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Brandenburg/Havel Filmmusik-Konzerte auf der Buga
Lokales Brandenburg/Havel Filmmusik-Konzerte auf der Buga
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09:41 08.07.2015
Nah dran am Publikum: Auf der Packhof-Bühne suchten die Damen des Quartetto tonale den Kontakt zu fachkundigen Filmfans. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Zwei vergnügliche Konzerte. Ein Charlie-Chaplin-Porträt entstand in gut fünf Minuten. Annelie Knobloch malte es auf die Leinwand, nicht in einem stillen Atelier, sondern vor einer großen Zuschauerschar auf der Buga-Bühne im Packhof. Untermalt wurde die Mal-Aktion von Maurice Ravels Bolero. Charlie Chaplin wurde nach der Aktion versteigert für einen guten Zweck, für die Arbeit der Musik-und Kunstschule TonArt e.V. in Premnitz. Mit 40 Euro startete das Anfangsgebot, nach wenigen Minuten konnte eine Brandenburgerin das Konterfei des berühmten Filmschauspielers für 140 Euro nach Hause tragen.

Über Charlie Chaplin und seinen Film „Der große Diktator“, in dem er Hitler auf unnachahmliche Weise entlarvte, plauderte pointiert Schauspieler Hank Teufer viel Wissenswertes, auch über andere Kinofilme, die Geschichte machten. Der vielfältige Veranstaltungsplan der Buga war am Pfingstsamstag dem Klang der Filme vorbehalten. Mit dabei waren neben Schnelligkeitsmalerin Annelie Knobloch und Moderator Teufer, die gemeinsam den Bill Ramsey-Hit „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ vergnüglich sangen, das Quartetto tonale.

Silke Rougk, Almut Witt, Astrid Hengst und Gesine Conrad boten legendäre Musik aus Filmen, die emotional in das Geschehen und Erleben ihrer Protagonisten und Akteure eingreifen. Die zumeist eingängigen Melodien wurden geschickt und geschmackvoll von den Streichquartett-Damen umgesetzt. Augenzwinkernd und humorvoll, locker und weitestgehend tonrein spielten sie aus zumeist US-amerikanischen Filmen wie „Der Fluch der Karibik“, „Der Ladenhüter“, „Plink, plank, plunk“ oder „Goldfinger“.

Durch das kammermusikalische Spiel, ergossen sich über die Zuhörer jedoch keine Schmalz-und Fettwellen. In das bunte Programm haben Hank Teufer und das Quartetto tonale ein Film-Quiz mit Überlänge eingebaut. Nach kurzem Anspiel gab es Zwischenrufe von Zuschauern, die ihr Filmwissen blendend unter Beweis stellten. Der Preis: eine unterhaltsame Stunde.

Einen voluminösen Klangteppich erlebten dann hunderte Buga-Gäste anschließend auf der Freilichtbühne auf dem Marienberg, der nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wieder geweckt wurde. Die Brandenburger Symphoniker unter der Leitung von Hannes Ferrand hatten in ihrem Konzert ebenfalls Musik aus berühmten Filmen parat. Die Ansammlung von Filmmusik-Hits wurde mit immergrünen Musical-Melodien angereichert.

Da gab es die melodiensatte, jedoch allzu lang geratene Ouvertüre zu „Der Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber zu hören, Klaus Badelts Kompositionsversuch für die unsäglichen „Fluch der Karibik“-Kracher, Alan Silvestris routinierte „Forrest Gump“-Musik oder die farbige Komposition zu „Der rosarote Panther“ von Henry Mancini mit Sebastian Pietsch als brillantem Saxophon-Solisten. Die Symphoniker spielten nicht nur alles sauber vom Notentext, sondern gaben gemeinsam mit Hannes Ferrand jedem Musikstück die ihm notwendige Form und Prägnanz. Vergnüglich, schwungvoll und sängerisch ansprechend agierten auch die beiden Gesangssolisten Manja und Carsten Sabrowski mit Musical-Ausschnitten aus „Das Phantom der Oper“ „My fair Lady“ von Frederic Loewe und „Annie Get Your Gun“ von Irving Berlin.

Humorvoll, gut gelaunt, locker und gekonnt führte Harald Arnold durch das Programm, das von den Zuschauern auf dem Marienberg mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Gern ließ man sich zum temperamentvollen Finale in die Welt des Show-Business einladen, natürlich mit dem Lied „There's No Business Like Show Business“ von Irving Berlin.
 

Von Klaus Büstrin

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