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Brandenburg/Havel „Feuerwehrleute sind immer die Guten“
Lokales Brandenburg/Havel „Feuerwehrleute sind immer die Guten“
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05:15 24.11.2016
Die Feuerwehr prägt das Leben von Detlef Wolf, der nach vierzig Jahren in den Ruhestand geht. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

In diesem Monat endet nach fast 40 Jahren Dienst in der Brandenburger Feuerwehr das Berufsleben von Detlef Wolf (60). Zum Chef der Feuerwehr in Brandenburg/Havel war der Ingenieur für Brandschutz am 1. August 1988 geworden. Die MAZ sprach mit dem längstgedienten hauptamtlichen Feuerwehrmann der Stadt, dem direkten Vorgesetzten von rund 125 Mitarbeitern.

Haben Sie mit der Feuerwehr schon abgeschlossen und freuen Sie sich auf den Ruhestand?

Ich verlasse meinen Arbeitsplatz mit großer Zufriedenheit, aber ich habe keinesfalls die Tage bis dahin gezählt und dem Ende entgegen gefiebert. Denn dafür hat mir die Arbeit bei der Feuerwehr mein ganzes Berufsleben lang viel zu viel Spaß gemacht.

Ihnen wird nachgesagt, Sie hätten auch noch zwei Jahre dran gehängt. Stimmt das?

Ich hätte durchaus weiter gearbeitet. Denn ich fühle mich fit, bin keineswegs müde und der Spaß an der Tätigkeit hat nie nachgelassen.

Was bedeutet die Brandenburger Feuerwehr für Sie?

Das ist hier meine Feuerwehr und wird auch meine Feuerwehr bleiben, nur eben nicht mehr dienstlich.

Wie war Ihr Verhältnis zu Politik und Verwaltung?

Ich habe bei den fünf Beigeordneten und drei Oberbürgermeistern Verlässlichkeit festgestellt und gut zusammenarbeiten können, gleichgültig ob es sich um Jörg Rom, Ulrike Brauns, Klaus Deschner, Norbert Langerwisch oder Michael Brandt handelte.

Würden Sie ihren Kindern oder Enkeln den Beruf Feuerwehrmann oder -frau empfehlen?

Mein Sohn ist bei der Feuerwehr, was aber gar nicht einmal auf meine Empfehlung zurückgeht. Er geht seinen eigenen Weg. Im Übrigen: Ja. Der Beruf des Feuerwehrmanns ist sehr lohnenswert. Das Sozialprestige und das Ansehen sind top. Als Feuerwehr genießen wir hohes Vertrauen. Wir sind immer die Guten, diejenigen, die helfen.

Ist der Beruf im Laufe der Zeit schwieriger geworden?

Absolut. Die Aufgaben sind vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Feuerwehrleute müssen viel lernen und wissen, um alle Störungen im öffentlichen Leben abstellen zu können.

Müssen sie schlau sein?

Sie sind schlau. Auch wenn der Arbeitsmarkt schwieriger geworden ist und auf eine Stelle nur noch zehn statt wie früher 40 Bewerber kommen, haben wir nach einem schwierigen Auswahlverfahren noch immer die Bestenauslese. Wer zu uns kommt, bringt aus seinem ersten Beruf gutes technisches, handwerkliches, medizinisches oder informationstechnisches Können mit. Zusätzlich muss jeder von uns körperlich sehr fit sein.

Sie haben also toll ausgebildete, schlaue, fitte und hoch angesehene Mitarbeiter. Trotzdem ist der Krankenstand hoch. Wie passt das zusammen?

Es trifft zu, dass unsere Männer im Vergleich zu den 90-er Jahren im Durchschnitt eine Woche länger krank sind. Aber Sie müssen bedenken, dass aufgrund der hohen Anforderungen im Alltag die Schwelle gering ist. Schon mit einem relativ leichten Schnupfen oder bei Knieproblemen können die Einsatzkräfte ihren Dienst nicht mehr versehen.

Ein anderes Wort für Feuerwehrleute ist Kameraden. Herrscht Kameradschaft innerhalb der Brandenburger Feuerwehr?

Bei den freiwilligen Feuerwehren ist das auf jeden Fall so. Aber der Anspruch ist auch bei der Berufsfeuerwehr Realität. Die Beamten im Dienst sind in der Woche 48 Stunden lang auf engstem Raum zusammen, das ist sehr intensiv. Entsprechend lernen sie einander gut kennen, auch die jeweiligen Stärken und Schwächen des einzelnen.

Das allein macht doch noch nicht Kameradschaft aus, oder?

Natürlich verstehen sich nicht alle gleich gut. Aber in der Gesamtsumme hält die Truppe in großer Kameradschaft zusammen. Jeder ist sich bewusst, dass alles nur im Team funktioniert, in dem sich jeder im Einsatz auf den anderen verlassen können muss. Übrigens hilft man sich oft über den Dienst hinaus und sind sogar Freundschaften entstanden.

Was war Ihre beste Zeit bei der Brandenburger Feuerwehr?

Am spannendsten waren die Jahre direkt nach 1990, als zum Kerngeschäft der Feuerwehr neue Aufgaben wie der Rettungsdienst und die Regionalleistelle hinzukamen. Von Woche zu Woche hat man in jenen Zeiten etwas bewegt und konkret fassbare Ergebnisse in kurzen Abständen erlebt. Später brauchte man dafür mehr Ausdauer.

Was liegt vor Ihrem Nachfolger?

Er wird neue Arbeitszeitmodelle im Schichtdienst umsetzen und die dafür benötigten Stellenbesetzungen realisieren müssen. Die technische Ausstattung ist auf dem neuesten Stand zu halten. Notwendig wird die Notfallsanitäterausbildung, an dem Punkt wird es jetzt sogar schon eng. Das System Feuerwehr und Rettungswesen muss mit den politischen Veränderungen schritthalten.

Wie werden Sie sich verabschieden?

An meinem letzten Tag, dem 30. November, mit einem Imbiss mit Mitarbeitern der eigenen und fremden Verwaltung und danach mit meinen Mitarbeiter/innen und Feuerwehrleuten.

Von Jürgen Lauterbach

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