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Feuchtbergers meisterliche Geheimnisse

Ausstellung der Galerie Sonnensegel Feuchtbergers meisterliche Geheimnisse

Die Graphic-Novel-Künstlerin Anke Feuchtberger stellt in der Galerie Sonnensegel aus. Als „nie so Gesehenes, manchmal Verstörendes, Hintergründiges, das durch Textelemente oder durch entsprechende Bildtitel verstärkt wird“ beschreibt Sonnensegelchef Matthias Frohl in seiner Laudatio die Irritation des Betrachters.

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Anke Feuchtberger schreibt und zeichnet Graphic Novels, also Erwachsenen-Comics

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Kompakt, düster und geheimnisvoll wirken die Bilder von Anke Feuchtenberger, die sie seit Samstag bis zum 8. Juli in der Galerie Sonnensegel ausstellt. Die Künstlerin zeichnet mit Kohle und Bleistift. Sie malt gegenständlich mit sicherem, intensivem Strich. Obwohl der Betrachter deutlich erkennen kann, was er sieht, begreift er nicht ohne weiteres, was gemeint ist.

Als „nie so Gesehenes, manchmal Verstörendes, Hintergründiges, das durch Textelemente oder durch entsprechende Bildtitel verstärkt wird“ beschreibt Sonnensegelchef Matthias Frohl in seiner Laudatio die Irritation des Betrachters.

Trotz aller Neugier, trotz des intensiven Wunsches, die Bilder zu entschlüsseln, lässt sich die Ungewissheit nicht überwinden. Bilder wie „Superlacrimella – Karl-Marx-Allee“ oder „Kuckuck“ behalten ihre Geheimnisse für sich. Bestenfalls gehen sie einen Pakt ein mit dem Betrachter, der seinerseits etwas in sie hinein geheimnissen darf. Pssst.

Die Galerie Sonnensegel zeigt Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden der mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneten Künstlerin, die 1963 in Ostberlin geboren wurde. Nach ihrem Grafikstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (ab 1983, Diplom 1988) und der Geburt Ihres Sohnes Leo (1989) arbeitet sie als Freiberuflerin in Berlin, entwirft Plakate, illustriert Bücher. So beispielsweise Kleists „Die Marquise von O“.

Doch auch vor diesen Illustrationen steht der Betrachter ratlos. Er kann das Gesehene nicht mit der Kleist-Novelle zusammenbringen, die 1808 erschienen ist. Feuchtenberger aber hat ihre Illustrationen in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg verlegt. Warum? Erst wenn man sich den Inhalt der Geschichte von der Marquise von O vergegenwärtigt, keimt eine Ahnung auf.

Immer wichtiger wird für die Künstlerin die Arbeit an ihren eigenen Comics und Büchern. Vor allem mit den sogenannten Graphic Novels, das sind Erwachsenen-Comics, erlangt Feuchtenberger internationale Berühmtheit. Frohl entdeckt in den Bildern der Künstlerin und besonders in ihren Bildgeschichten, eine Doppelbödigkeit im Dargestellten.

„So verbergen sich in der Bilderzählung „Effi redet Blech“ (die in Sonnensegel ausgestellt ist) hinter den scheinbar naiven Schilderungen einer Heranwachsenden thematische Abgründe, die weit über das auf den ersten Blick vermutete Thema – Jugend im ländlichen Raum – hinausgehen.“

Vielleicht kann man die Arbeiten der Professorin für Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (seit 1997) so beschreiben: Feuchtenberger verbildlicht Unterbewusstsein. Sie macht Verdrängtes, Tabuisiertes und Unbewusstes sichtbar, zeigt das, was sich sonst nur in Träumen einen mühsamen Weg ins Bewusstsein bahnt und beim Erwachen sofort wieder ins Vergessen versinkt.

Verallgemeinerbar sind diese Sujets vielleicht nicht. Aber der Betrachter kann, sofern er mutig genug ist, sich seinen eigenen Verdrängungen stellen – oder flüchten.

Von Ann Brünink

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