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Flaschenpost im Kriegerdenkmal entdeckt

Weseramer finden alten Brief Flaschenpost im Kriegerdenkmal entdeckt

Es ist die Überraschung des Jahres in Weseram: Bei Abrissarbeiten am Kriegerdenkmal vor der Dorfkriche wurde eine 95 Jahre alte Flaschenpost entdeckt. Inhalt ist ein vergilbtes Schriftstück, in dem über die Einweihung des Mahnmals für die Toten des Ersten Weltkrieges berichtet wird. Bisher ist allerdings noch nicht die ganze Geschichte entziffert.

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Carola Klingberg mit der bei Abrissarbeiten am Kriegerdenkmal gefundenen Flaschenpost.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Weseram. Die Buchstaben sind schwer zu entziffern. Aber einige Worte lassen erahnen, was auf der 95 Jahre alten Papierrolle geschrieben steht. Es geht um die Einweihung des Weseramer Kriegerdenkmals im Jahr 1920 vor der Ostfassade des Kirchenschiffes. Wer es errichtet hat, wie teuer es war, und wem es gewidmet wurde. Seit ein paar Wochen gibt es das granitene Bauwerk nicht mehr. Wind und Wetter hinterließen an dem Mahnmal ihre Spuren. Wegen Einsturzgefahr hat es die Kirchengemeinde mit einem Kran abtragen lassen.

Als Männer und Frauen aus dem Dorf in Handarbeit die ersten lockeren Steine des gemauerten Sockels entfernten, kam die Überraschung des Jahres ans Tageslicht – eine Flaschenpost! Eingemauert bei der Grundsteinlegung von den Weseramer Honoratioren. „Wir haben die Flasche vorsichtig geborgen. Der Korken war leider nicht mehr dicht, so dass Feuchtigkeit eindringen konnte. Dennoch sind die Aufzeichnungen für einen Schriftexperten sicher noch gut zu lesen“, meint Carola Klingberg. Die Weseramerin steht sowohl dem Gemeindekirchenrat als auch dem Förderverein für die Dorfkirche Weseram vor.

Das Weseramer Kriegerdenkmal nach seiner Errichtung

Das Weseramer Kriegerdenkmal nach seiner Errichtung.

Quelle: Sammlung/Bürstenbinder

Beide Institutionen bemühen sich um den Wiederaufbau des Ehrenmals, dass viele Jahrzehnte prägend für die Dorfansicht an der Ecke Hauptstraße/Bahnhofstraße war. Kurzfristig wird sich das Vorhaben jedoch nicht umsetzen lassen. „Wir stellen uns auf eine längere Phase ein, in der wir Spenden sammeln. Die ersten Leute, darunter ein frisch getrautes Paar, haben bereits Geld gegeben. Auch die Kommune hat signalisiert, sich an den Kosten für einen Neuaufbau zu beteiligen“, berichtet die Kirchenälteste. Schon die Sanierung der benachbarten Kirche von 2002 bis 2006 war ein Gemeinschaftswerk des ganzes Dorfes gewesen.

Kosaken in der Kirche

Das inzwischen abgetragene Kriegerdenkmal in Weseram erinnerte an 18 im Ersten Weltkrieg gefallene Weseramer. Die Kirchengemeinde und der Förderverein für die Dorfkirche bemühen sich um einen Neuaufbau.

Spenden nimmt der Förderverein entgegen. Weitere Informationen bei Carola Klingberg unter 033831/3 03 23. Am 28. November gastieren die Maxim Kowalew Don Kosaken in der Weseramer Kirche. die Erlöse aus der anschließenden Kaffeetafel sollen dem Spendenkonto für den Wiederaufbau des Denkmals zugeführt werden.

 

Das für damalige Verhältnisse fast schon pompöse Kriegerdenkmal liegt jetzt in 17 Einzelteile zerlegt auf dem Kirchhof. Säulen, Stufen, Sockel und Dach warten auf ihre Wiederverwendung. Von der Original-Anlage erhalten sind noch 18 in der Erde stehende Grabsteine mit den inzwischen verwitterten Namen der auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges umgekommenen Weseramer. Sie starben als Kanonier, Infanterist, Musketier oder Tambour.

Unter den Gefallenen waren sogar Brüder wie Richard und Paul Tschätsch sowie Ernst und August Maier. Alles nachzulesen auf einer hölzernen Tafel, die seit der Sanierung der Kirche wieder im Vorraum des Gotteshauses angebracht ist. Unter den Stiftern des vermutlich 15 000 Mark teuren Denkmals waren vor allem wohlhabende Bauern. Familien, die es in Weseram nicht mehr gibt. „Dennoch gehört das Kriegerdenkmal als Mahnung zur Geschichte unseres Dorfes, das wieder seinen angestammten Platz bekommen sollte“, so Carola Klingberg. Die Schriften aus der Flasche sollen nun dem Reckahner Schulmuseum für eine genaue Entschlüsselung übergeben werden.

Von Frank Bürstenbinder

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