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Brandenburg/Havel Flüchtlinge beziehen Soldatenstuben
Lokales Brandenburg/Havel Flüchtlinge beziehen Soldatenstuben
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14:28 22.01.2016
Platzkommandant Eugen Poch beim Neujahrsempfang mit seinen Vorgängern Klaus Kempka und Bernd Wünschmann (v.l.). Quelle: Frank Bürstenbinder
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Altengrabow

Ein Zaun teilt das Truppenlager. Kinderlachen ist zu hören. Trotz eisiger Kälte rollt ein Fußball über ein Kleinspielfeld. Hinter erleuchteten Fenstern sind Gesichter von Frauen zu sehen. Wo sich sonst ins Manöver ziehende Soldaten einquartieren, haben Asylbewerber eine vorübergehende Bleibe gefunden. 400 Männer, Frauen und Kinder hat die Bundeswehr in Altengrabow aufgenommen. Aus zwei Unterkunftsgebäuden hat das Land Sachsen-Anhalt ein Erstaufnahmelager gemacht.

Erinnerung an Kriegsgefangene

Die Aufstockung der Unterbringungskapazität war im vergangenen Jahr zur zentralen Aufgabe in Altengrabow erklärt worden. An Flüchtlinge hat dabei noch niemand gedacht. Wie sich die aktuelle Entwicklung auf den Übungsbetrieb 2016 im Detail auswirken wird, ist derzeit noch unklar. Die vorhandenen Biwakplätze taugen nur für die warme Jahreszeit.

Im Mai 2016 wird es vor den Toren des Übungsplatzes die zehnte Gedenkfeier am Mahnmal für das Kriegsgefangenenlager (Stalag XI) geben. In Altengrabow waren von 1939 bis 1945 bis zu 60 000 Kriegsgefangene aus zahlreichen Nationen interniert. Schon im Ersten Weltkrieg gab es in Altengrabow ein Kriegsgefangenenlager.

Flüchtlinge und Soldaten als Nachbarn – passt das zusammen? Noch im Oktober hatten die ersten Ankömmlinge dem Truppenübungsplatz umgehend den Rücken gekehrt. Das Flüchtlingschaos erreichte Ziesar. Doch die anfängliche Abneigung gegenüber dem abgelegenen Militärstandort mit seinen vielen Schießbahnen hat sich offenbar gelegt. Die ausländischen Zivilisten sind nicht eingesperrt. Sie können das umzäunte Gelände verlassen. Das Übungsareal selbst ist tabu. Nur vom Wummern, das schießende Panzer und Haubitzen veranstalten, bleiben die Flüchtlinge nicht verschont.

Neujahrsempfang mit vielen Gästen

Obwohl der übenden Truppe zwei Drittel der Bettenkapazität in festen Unterkünften fehlen und Soldaten in Schießbahntürmen nächtigen müssen, sind es Momente wie diese vor seiner Kommandantur, die Oberstleutnant Eugen Poch mit der Ausnahmesituation versöhnen. „Es freut mich, dass diese Kinder wieder lachen können. Denn auf dem Weg hierher gab es bestimmt nichts zu lachen. Jetzt spielen junge Flüchtlinge zusammen mit Dörnitzer Kindern Fußball. So soll es doch sein“ , sagte der Platzkommandant am Donnerstag bei einem Neujahrsempfang unter dem Beifall zahlreicher Gäste.

Ein eingezäunter Bereich des Truppenlagers dient als Erstaufnahmeeinrichtung für 400 Flüchtlinge. Quelle: Frank Bürstenbinder

Angesichts der Ereignisse, die sich im vergangenen Jahr in Altengrabow und den Partnerplätzen Klietz sowie Lehnin überschlagen haben, wagte Poch keinen Ausblick auf 2016. Nur soviel: Der Truppenübungsplatz Altengrabow, dessen Fläche sich zu einem Drittel über den Landkreis Potsdam-Mittelmark erstreckt, bleibt eine Baustelle. Die Umsetzung eines 30-Millionen-Euro-Investitionspaketes läuft auf Hochtouren. Ein neues Wachgebäude ist schon fertig. Zusätzliche Abstell- und Betankungsflächen sind entstanden. Auch das besagte Kleinspielfeld ist fertig. Die Platzfeuerwehr bekommt ein neues Domizil. Die Unterbringungskapazitäten sollen von derzeit rund 600 auf 900 Betten aufgestockt werden.

Wieder mehr Panzer geplant

Die rein militärischen Vorhaben sind abgesteckt. Seit dem vergangenen Jahr ist der Truppenübungsplatz Altengrabow wieder ein vollwertiger Übungsplatz, auf dem das Schießen mit schweren Waffen zum Manöveralltag gehört. Erst im November fand das jüngste Leopard-Kampfpanzerschießen statt. Solche Übungen will der Platzkommandant wieder deutlich öfter auf das Gelände holen. Auch aus der Luft wird Altengrabow verstärkt angeflogen. Die Transall kann auf dem Feldflugplatz landen. Zu Gast werden 2016 neben Bundeswehreinheiten auch wieder Nato-Verbände, Landespolizei und der Zoll sein. Die nun fehlenden Unterbringungskapazitäten sind da allerdings kontraproduktiv. Außerhalb des Sommerhalbjahres dürfte die Belegung deshalb eher zurückgehen.

Von Frank Bürstenbinder

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