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Brandenburg/Havel Die Fleißigen von der Walzwerksiedlung
Lokales Brandenburg/Havel Die Fleißigen von der Walzwerksiedlung
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18:13 28.10.2018
In Eigenleistung haben die Kleingärtner der Sparte „Eigener Fleiß“ Teile der Zaunanlage erneuert. Die Stadt beteiligte sich mit Zuschüssen über den Kreisverband an den Materialkosten. Das freut die Vorstandsmitglieder Lothar Holländer und Dan Hindorf (r.). Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Um diesen Zaun machen Wildschweine und Ganoven einen großen Bogen. Massive Betonpfähle halten zwei Meter hohen Maschendraht in Form. Kleingärtner in der Hannoverschen Straße sind gerade dabei 160 Meter Einfriedung um ihre 123 Parzellen zu erneuern. Seit 1922 sind es die Pächter gewohnt in die Hände zu spucken. Deshalb tauften die Gründerväter ihre Sparte auf den Namen „Eigener Fleiß“. Da ist es Ehrensache auch den neuen Zaun, der nur einem Teil der Gesamtlänge entspricht, in schweißtreibender Eigenleistung aufzurichten.

Alter Zaun war marode

„Die alte Anlage sah schäbig aus mit abgeknickten Pfählen und durchgerostetem Draht. Mit der Investition tun wir etwas für die Sicherheit der Gärten und beseitigen eine Schmuddelecke fürs Auge. Davon profitieren auch die anderen Straßenanwohner“, berichtet Vorstandsvorsitzender Dan Hindorf, der seit 18 Jahren zu den Kleingärtnern in der Walzwerksiedlung gehört. Längst sind es nicht mehr nur ehemalige SWB-Mitarbeiter, die Erdbeeren und Kartoffeln anbauen. Altersbedingt wechseln jährlich fünf bis acht Parzellen die Pächter. Diese kommen inzwischen sogar aus Potsdam, Nauen, Rathenow und Berlin. Leerstand gibt es kaum.

Stadt unterstützt Projekte

Viele Spartenzäune in Brandenburg sind längst zum Pflegefall geworden. Ihre Erneuerung würde die Vereine finanziell oft überfordern. Deshalb unterstützt die Stadt auch in diesem Jahr über den Kreisverband der Gartenfreunde verschiedene Projekte mit insgesamt 30 000 Euro. „Wir achten darauf, dass die Ausgaben auch der Öffentlichkeit zugute kommen. So wurde 2018 in der Sparte „Zur Insel“ eine Tanzfläche gebaut. Kleingärtner in Kirchmöser legten eine Streuobstfläche an. Auch konnten mehrere Zaunanlagen gefördert werden“, sagte Peter Saemann vom Kreisverband der MAZ.

In der Gartensparte „Eigener Fleiß“ laufen die Herbstarbeiten. Auch Mathias Werner und Tochter Ria nutzen die Ferien, um sich noch einmal mit den Beeten zu beschäftigen. Quelle: Rüdiger Böhme

In der Kleingartensparte „Eigener Fleiß“ haben insgesamt 15 Pächter dafür gesorgt, dass der Außenzaun wieder ansehnlicher und sicherer wird. Von großen Beutezügen durch die Lauben sind die Mitglieder bislang verschont geblieben. „Ein ordentlicher Zaun ist wichtig. Aber ich mache auch in der dunklen Jahreszeit meine Rundgänge, um die Augen in der Anlage auf zu halten“, berichtet Vorstandsmitglied Lothar Holländer, dessen Familie seit 1987 eine eigene Scholle beackert. „Wer zu uns kommt, sollte neben der Freude am Gärtnern eine Portion Gemeinschaftssinn mitbringen“, so Holländer.

Spielplatz und Wasserpumpen

Immerhin betreibt der Verein mehrere Flächen, die allen Pächtern und ihren Gästen zugute kommen. Dazu gehört das Festgelände mit Spielplatz, Kegelbahn und Feldküche. Auch für das verpachtete Spartenheim trägt die Gemeinschaft die Verantwortung. Neue Stellplätze wurden angelegt. Ganz wichtig sind die fünf Wasserpumpen, für deren Pflege und Betrieb sich fünf Pumpengemeinschaften gebildet haben.

Seit 1922 gibt es die Gartensparte „Eigener Fleiß“. Quelle: Rüdiger Böhme

Seit 1974 gehören Sabine Wernicke und ihr Mann Joachim zu den Generationen der Fleißigen. „Unsere drei Kinder sind mit dem Garten groß geworden. Da hängt man natürlich an jedem Strauch. So lange die Gesundheit mitspielt, machen wir weiter“, meint die Kleingärtnerin, die sich nach dem Supersonnesommer mit prallvollen Obstbäumen wohl oder übel auf das Saisonende vorbereitet. Das Wasser in der Leitung ist schon abgestellt. Dafür wartet der Grünkohl auf Frost. In der Erde stecken Mohrrüben. Die Laube ist noch ein Kürbislager.

Von Frank Bürstenbinder

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