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„stattbekannt“ endet mit Besucherrekord

Finissage im Brandenburger Freyhaus „stattbekannt“ endet mit Besucherrekord

Allein an diesem letzten Januarsonntag besuchten 170 Gäste die Ausstellung „stattbekannt“. Knapp 6000 waren es seit Eröffnung im Juni 2015. Nun ist die einzigartige Bilderschau im Stadtmuseum geschlossen. Die über 160 Bilder der mehr als 40 Brandenburger Malerinnen und Maler begeisterten nicht nur die Havelstädter.

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Kurator Wulf Holtmann signiert einen Katalog.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. Die weit über Brandenburgs Grenzen bekannte Ausstellung „stattbekannt“ ist zu Ende. Und sie schloss mit einem Besucherrekord. Allein an diesem letzten Januarsonntag kamen rund 170 Gäste die Schau. Knapp 6000 waren es seit Eröffnung im Juni 2015. Nun ist die einzigartige Bilderschau im Stadtmuseum geschlossen. Die über 160 Bilder der mehr als 40 Brandenburger Malerinnen und Maler begeisterten nicht nur die Havelstädter. Im Gästebuch der Ausstellung finden sich wohlwollende Einträge aus Lübeck, Ravensburg, Dortmund, Münster oder Berlin.

Dabei denkt man natürlich in erster Linie an Buga-Gäste. Aber auch die müssen erst einmal in eine Ausstellung gelockt werden. Das ist den beiden unermüdlichen Kuratoren Wulf Holtmann und Undine Damus-Holtmann gelungen. Öffentliche Werbung war während der Bundesgartenschau nicht möglich und durfte nur über private Banner erfolgen. Freunde und Helfer haben solche Banner in der Stadt weithin sichtbar an privaten Stellen angebracht.

Auch die Skepsis gegenüber dem kleinen Stadtmuseum ließ sich nicht leicht überwinden, sagt Undine Damus-Holtmann. „Kommen Sie und überzeugen Sie sich selbst“, habe man den Kontakt zu Medien außerhalb der Stadt immer wieder anzukurbeln versucht. Es ist gelungen. Sowohl im rbb als auch im Deutschlandfunk wurde über die sehenswerte Kunstausstellung berichtet.

Dichtgedrängt schauen die Besucher, die im kleinen, mittleren Ausstellungsraum des Hauses keinen Platz mehr finden, von der Ballustrade auf die feierliche Finissage herab. Tim Freudenberg, Kulturfachbereichsleiter der Stadt, als auch Walter Paaschen (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, finden noch einmal dankbare Worte für die geleistete Arbeit der Kuratoren und eine beeindruckende Bilderschau.

„Brandenburg ist immer eine Stadt der Kunst gewesen und sollte es auch bleiben“, sagt ein sichtlich gerührter Wulf Holtmann im Kreise der vielen Künstler, Kunstliebenden, Leihgeber, Förderer und Freunde.

Ansturm bei der Finissage

Ansturm bei der Finissage.

Quelle: Ina Schidlowski

Ohne die großzügige Spende der Aventis Foundation über 60.000 Euro wäre eine solche Ausstellung nicht zustande gekommen. Die in Frankfurt am Main ansässige gemeinnützige Stiftung hat sich aufgrund der Bilder des Künstlers Günter Schulz-Ihlefeldt an der Finanzierung beteiligt. Der 1912 in Brandenburg geborene Maler, der seinen ersten Kunstunterricht an der Wredowschen Zeichenschule nahm, hatte von 1937 bis 1940 die Leitung der Malklasse in Frankfurt am Main übernommen und dort ein eigenes Meisteratelier bekommen. In der hessischen Metropole ist er 1966 auch gestorben.

Einige Kunstwerke wechselten zwischenzeitlich auch den Besitzer. So wurden zwei Bilder des Künstler Victor Stricker verkauft. Sie treten nun nicht mehr die Heimreise nach Aachen an, sondern bleiben in Brandenburg. „Auch Bilder von Arnold Topp sind im Angebot“, weiß Undine Damus-Holtmann und dass eine Investition in diese Bilder für die Stadt Brandenburg gut wäre.

Nach der Ausstellung ist bekanntlich vor der Ausstellung und so müsste es also nahtlos weitergehen, will man den gerade gewonnenen Achtungserfolg nicht gleich wieder verlieren.„Wir hätten Ideen“ sagt Undine Damus-Holtmann, denn „die alten Sachen wieder reinstellen bringt gar nichts“.

Applaus für die Kuratoren Undine Damus-Holtmann und Wulf Holtmann

Applaus für die Kuratoren Undine Damus-Holtmann und Wulf Holtmann.

Quelle: Ina Schidlowski

Das weiß auch Tim Freudenberg. Der Vertrag der Museumsleiterin Désirée Baur laufe zwar aus, doch habe sie in den vergangenen zwei Jahren ein Grundlagenkonzept erarbeitet, das es nun auszubauen gilt.

„Das Museum wird nicht geschlossen“ betont Freudenberg. Ab März werde weiterhin die Spielzeugausstellung von 13-17 Uhr zu sehen sein und auf längere Sicht wolle man mit wenig finanziellem Aufwand lokale Themen umsetzen.

Das klingt nicht nach dem “Wir sollten den Schwung von stattbekannt nutzen“, den Walter Paaschen eben noch beschworen hat.

Peter Kretschmer aus Recklinghausen schrieb übrigens ins Gästebuch: „Eine Stadtgeschichteausstellung wäre schön“. Er hat recht.

Ein Ort wie Brandenburg, der eine mehr als tausendjährige Geschichte hat, hat ein solches Museum wirklich verdient.

Und in der heutigen, digitalen Zeit wäre für einen interessierten Touristen auch ein Hinweis im Internet über die nun folgenden veränderten Öffnungszeiten sehr hilfreich.

Von Ina Schidlowski

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