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First-Class-Schiff bringt Kreuzfahrer

Swiss Ruby in Pritzerbe First-Class-Schiff bringt Kreuzfahrer

Solch ein großes Schiff hat Pritzerbe noch nicht gesehen. In dieser Woche hat die unter Schweizer Flagge fahrende Swiss Ruby an der Ablage festgemacht. Das Schiff ist 85 Meter lang und 10,60 Meter breit. Beim Anlegemanöver ging es knapp zu.

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MS Swiss Ruby auf Talfahrt nach Pritzerbe.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Pritzerbe. Oops! So war das Anlegemanöver nicht gedacht. Hilflos musste Wolfgang Meißner aus der Havelstraße am Montag den Beinahe-Untergang seines Motorkahns mit ansehen. Die Heckwelle des 85 Meter langen Kreuzfahrtschiffes Swiss Ruby setzte die an einem Bootsteg festgemachte Nussschale unter Wasser. Zum Glück blieb es bei dem einen Flurschaden an diesem schon beinahe historischen Tag für Pritzerbe. Denn eigentlich ist das unter Schweizer Flagge fahrende Flussschiff dank seines Propellerantriebes sehr manövrierfähig.

Europaweit einsetzbar

Im April 2002 wurde im schweizerischen Grenzstädtchen Rheinfelden die MS Swiss Ruby durch Prinzessin Maja von Hohenzollern getauft.

Mit einer Länge von 85 Metern und einer Breite von 10,60 Metern sowie ihrem geringen Tiefgang kann das Schiff die Flüsse und Kanäle in fast ganz Europa befahren.

Das Schiff ist vollständig klimatisiert, verfügt über modernste Navigationsinstrumente und wurde 2012 renoviert.

Es kann 88 Passagiere aufnehmen, die in komfortablen Außenkabinen untergebracht sind.

Die Besatzung besteht insgesamt aus 23 Personen.

Noch nie hat an der Ablage ein für havelländische Verhältnisse so großes Schiff festgemacht. Die MS Sanssouci ist drei Meter kürzer. Auf nur 68 Meter bringt es die zwischen Brandenburg und Havelberg pendelnde Königstein. Vor allem ist das der Schweizer Scylla AG gehörende Schiff breiter als die schwimmende Konkurrenz. Ganze 10,60 Meter. Damit bleibt dem Kreuzfahrer die Weiterfahrt auf der Unteren Havel allerdings verwehrt. Das Tor der Rathenower Schleuse hat nur eine Breite von 9,60 Meter. In Bahnitz und Grütz sind es nur ein paar Dezimeter mehr.

Jürgen Patzlaff vom Pritzerber Schifffahrtsverein freut sich über den großen Besuch

Jürgen Patzlaff vom Pritzerber Schifffahrtsverein freut sich über den großen Besuch.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Dennoch ließ sich der Leipziger Kreuzfahrtveranstalter Carara auf dem Weg von Berlin nach Kiel auf einen Abstecher nach Pritzerbe ein, um seinen Reisegästen auch weniger bekannte und naturbelassene Routen vorzustellen. „Da gehört die Untere Havel zweifellos dazu“, schwärmt Katharina Bahlcke. Die Hamburgerin begleitet die Schiffsreise als Lektorin. Jeden Tag vermittelt sie den Passagieren Wissenswertes über Land und Leute. Zum Beispiel über den Brandenburger Dom, die Wiege der Mark.

Am Heck wird es knapp

Am Heck wird es knapp: Die Swiss Ruby beim Anlegemanöver.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Für das über 1050-jährige Havelstädtchen Pritzerbe war leider nur die Zeit zum Umsteigen vom Wasser in den Bus eingeplant. Auf der Straße geht es weiter nach Rathenow, Tangermünde und Genthin, wo die Reisegäste wieder an Bord gehen. Mit dabei Wolfgang Seeger aus Stuttgart. Als erfahrener Kreuzfahrer lobt er die Entdeckungstour ins Havelland und die Altmark. „Ich freue mich auf interessante Ziele.“

Für die  Reisegäste beginnt eine Tagestour mit dem Bus nach Rathenow, Tangermünde und Genthin

Für die Reisegäste beginnt eine Tagestour mit dem Bus nach Rathenow, Tangermünde und Genthin.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Wer den Tagestrip nicht mitmachen will, bleibt einfach an Bord und genießt das schöne Wetter auf dem Sonnendeck. Nach einer knappen halben Stunde lässt Schiffsführer Vaclav Volmuth die Leinen der Swiss Ruby wieder losmachen. Ohne Malheur entfernt sich das Flussschiff von der Pritzerber Ablage und nimmt die Bergfahrt mit der Kraft von fast 1500 PS in Richtung Plaue auf.

Das Wasser ist wieder raus

Das Wasser ist wieder raus: Wolfgang Meißner versucht seinen Motor zu starten.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Für Jürgen Patzlaff (64) vom Pritzerber Schifffahrtsverein war es ein denkwürdiger Besuch. Sein ganzes Berufsleben lang war der pensionierte Kapitän der Binnenschifffahrt auf den Wasserstraßen Deutschlands unterwegs. Seinen Berufskollegen von der Swiss Ruby begrüßt der Pritzerber mit Handschlag: „Solch einen Besuch gibt es in Pritzerbe nicht alle Tage.“ Patzlaff hat selbst so manches Mal an der Ablage festgemacht. Zuletzt in diesem April mit dem Tankschiff Navio auf dem Weg von Berlin nach Hamburg. Eine Ausnahme, weil den Schiffen wegen der geschlossenen Schleuse bei Nigripp der Weg in die Elbe versperrt war. Patzlaff war es auch, der 1976 mit der MS Genthin die letzte gewerbliche Ladung an der Pritzerber Ablage löschte: 650 Tonnen Kies.

Von Frank Bürstenbinder

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