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„Fliedners“ hat den Neubau eingeweiht

Brandenburg an der Havel „Fliedners“ hat den Neubau eingeweiht

Die neue Fliedners-Wohnstätte in Brandenburg an der Havel wurde am Freitag feierlich eingeweiht. Sie soll vor allem mehr Komfort und Privatsphäre ermöglichen. Bei der Farbgestaltung waren die 16 Bewohner intensiv beteiligt und auch in anderen Bereichen wird Selbstbestimmung und Lebensqualität bei Fliedners großgeschrieben.

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Friederike Pfaff-Gronau (Mitte), Vorstand beim Landesausschuss für Innere Mission (Lafim) spricht zur Einweihung des Neubaus.

Quelle: Foto: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Türkisfarbene Gardinen, heller Boden und ein lichtdurchfluteter Raum: Marlis Rottstock fühlt sich wohl in ihrem 14 Quadratmeter großen Zimmer. Es befindet sich im neu eingeweihten Gebäude der Fliedners Wohnstätten in der Potsdamer Landstraße. Vor allem genießt sie den großzügig gestalteten Ess- und Kochbereich, wo sie mit anderen Bewohnern leicht in Kontakt kommt. Wenn sie den Vorraum des Gebäudes betritt, wird sie von zwei bunten Rosella-Sittichen begrüßt, um die sich Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen kümmern.

Am Freitag wurde das Gebäude feierlich eingeweiht – Namensgeberin des Hauses ist Friederike Wilhelmine Fliedner: Als Ehefrau von Theodor Fliedner war sie an der Gründung des ersten Diakonissen-Mutterhauses in Kaiserswerth am Rhein beteiligt. Von den insgesamt 58 Fliedner-Bewohnern konnten 16 in den Neubau einziehen, so dass nun mehr Komfort und Privatsphäre möglich ist. Vor allem gibt es in dem neuen Gebäude viel Platz für Rollstuhlfahrer. In dem Haus ist barrierefreies Wohnen auf 900 Quadratmetern möglich.

Turbulente Bauzeit

Die Bauplanung begann im Jahr 2012 und lag in den Händen des Potsdamer Architekten Matthias Wegener. Die Bauleitung übernahm die Cottbuser Firma Sternbau.

Bei Grabungsarbeiten haben Archäologen sensationelle Entdeckungen gemacht: Ein Hockergrab, das aus der Glockenbecherkultur 2600 bis 2200 vor Christus stammt. Das verzögerte den Fortschritt des Neubaus.

Aufgrund einer Gesetzesnovellierung zur Hochwasserlage gab es die Auflage, das Gebäude 52 Zentimeter erhöht zu bauen.

Im April 2016 war die Grundsteinlegung des Gebäudes, Richtfest wurde im Juli 2017 gefeiert. Im März 2017 zogen die Bewohner ein.

Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 1,8 Millionen Euro. Zu jedem Zimmer gehört eine eigene Nasszelle, eingebettet ist das Haus von viel Grün. Rund um die Uhr werden die Bewohner betreut und können sich bei schönem Wetter auf der großen Terrasse aufhalten. Es gibt zudem ein Gästezimmer, große Hauswirtschaftsbereiche, zwei Mitarbeiterzimmer und ein Pflegebad.

Selbstbestimmung wird bei Fliedners großgeschrieben: Bei der Farbgestaltung des Hauses waren die Bewohner intensiv beteiligt. Im Küchenbereich wurden die Schubfächer extra für diejenigen niedrig gehalten, die sich beim Kochen noch beteiligen können und wollen, erklärte Hausleiterin Yvonne Euken. „Die Bewohner haben sich gleich zu Hause gefühlt“, sagte sie.

In zwei farblich blau sowie grün gestalteten Bereichen haben acht Menschen einen neuen Lebensraum gefunden und teilen sich jeweils einen großen Gemeinschaftsraum. Bewohner Lothar Steth war bereits beim Bau des Hauses immer vor Ort und schaute jeden Morgen nach dem Rechten. Barbara Weigel, Geschäftsbereichsleiterin bei Fliedners, weiß: „Es ist ein wunderbares Bauwerk und schafft eine Heimat für die Bewohner.“

Bei der Einweihungszeremonie am Freitag sprach auch Friederike Pfaff-Gronau, Vorstand beim Landesausschuss für Innere Mission (Lafim). Sie lobte den Fliedners-Neubau und hat einen Wunsch: „Ich möchte, dass das Haus mit Herz und Geist erfüllt wird.“

Von Melanie Höhn

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