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Firma will in Kirchmöser Metallschaum produzieren

Ex-Regionalmanager Dirk Zielke will erste Fabrikhalle aufbauen Firma will in Kirchmöser Metallschaum produzieren

Das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen „Havel metal foam“ (Hmf) möchte im Industriegebiet Kirchmöser eine Fabrik aufbauen, in der serienmäßig sogenannte Metallschaum-Sandwiche hergestellt werden, die in vielen Industriebranchen Verwendung finden können. Dirk Zielke leitet die Geschäfte auf dem 30000 qm großen Grundstück.

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Christin und Dirk Zielke sowie Dennis Alsdorf halten ihre Zukunft in Händen – Metallschäume.

Quelle: J. Steiner

Brandenburg an der Havel. Endlich geht es im Industriegebiet Kirchmöser einmal wieder um Größeres – vielleicht sogar Großes. Das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen „Havel metal foam“ (Hmf) möchte am Standort eine Fabrik aufbauen, in der serienmäßig sogenannte Metallschaum-Sandwiche hergestellt werden, die in vielen Industriebranchen Verwendung finden können.
Geschäftsführer und Gesellschafter der neuen Gesellschaft ist ein alter Bekannter in Kirchmöser. Dirk Zielke ist dort seit mehr als zwanzig Jahren unternehmerisch tätig und wirkte von 2003 bis 2011 als Regionalmanager bei der Projektentwicklung Kirchmöser.

Das 30000 Quadratmeter große Grundstück, das sein Unternehmen für eine halbe Million Euro gekauft hat, liegt in dem vor sechs Jahren für rund 60 Millionen Euro fertiggestellten Industriegebiet Kirchmöser-Süd, direkt vor den bestehenden Fabrikhallen der BBV Feuerverzinkung.

Vor etwa neun Jahren hatte die Dihag-Gruppe dort diese und weitere Flächen gekauft, um eine Gießerei zu errichten. Doch das gesamte Vorhaben scheiterte.
Dirk Zielke verfolgt, unterstützt von seiner Frau Christin Zielke und Prokurist Dennis Alsdorf, einen ganz anderen Ansatz. Er greift die Entwicklungen des Metallschaumzentrums im Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) unternehmerisch auf, will in Kirchmöser-Süd in verschiedenen Investitionsstufen ein „anerkanntes Leichtbauzentrum“ errichten.
Die Firma Hmf will die Produktionsstrecke von August 2014 bis Februar 2015 am genannten Standort aufbauen. Die Baugenehmigung für die erste rund 2500 Quadratmeter große Fabrikhalle liegt Zielke zufolge vor. Er rechnet mit 3,5 Millionen Euro Investitionskosten in der Aufbauphase, die die Firma mit Eigenkapital der Gesellschafter und dem Fördergeld der Landesbank ILB aufbringe.
Das Aufbauteam besteht aus zehn Mitarbeitern, die überwiegend Ingenieure sind. Die Serienfertigung soll im März 2015 mit etwa 30 Beschäftigten beginnen und bis 2018 zu einer Produktionskapazität von 500000 Quadratmetern pro Jahr ausgebaut werden. 

Metallschäume

Im Vergleich zu Kunststoffschäumen sind die Metallschäume meist deutlich stabiler und temperaturbeständiger. Die Schäume eignen sich nach Darstellung des IWU gut für die Abschirmung elektromagnetischer Wellen.
Am Ende ihrer Lebenszeit können die Schäume und Schaumverbunde problemlos in bestehende Materialkreisläufe überführt werden.
Abnehmer könnten laut Dirk Zielke Kunden in der Autoindustrie, Marine, Bahntechnik, Bauwesen, Luftfahrt, Energiewirtschaft und Zivilschutz sein.

Geschäftsführer Zielke lobt die Unterstützung der Stadt Brandenburg bei der Ansiedlung in Kirchmöser. Die Gesellschaft Kompetenznetz Rail Berlin/Brandenburg (KNRBB GmbH) unterstütze die bestehende Zusammenarbeit mit 46 regionalen und überregionalen Unternehmen.
Das Start-Up-Unternehmen vertraut darauf, mit einer breiten Produktpalette in vielen Märkten Fuß zu fassen. Die Werkstoffe, mit denen Zielke langfristig den wirtschaftlichen Erfolg sucht, sind Metallschaumkomponenten (s. Info-Kasten) für verschiedene Industriezweige. Der Markteinstieg soll mit Kunden in der Bahntechnik, im Industriebau und in der Energietechnik gelingen. Zunächst will „Havel metal foam“ sich auf die Produktion von Stahl-Aluminiumschaum- und Aluminium-Aluminiumschaumplatten spezialisieren.

Die Werkstoffe haben eine geringe Masse und vertragen höchste Beanspruchung. Zielkes Kooperationspartner IWU hat bereits Prototypen solcher Metallschaum-Sandwiche hergestellt. Sie weisen nach Angaben der IWU eine vielfach höhere Biege-steifigkeit als massive Bleche auf und sind deutlich leichter. Daraus ergeben sich Anwendungsfelder überall dort wo es gilt, Energie in Form von Schwingungen, Stoß und Schall zu absorbieren.

Von Jürgen Lauterbach

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