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Fernöstliche Musik im Paulikloster

Japanische Klänge Fernöstliche Musik im Paulikloster

Ungewöhnliche Töne gab es jetzt im Hof des Kreuzgangs im Brandenburger Pauliklosters zu hören. Stilecht in Kimono und Obi nahmen sechs Musikerinnen, die sich den Klängen der japanischen Musik verschrieben haben, mit ihren Instrumenten auf der Bühne Platz. Die Melodien waren anspruchsvoll.

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Die Musikerinnen des Shamisen-Ensembles aus Berlin spielen japanische Musik

Quelle: Christine Lummert

Brandenburg/H. Ungewöhnliche Töne gab es jetzt im Hof des Kreuzgangs im Brandenburger Paulikloster zu hören. Stilecht in Kimono und Obi nahmen sechs Musikerinnen, die sich den Klängen der japanischen Musik verschrieben haben, mit ihren Instrumenten auf der Bühne Platz. Sie stimmten Melodien an, in die sich die Menschen im Publikum, die mit den Liedern aus dem Land der aufgehenden Sonne nicht vertraut sind, erst einmal einhören mussten.

Der einstündige Einblick in eine ferne Musikwelt war dann nicht zuletzt deshalb ein Erfolg, weil die Musikerinnen Martina Kopp und Su Bunjamin charmant durchs Programm führten. Ihre kurzen Erläuterungen zur Geschichte der Musik und der Entwicklung und Spielweise ihrer Instrumente vermittelten hilfreiche Eindrücke, die den Musikgenuss steigerten.

Gespielt wurde auf sogenannten Shamisen, einem dreisaitigen, gezupften Lauteninstrument mit einem langen Hals und einem relativ kleinen Korpus. Zwischen den Liedern mussten die Shamisen immer wieder gestimmt werden. „Das machen wir nicht, um sie auf die Folter zu spannen, sondern weil es nötig ist“, erklärte Martina Kopp dem Publikum, „Man kann die Shamisen nämlich komplett auseinandernehmen und schon allein der Hals ist in drei Teile zerlegbar.“

Die Shamisen stammt eigentlich aus China und fand im 16. Jahrhundert aus dem Süden den Weg auf die japanische Hauptinsel. Bis heute ist das Instrument, dessen Saiten mit einem großen Plektrum gezupft oder angeschlagen werden, in Japan sehr populär, zumal es in der Vergangenheit in allen Bevölkerungsschichten zu Hause war. „Die Shamisen fand sowohl in der Kunstmusik als auch in der höfischen Musik bis hin zur Volksmusik Verwendung“, erklärte Martina Kopp.

Die Musikerinnen, die sich zu Übungsstunden im Museum für asiatische Kunst in Berlin-Dahlem treffen, spielten bei ihrem Konzert vor allem auf Tsugaru-Shamisen, die vor allem von der Landbevölkerung im nördlichen Teil der japanischen Hauptinsel entwickelt wurden. Aus den nördlichen Präfekturen Japans stammte auch ein großer Teil des Programms, mit dem die Musikerinnen am Sonntag im Paulikloster auftraten.

Ein- und mehrstimmige Volkslieder, so genannte Min`yo, gaben das schwere Leben der einfachen Bevölkerung, die sich bei Wind und Wetter an den felsigen Küsten in Japans Norden unter anderem beim Fischfang mühten, wieder. Der typische schnarrende Klang der Saiten und das dynamische Klopfen des Plektrums auf dem trommelartigen Instrumentenkörper begleitete auch die Feste, bei denen die Shamisen als Begleitung zu Gesang und Tanz unverzichtbar war. Eine kleine Kostprobe der Kombination von Gesang und Musik gab es von Masami Arima, die im Paulikloster ihre Muttersprache zum klingen brachte.

Von Christine Lummert

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