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Brandenburg/Havel Fleischer Ewald gibt auf
Lokales Brandenburg/Havel Fleischer Ewald gibt auf
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00:18 16.07.2017
Kein Hinweis, kein Schild, dass auf ein dauerhaftes Schließen der Fleischerei Ewald am Molkenmarkt 12 hindeutet. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Ein Traditionsunternehmen der Innenstadt hat von einem Tag auf den anderen zugemacht – die Fleischerei Ewald. Kunden stehen vor verschlossenen Türen, kein Schild oder Aushang macht auf den Zustand aufmerksam.

Die Familie hat sich zurückgezogen. „Unser Aufgeben hat keinerlei wirtschaftliche Gründe, sondern ausschließlich gesundheitliche Ursachen“, sagt Claudia Ewald nur. Ihr Ehemann Jens leidet nach MAZ-Informationen an einer Stoffwechselkrankheit, die Ärzte haben ihm wohl dringend geraten, schnellstmöglich „kürzer zu treten“.

1929 wurde der Betrieb durch Hans Ewald von der Familie Keltz gekauft. 1959 übernahm Martin Ewald den Betrieb. Am 1. Januar 1990 übernahmen Claudia und Jens Ewald den Betrieb seines Vaters, beide führten das Geschäft bis Juli. Filialen gab es schon seit Jahren nicht mehr, zuletzt wurde die Dependance im Einkaufszentrum Wust aufgegeben. Für das Stammgeschäft gibt es bereits eine Nachfolge: Christopher Zimmermann von der gleichnamigen Fleischerei in Görzke wird in acht bis zehn Wochen auf dem Molkenmarkt 12 eröffnen, bestätigt er auf MAZ-Anfrage. „Die Wartezeit ist nur dem Umstand geschuldet, dass es schwierig ist, Fachpersonal zu finden.“ Das Angebot soll ähnlich groß sein wie in den Filialen im Netto-Markt auf der Scholle oder in Golzow und Lehnin. „Wir werden auch Mittagstisch und Imbiss anbieten, allerdings noch nicht in der Größenordnung wie in den beiden Geschäften in Bad Belzig. Die Sache soll organisch wachsen, wir werden uns herantasten und sehen, wie groß die Nachfrage ist“, sagt Christoph Zimmermann.

Unterdessen droht neues Ungemach für Familie Ewald: Ihr gehört weiterhin die Immobilie. Die Stadtverwaltung hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Gespräche vereinbart, die dann von Ewald wieder abgesagt wurden. Die Stadt will den alten städtebaulichen Zustand wieder herstellen – samt der alten Straße, die zwischen der Fleischerei und der Weinhandlung entlang führt. Dazu muss der Imbiss-Anbau verschwinden, der zu DDR-Zeiten errichtet wurde und für den es keinerlei Bauunterlagen, schon gar keine Genehmigung, im Rathaus gibt. Die Chefin der städtischen Liegenschaftsverwaltung Angelika Köhler hat nun ein Schreiben verschickt, in dem verlangt wird, bis zum Jahresende den Anbau zu räumen und rückzubauen. Der Imbiss war lange Zeit von der Fleischerei betrieben worden, stand dann leer und ist nun an einen Asia-Imbiss verpachtet.

Nach MAZ-Informationen wird die Verwaltung auch die Verträge für die gepachteten Flächen im Straßenraum aufkündigen, darauf stehen diverse Kühlhäuser und Gerätschaften, um Tierhälften zu transportieren. Zimmermann wird diese Anlagen nicht benötigen, weil er im Görzker Stammhaus produziert.

Die Kommune ist auch gewillt, nötigenfalls den Klageweg zu beschreiten, wenn die Hauseigentümer dem städtischen Begehren nicht nachkommt, ist zu hören. Die alte städtebauliche Situation soll wieder hergestellt werden, dazu zählt nicht nur die Straße. Mit deren beidseitigem Versperren durch den Imbiss auf der einen und einem großen Tor auf der anderen Seite gibt es auch kein Entwicklungs- und Sanierungschancen für die beiden ruinösen Gebäude, die sich an die Weinhandlung anschließen. Ist alles frei, könnten sich Investoren finden, welche die alten Häuser zu einem neuen Leben erwecken.

Von André Wirsing

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