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Feuerwehr mahnt zur Wachsamkeit nach Feuer

Großbrand in Brandenburg an der Havel Feuerwehr mahnt zur Wachsamkeit nach Feuer

Ein Feuer in der Altstadt von Brandenburg an der Havel hat am Samstag vier historische Wohnhäuser teilweise schwer beschädigt. Mehrere Wohnhäuser wurden geräumt. Noch am Sonntag musste die Feuerwehr Glutnester löschen. Die Anwohner sind zur Wachsamkeit aufgerufen. Die betroffenen Straßen bleiben vorerst gesperrt.

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Quelle: Julian Stähle

Brandenburg an der Havel.  Am Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr musste die Brandenburger Feuerwehr erneut in die Altstädtischen Fischerstraße in Brandenburg/Havel ausrücken und löschen, weil sich in zwei der Brandhäuser der vorherigen Nacht erneut Rauch entwickelt hatte. Die Glutnester waren schnell unter Kontrolle gebracht.

Der nach der Alarmierung Sonnabendfrüh um 3.13 Uhr begonnene Feuerwehreinsatz war am Samstag um 16.45 Uhr beendet worden. Ab 17:00 Uhr waren nur noch drei Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr zur Brandwache vor Ort, berichtet die Stadtverwaltung am Sonntag. Seither kontrolliert die Feuerwehr die Unglücksstelle noch in regelmäßigen Abständen.

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Mehrere Häuser liegen in Brandenburgs Altstadt in Schutt und Asche. Ein Großbrand hat die einst so prächtigen Gebäude zerstört. Unser Fotograf Julian Stähle hat das Elend, aber auch die unglaubliche Arbeit der Feuerwehr dokumentiert. (1)

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Polizei ermittelt in alle Richtungen

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Ermittler des Landeskriminalamtes haben Spuren gesichert, die in den nächsten Wochen in der Dienststelle Eberswalde ausgewertet werden. Als am wahrscheinlichsten gilt, dass sich der Brandherd in einem der beiden mittleren Häuser mit den Nummern 11 und 12 befunden hat, also mittelalterlichen Wohngebäuden, die auf das Jahr 1440 zurückgehen. Dass ein Zusammenhang bestehen könnte zu den Arbeiten eines Elektrikers am Freitag im Haus Nummer 12 ist reine Spekulation. Hinweise auf fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung gibt es nach Polizeiangaben bisher nicht. Allerdings wird diese Möglichkeit auch noch nicht ausgeschlossen. Kriminalbeamte hatten noch am Unglücksmorgen in der Nachbarschaft gefragt, ob jemand Verdächtiges beobachtet wurde.

Oberbürgermeisterin betroffen und beeindruckt zugleich

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) äußert sich an diesem Sonntag nach Angabe ihres Sprecher „tief betroffen“ über den Brand in der Altstadt und erklärt: „Wenn man das Ausmaß der Zerstörung sieht, kann man nur froh sein, dass niemand lebensgefährlich zu Schaden gekommen ist. Mein Dank gilt Bürgermeister Steffen Scheller der vor Ort war, allen Helfern und Hilfsorganisationen, sowie den Kameraden unserer Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, die ein Ausbreiten des Häuserbrandes in der Altstadt verhindert haben.“ Die große Solidarität der Bürger mit den Opfern des Häuserbrandes sei beeindruckend und zeige den Zusammenhalt in unserer Stadt.“

Im Einsatz waren in der Nacht und am folgenden Samstagmorgen etwa 65 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der Berufsfeuerwehr Brandenburg an der Havel sowie der Freiwilligen Feuerwehren Brandenburg, Kirchmöser, Klein Kreutz und Göttin. Außerdem war die Johanniter Unfallhilfe an Ort und Stelle. Die Helfer brachten die evakuierten Nachbarn im Sorat-Hotel unter. Ein Notfallseelsorger des Kriseninterventionsteams kümmerte sich am frühen Samstagmorgen um die am stärksten betroffenen Bewohner der Unglückshäuser..

