Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Plauer Fischerjakobi: Umzug ist laut, fröhlich und nass
Lokales Brandenburg/Havel Plauer Fischerjakobi: Umzug ist laut, fröhlich und nass
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:50 29.07.2018
Der Festzug zum Fischerjakobi in Plaue brachte auch dieses Jahr wieder eine Menge Spaß. Quelle: Tobias Wagner
Plaue

Laut, bunt, nass und vor allem süß wurde es am Samstagvormittag im Brandenburger Ortsteil Plaue. Nach Eröffnung des Fischerjakobis am Freitag mit dem Einmarsch der Fischer und dem anschließendem Salutschießen der Plauer Schützengilde folgte am Samstag der Höhepunkt des Wochenendes.

Mehr als 20 Festwagen zogen pünktlich ab 10 Uhr durch Plaue und verteilten nicht nur Leckereien an die kleinen Ortsbewohner, sondern auch so manche Dusche an die Großen.

Auf dem Festumzug in Plaue war auch dieses Jahr wieder eine ganze Menge los.

„Wir als Veranstalter des Umzugs sind sehr zufrieden mit dem Ablauf“, sagt Udo Geiseler vom Unabhängigen Bürgerverein Plaue. „Es waren nicht nur mehr Teilnehmer als vergangenes Jahr, es war insgesamt einfach stimmungsvoller“, befindet er.

Höhepunkt am Sonntag war die Prozession der Fischer auf der Havel. Etwa 500 Besucher verfolgten das Spektakel mit den Pauer Fischerfamilien und ihren Freunden. Der Plauer Pfarrer Christian Bockwitz gab den Segen. Begleitet wurde die Prozession an Bord von der Schalmeienkapelle Rathenow 0ptis.

Bereits vor Beginn des traditionellen Umzugs hatten sich etliche Plauer Einwohner und Gäste aus dem Umland entlang der Route postiert, um nicht nur ein schattiges Plätzchen zu erhaschen, sondern auch so viel Kamelle wie möglich zu ergattern.

Neben Süßigkeiten aller Art regnete es ab und an einen unerwarteten wie willkommenen Schwall Wasser auf die Menge am Straßenrand. „Bei der Hitze genau das richtige“, kommentiert Thomas Wiczorek die kalte Dusche, der mit seiner Familie extra aus Rathenow angereist war. „Wir versuchen jedes Jahr zum Fischerjakobi zu kommen, da es hier persönlicher zugeht als auf anderen Volksfesten wie dem Oktoberfest““, versichert Wiczorek .

Kommunikationsmittel Wasser

Die Kommunikation zwischen Wagen und Zuschauern war nicht nur einseitiger Natur. Manche der Zuschauer verteilten Becher mit Wasser oder gleich eine ganze Schlauchfüllung an die Besatzung der Wagen, die in der brütenden Sonne ganz schön zu schwitzen hatte. Der guten Laune tat die Hitze jedoch keinen Abbruch.

Die Schlagermusik, die von Wagen wie dem des Campingvereins Plaue oder dem Fördervereins des Schlossparks schallte, brachte manchen Gast entlang der Route zum Tanzen.

Eine insgesamt hervorragende Stimmung also, die auf dem Innenhof des Schlosses in Plaue ihren Höhepunkt fand. Dort wurden nach drei Stunden Umzug die besten Wagen prämiert.

Magnus-Hoffmann-Grundschule landet vorn

„Wir haben mehrer Freiwillige entlang der Route postiert, welche die Wagen bewerten sollen“, erklärt Geiseler. „Diese werden nach Gestaltung, Stimmung auf dem Wagen, dem allgemeinen Eindruck und der Idee des Aufbaus eingestuft“. Hier gab es bei der diesjährigen Siegerwahl eine Überraschung, denn der dritte Platz blieb unbesetzt.

Diesen teilten sich nämlich die Wagen des Unabhängigen Bürgervereins und des SPD- Ortsvereins aus Plaue. Beide erreichten in der Bewertung die gleiche Punktzahl.

Sieger des Umzugs wurde der Wagen der Magnus-Hoffmann-Grundschule aus Kirchmöser. Auf diesem war Jakob, der Schutzheilige der Fischer, höchstpersönlich unterwegs. In einem Pool stehend und in Begleitung dreier Nixen sorgte er für ein Grinsen in den Gesichtern entlang der Umzugsstrecke.

Jakob ist eine Frau

Unter der Perücke mit dem langen Haar und dem üppigen Bart steckte jedoch eine Frau. „Das ist das erstes Mal, dass wir am Festumzug teilgenommen haben“, sagt Isa Bochwitz, Schulvereinsvorsitzende der Magnus-Hoffmann-Grundschule und Darstellerin des Jakobs.

„Unser Ziel war es, aufzufallen und einen schönen Wagen zu präsentieren“. Das ist gelungen trotz der kurzen Vorbereitungszeit von etwa acht Stunden.

„Alle unsere Teammitglieder waren im Urlaub, als der Beschluss zur Teilnahme gefasst wurde“, berichtet Isa Bochwitz. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Verkleidungen im Internet bestellt, am Vortag noch drei Stunden das Auto, welches den Wagen zog, geschmückt. Ein voller Erfolg.

Fußmarsch mit Drehorgel

Einen Ehrenpreis erhielten zudem das Ehepaar Bernd und Marion Barrein. Sie sind mit ihrer Drehorgel die gesamte Strecke zu Fuß gelaufen. „Dass sich bei dieser Hitze so viele Leute engagieren, ist bemerkenswert“, sagt Sängerin Marion Barrein. Das Brandenburger Paar war ebenfalls das erste Mal beim Umzug dabei. „Ich mache seit 1970 Musik“, so Barrein. „Das war eine tolle Möglichkeit, sich musikalisch vorstellen“.

Das Ehepaar will auch beim nächsten Mal teilnehmen, wenn der Spaß wieder laut und tanzend durch die Straßen Plaues zieht.

Von Tobias Wagner

Warum David S. ausgerechnet nach Delft geflüchtet ist muss noch ermittelt werden. Die dortige Polizei hat den flüchtigen Psychiatrie-Patienten am Freitagabend in der niederländischen Stadt gefasst.

29.07.2018

Ein Flaschensammler in Brandenburg/Havel hat Freitagmittag einen Müllmann mit einem Messer bedroht. Zuvor haben beide miteinander gestritten. Der Rettungsdienst brachte den Angreifer in die Psychiatrie.

29.07.2018

Beim großen Klassikertreffen vor dem Industriemuseum präsentierten sich über 600 historische Fahrzeuge aus aller Herren Länder. Dem Besucheransturm war die Veranstaltung beinahe nicht gewachsen.

29.07.2018