwassererzeuger. Die Trassen verlaufen ausschließlich über öffentliches Land sowie über Flächen der Anschlussnehmer. Gegraben wird bis zu einer Tiefe von 1,25 Meter, die so genannte Deckung über den Leitungen soll mindestens 80 Zentimeter betragen. Die Rohre sind aus Stahl und haben einen Mantel aus Polyurethan-Schaum, der von einer Hülle aus Polyethylen hoher Dichte (PEHD) zusammengehalten wird. In den Haupttrassen haben die Rohre auf 1055 Metern Länge eine Nennweite von 150 Millimetern, auf weiteren 650 Metern nach unten abgestuft bis zu einer Weite von 32 Millimetern. In den Rohren wird der Dampf mit 110 Grad Celsius Temperatur und 16 bar Druck durchgeleitet, im Rücklauf liegt die Temperatur um 70 Grad Celsius.

Für die Warmwasserbereitung wird auch in den Sommermonaten eine Sockeltemperatur von 65 Grad Celsius realisiert, das liegt über der Mindestwärme, die erforderlich ist, um beispielsweise Legionellen aus dem Netz herauszuhalten.

Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten am Klingenberg abgeschlossen sein. Das Vorhaben dient zudem noch dem Zweck des Erhöhens von Versorgungssicherheit im Stadtgebiet, erläutert Laschinski. „Wir schaffen zugleich eine Verbindung zwischen dem Heizkraftwerk West und dem großen BHKW in der Upstallstraße, damit im Havariefall vom jeweils anderen Heizwerk aus versorgt werden kann.“ Die Heizkraftwerke werden aussschließlich mit Erdgas betrieben. Bis zum Bekanntwerden des Stadtwerkeskandals im Sommer 2013 gab es noch Ölreserven als Alternative. Sie wurden aber abgeschafft, nachdem bekannt geworden war, dass damit kriminelle Handlungen begangen wurden.

Natürlich muss für den Zusammenschluss nicht der ganze Weg zwischen den Kraftwerken neu verlegt werden, dennoch ist die Trasse anspruchsvoll. Schließlich verläuft sie unter der Rathenower Bahnstrecke hindurch, da muss erschütterungsarm durchörtert werden. Zudem geht es danach noch unter dem Zentrumsring hindurch, bis man in Höhe der THB-Mensa aufs vorhandene Netz trifft.

Von André Wirsing

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