„Ein wegen der örtlichen Verhältnisse in der Altstadt äußerst komplizierter Einsatz“, bilanziert Feuerwehrchef Detlef Wolf am Sonntag. „Schwieriger kann es kaum sein, gegenüber dem Feuer ist man fast chancenlos.“

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Mehrere Häuser liegen in Brandenburgs Altstadt in Schutt und Asche. Ein Großbrand hat die einst so prächtigen Gebäude zerstört. Unser Fotograf Julian Stähle hat das Elend, aber auch die unglaubliche Arbeit der Feuerwehr dokumentiert. (2)

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Feuerwehr musste ach draußen

Fünf Minuten nach der Alarmierung, um 3.18 Uhr war die Berufsfeuerwehr am Unglücksort eingetroffen und bekämpfte den Brand unter der Leitung von Einsatzführer Ralf Kühne. Der erste Trupp löschte mit Wasser aus dem eigenen Löschfahrzeug und konzentrierte sich dabei auf das eingerüstete Haus, aus dem die Flammen acht bis zehn Meter hoch aus dem Dachstuhl loderten. Eine Bekämpfung aus dem Inneren war sehr bald nicht mehr möglich wegen der hohen Einsturzgefahr. Tatsächlich sank das unbewohnte, eingerüstete Baustellenhaus mit der Nummer 11 vom Dach innen in sich zusammen. Durch die starke Ausbreitung war nach kurzer Zeit dort nur noch ein Außeneinsatz möglich. Die Substanz des alten Gebäudes ist zerstört.

Weil die vier benachbarten Altstadthäuser mit den Nummern 10 bis 13 über keine schützenden Brandwände verfügen, konnten die Flammen von einem zum anderen Haus übergreifen. Erst die nachfolgenden neueren Häuser 9 und 14 sind nach Wolfs Angaben derart geschützt, dass sich der Brand nicht noch weiter ausdehnen konnten.

Verstärkung aus der Umgebung

Weil die Berufsfeuerwehr das ganze Ausmaß des verheerendes Brandes nicht allein bekämpfen konnte, holte sie schnell sich die Verstärkung der Freiwilligen Feuerwehren aus Brandenburg, Klein Kreutz und Kirchmöser, während die Kameraden der Freiwilligen Wehr Göttin in der Wache einrückte und dort die Stellung übernahmen.

Das Löschwasser aus den beiden Hydranten nahe dem Unglücksort waren so wenig ergiebig, dass die Löschangreifer auf das Wasser aus der Havel zurückgriff und zu diesem Zweck breite Schläuche über die Ritterstraße verlegte.

Betroffene im Hotel untergebracht

24 Menschen aus den umliegenden Häusern wurden evakuiert, sie wurden im Sorat-Hotel untergebracht. Sie erhielten im Konferenzraum Getränke und ein Frühstück. Das Hotel stellte ein Zimmer zur Verfügung, in dem sich die evakuierten Bürger frisch machen konnten. Es handelt sich bei diesen Bürgern um die Betroffenen sowie die Bewohner der Nachbarhäuser, die nicht unmittelbar von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie hatten sich selbstständig in Sicherheit gebracht und konnten ab etwa 9 Uhr am Morgen zurück in ihre Häuser.

Wachsamkeit ist gefragt

 Aus zwei Häusern durften die Bewohner persönliche Gegenstände holen, nachdem der Statiker die Gebäude als standsicher eingeschätzt hatte. Ihre und die beiden anderen Häuser sind allerdings derzeit nicht bewohnbar.

Alle Bewohner der Umgebung sind aufgerufen, wachsam zu sein und bei der Feuerwehr anzurufen, wenn sie unsicher sind, ob nicht wieder ein Glutnest glimmt. Die Straßen Altstädtische Fischerstraße und Kommunikation sind auch am Sonntag und Montag gesperrt. Womöglich werden sie am Dienstag geöffnet, teilt die Polizei mit.

Von Jürgen Lauterbach

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