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Brandenburg/Havel Florian bleibt große Kopf-OP wohl erspart
Lokales Brandenburg/Havel Florian bleibt große Kopf-OP wohl erspart
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13:18 18.04.2018
Florian (15) wurde bei der brutalen Attacke am Hauptbahnhof schwer verletzt. Zu Glück geht es ihm besser. Quelle: privat
Brandenburg/H

Florians Mutter ist seit Montag guter Hoffnung, dass ihr bei dem brutalen Überfall am Freitagabend schwer verletzter Sohn vielleicht sogar noch am gleichen Tag von der Intensivstation auf die normale neurochirurgische Station des städtischen Klinikums verlegt wird. Nach den Gesprächen mit den Ärzten ist die Familie des 15 Jahre alten Jugendlichen zuversichtlich, dass er um eine große Kopfoperation herumkommen wird.

Florian hat durch die Tritte der mutmaßlich russischen Angreifer an der Straßenbahnhaltestelle vor dem Gesundheitszentrum eine Schädelprellung davon getragen, auch der Unterkiefer ist erheblich verletzt. Außerdem versuchen seine Ärzte noch, die Blutung im Kopf zu heilen.

Nach Auskunft seiner Mutter hat der überall als freundlich und hilfsbereit bekannte, technisch begabte Junge aus Brandenburg/Havel starke Schmerzen. Er schläft viel, ist bei aller Müdigkeit aber ansprechbar und erinnert sich Stück für Stück an die Details des furchtbaren Angriffs. Er weiß also, was passiert ist.

Am Freitag gegen 21 Uhr wollen Florian (15) und Ricardo (14) nichts anderes tun, als vom Hauptbahnhof Brandenburg/Havel mit dem Regionalzug nach Götz fahren. Sie stehen auf Gleis 3, als eine Gruppe junger Männer sie anpöbelt. Die Jugendlichen steigen ein und suchen den Schaffner, weil nicht ganz klar ist, ob der Zug in Götz hält oder nicht.

Schaffner warnt – doch es gibt kein Entrinnen

Der Schaffner sagt, dass dieser Zug ohne Halt an Götz vorbeifährt und empfiehlt ihnen, sich möglich fernzuhalten von der erwähnten Gruppe. Florian und Ricardo steigen aus und versuchen, den Fremden auszuweichen. Doch aus der Gruppe von fünf oder sechs Männern steigen zwei oder wahrscheinlich drei ebenfalls aus und folgen den Jungen. Florian greift zum Handy, um hinter der Bahnsteigunterführung seine Mutter anzurufen, die in unmittelbarer Nähe wohnt. Denn ihm schwant Unheil.

Die Fremden sind den beiden auf den Fersen. „Haste Polizei gerufen?“, brüllt einer. Florian steckt sein Handy in die Tasche, antworten kann er nicht mehr. Die Schläger fallen über ihn her.

Florian verliert vorübergehend das Bewusstsein, als die jungen Männer mit einem Kopftreffer zu Boden treten und dann weiter zutreten. Er erwacht in dem Moment, als seine Eltern etwa fünf Minuten später an Ort des Geschehens sind. Ein zufällig vorbei fahrender Rettungswagen hält an und auch der Notarzt trifft bald danach ein, so dass der Junge schnell medizinisch erstversorgt wird.

Fassungslosigkeit und Angst schlagen um in Wut

Florians Mutter macht sich große Sorgen: „Was passiert als nächstes?“, fragt sie. Welche Folgen der Überfall jenseits der Verletzungen haben wird, lasse sich noch gar nicht absehen.

Die anfängliche Fassungslosigkeit der Mutter und deren Angst um ihr Kind ist inzwischen auch Wut gewichen. „Niemand kann mir sagen, wie wir uns vor solchen Leuten schützen können“, sagt die 35-Jährige. Gleichwohl lobt sie den Zuspruch, den sie von Kripobeamten erfahren habe, die ihre Gefühle und angst sehr gut verstanden hätten.

In der Familie und weit darüber hinaus herrscht blankes Entsetzen vor über die Tat und die Täter. „Ein Wahnsinn, was gerade zu hause los ist und wer uns alles schreibt“, erzählt die Mutter. Sie hofft, dass Florian nach drei, vier Tagen Beobachtung nach Hause kommen kann, um sich weiter zu erholen. Dann wird er natürlich auch ein wichtiger Zeuge der Polizei sein.

Von Jürgen Lauterbach

Sabrina Jung aus Brandenburg an der Havel hat Fotografie studiert und experimentiert mit diesem Medium. Dies geschieht in Form von Collagen, Übermalungen oder Überlagerungen. Mit bemerkenswerten Resultaten.

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