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Brandenburg/Havel Brandenburger Symphoniker begeistern als Bigband
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Symphoniker begeistern als Bigband
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12:58 11.11.2018
La Fiesta: Immer wieder reißt Dirigent Enrique Ugarte die Musiker und auch das Publikum mit seinem Temperament mit. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

 Hat Gastdirigent Enrique Ugarte die Brandenburger Symphoniker wach geküsst? Dass die Musiker das klassische Repertoire souverän beherrschen, das ist ihr Job. Dass sie es verstehen, Neue Musik zum aufregenden Hörabenteuer für die Zuhörer machen, das haben sie schon des Öfteren bewiesen. Doch dass sie als fantastische Bigband die Menschen von den Stühlen reißen, das ist nicht unbedingt selbstverständlich.

„La Fiesta“ hieß das Programm am Wochenende. Und die Leistung der Symphoniker war überwältigend, sie haben das Konzert zu einem großen Fest für die Zuhörer gemacht. Dirigent Enrique Ugarte hat sie nicht wachküssen müssen. Er hat sie mit seinem Temperament und seiner Bühnenpräsenz mitgerissen.

„La Fiesta“ erwartete das Publikum im Brandenburger Theater. Die Symphoniker haben das Konzert zu einem Fest für die Zuhörer gemacht. Dirigent Enrique Ugarte hat sie mit Temperament und Bühnenpräsenz mitgerissen.

So war gleich der Auftakt mit Cole Porters „Night and Day“ fast eine Offenbarung. Ugarte dirigiert mit großem Körpereinsatz. Er steht auf dem Pult in der Pose eines Boxers im Ring.

Die Musiker folgen jeder seiner Bewegungen und setzen sie um in groovenden Swing. Und gleich geht es weiter mit „String of Pearls“ von Glenn Miller. Ein tolles Saxofon-Solo von Friedemann Matzeit bekommt den verdienten Zwischenapplaus.

Matzeit? Ja, zur Verstärkung haben sich die Symphoniker den bekannten Saxofonisten Friedemann Matzeit eingeladen sowie ein Jazztrio mit den Musikern Benedikt Jahnel (Piano), Michael Griener, (Schlagzeug) und Ralph Graessler (Kontrabass).

Ganz bescheiden sitzen Matzeit und die Bandmitglieder zwischen den Symphonikern und wachsen musikalisch mit ihnen zusammen zu einer Einheit. Ihre Soli verleihen den Darbietungen Konturen.

Tango Nuevo

Höhepunkt war die Aufführung des „Libertango“ des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla (1921-1992). Der Komponist hat in Paris Musik studiert, war also infiziert von europäischer Musik. Er begriff jedoch, dass seine musikalischen Wurzeln in der Tangomusik lagen.

Zurück in Argentinien komponierte er moderne Tangomusik, den Tango Nuevo. Das haben ihm seine Landsleute anfangs sehr übel genommen. Piazzolla soll sogar Morddrohungen erhalten haben. So wunderschön, wie die Symphoniker und ihre Gäste den „Libertango“ präsentiert haben, ist er ausgesprochen selten zu hören.

Da Enrique Ungarte Akkordeon-Virtuose ist, begleitete er die Symphoniker mit dem Akkordeon. Durch sein Spiel wirkte die Darbietung besonders authentisch. Ein sehr anrührendes Stück ist Piazzollas „Adios Nonino“, das er nach dem Tod seines Vaters schrieb.

Brenda Boykin interpretiert Gershwin

Ein weiteres Glanzlicht des Konzerts war der Auftritt der wunderbaren Jazzsängerin Brenda Boykin. Mit einem Gershwin-Medley und zwei weiteren Kompositionen von ihm begeisterte sie das Publikum, das sie am liebsten gar nicht mehr von der Bühne gelassen hätte. Was für eine Stimme.

Die Sängerin hat sich nach einem Schlaganfall Schritt für Schritt ins Leben und zurück auf die Bühne gekämpft. Wenn man Brenda Boykin singen hört, dann ist sie ganz Frau, ganz bei sich und gleichzeitig umarmt sie die Zuhörer mit dieser voluminösen Stimme.

Auf der Bühne sprüht sie vor Energie. Und sie kann über sich selbst lachen, wenn sie ganz spontan ihren Gehstock zur Querflöte macht und mit äußerst gelenkigen Fingern vorgibt, darauf zu spielen.

Abschluss mit Chick Corea

Chick Corea war besonders fasziniert von dem Adagio aus dem „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo, das ihn dazu animierte, das Stück „Spain“ zu schreiben. Ugarte spielte das Adagio von Rodrigo als Intro auf dem Akkordeon und dann tobte das Orchester mit jazzigen Tutti los und die Zuhörer bewiesen Musikalität und klatschten den Rhythmus perfekt mit.

Mit Chick Coreas „La Fiesta“ endete das Ausnahmekonzert, das Ugarte und die Symphoniker sowie ihre Gäste zu einem fantastischen Fest gemacht haben.

Von Ann Brünink

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