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Flüchtlinge sollen in die Rolandkaserne

Asylunterkunft Flüchtlinge sollen in die Rolandkaserne

Nach der kurzfristigen Nachricht über die Erstaufnahme in Brandenburg an der Havel plant die Stadt nun noch eine weitere Asylunterkunft: Die Rolandkaserne. Die ersten Schritte, um diesen Plan zu realisieren, sind nun erledigt. Doch es gibt noch eine Menge zu tun und einige Hürden zu meistern.

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Die Rolandkaserne von oben.

Quelle: Sammlung Hesse

Brandenburg an der Havel. Nun doch: Die Stadt Brandenburg und die aktuellen Besitzer der früheren Rolandkaserne Ingo und Frank Westphal scheinen sich einig. Auf einer Teilfläche der 38,5 Hektar großen Immobilie in Hohenstücken plant die Stadt Brandenburg die dauerhafte Unterbringung von vorerst bis zu 700 Flüchtlingen. In einer weiteren Ausbaustufe könnten es sogar noch erheblich mehr werden. Dieses Flüchtlingslager entsteht unabhängig von der erst am Mittwoch bekannt gewordenen Erstaufnahmestelle für 500 Asylbewerber, die das Land bereits am Wochenende in der Stadt installieren wollte.

Der Deal bahnt sich an

„Wir sind auf die Besitzer zugegangen“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller. Zusammen mit dem Baubeigeordneten Michael Brandt (beide CDU) bestätigte er Informationen der MAZ, wonach sich ein Deal anbahne und zwei Kasernen zügig zu Flüchtlingsheimen umgebaut werden sollen, wobei eine dritte Kaserne und das Stabsgebäude im erwarteten Bedarfsfall ebenfalls einer neuen Nutzung zugeführt würden.

Einfach ist die von der Stadt und den Westphals avisierte Lösung nicht. Denn eigentlich liegen die beiden Parteien im Clinch. Die Unternehmer-Brüder, die die riesige Immobilie nach dem Abzug der Bundeswehr von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für knapp drei Millionen Euro gekauft hatten, betreiben dort ihre Firma Oskar Kinderland und vermieten zudem Hallen und Gebäude. Die Nutzfläche aller Gebäude liegt bei mehr als 70 000 Quadratmetern. Zwischen 1991 und dem Verkauf hatte die Bundeswehr dem Vernehmen nach mehr als 70 Millionen Euro in das Areal investiert. Die Panzerhallen befinden sich in einem Top-Zustand, ebenso die renovierten Unterkunftsgebäude, Wohnheime für Offiziere und Feldwebel mit Zwei-Raum-Wohnungen sowie ein Sportplatz mit Tartanbahn, ein Kleinspielfeld und eine Sporthalle.

Veränderte Nutzung fehlt im Flächennutzungsplan

 

Allerdings haben es die Brüder, die bisher nicht erreichbar waren, bisher versäumt, eine veränderte Nutzung des militärischen Geländes im Flächennutzungsplan eintragen zu lassen, auch ein Bebauungsplan liegt nicht vor. „Damit ist die derzeitige Nutzung rechtswidrig“, sagt Brandt. Allerdings soll nun der Planer André Eggebrecht, der in die Gespräche der letzten Tage einbezogen war, schnellstens dafür sorgen, dass die Pläne erarbeitet werden. „Wir unterstützen das mit Hochdruck und ich hoffe, dass wir dann Anfang 2016 Baurecht haben“, sagt Brandt. Parallel überprüft die Feuerwehr, ob die Nutzung der großen Lagerhallen einer Unterbringung von Flüchtlingen in der Nähe entgegen spricht. „Wir bewegen uns im Rahmen von Ermessensentscheidungen“, so Brandt. Die Besitzer wüssten: „Unser Vorhaben, dort Kasernen anzumieten und die bisherige Nutzung haben nichts miteinander zu tun. Die Besitzer haben keine Vorteile wegen unseres Interesses.“ Pro dauerhaftem Flüchtlingsplatz bekommt die Stadt 2300 Euro vom Land für den Umbau der Immobilie und die Möblierung. Auch wenn sich die Kasernen, so Scheller, in gutem Zustand befinden, muss insbesondere im Bereich der Gemeinschaftsräume, der Sanitäranlagen, bei der Warmwasseraufbereitung und der Trennung von Medien noch umfangreich umgebaut werden.

Das künftige Flüchtlingslager wird eingezäunt

Der Bereich des künftigen Flüchtlingslagers soll zudem durch einen Zaun eingrenzt werden. Am Ende des ersten Quartals 2016, so hofft Scheller, müssten die Kasernen bezugsfertig sein. Dann sollen Notunterkünfte wie in Kirchmöser und an Regattastrecke aufgelöst werden. Für Scheller und Brandt ist klar: Die Anmietung der Kasernen würde die Stadt schlagartig von vielen Problemen entlasten, die im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle auf Brandenburg zukommen.

Fakten zur Rolandkaserne

Der Gebäudebestand dr Rolandkaserne ist durch Instandsetzungshallen und Unterkunftsgebäude geprägt. Drei große Wohnblöcke, frühere Kasernen (rechts im Bild), sollen zu Flüchtlingsunterkünften umgebaut werden.

Die Nutzfläche aller Gebäude auf dem 38 Hektar großen Areal liegt bei mehr als 70 000 Quadratmetern.

 

Ein Bebauungsplan für das Gebiet liegt nicht vor. Auch die Änderung im Flächennutzungsplan ist nicht erfolgt.

 

Eine Altlastenuntersuchung, die städtebauliche und grünplanerische Bestandsaufnahme sind erfolgt.

Die Stadtverwaltung hatte sich eine gewerbliche Nachnutzung der früheren Roland-Kaserne gewünscht, viele Jahre bot die Bima das Areal erfolglos für 3,5 Millionen Euro an.

Von Benno Rougk

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