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Flüchtlingsfamilien ziehen in leere Kita

Zweite Notunterkunft Flüchtlingsfamilien ziehen in leere Kita

Die frühere Kita in der Sophienstraße in Brandenburg an der Havel wird ab dem 17. September Notunterkunft für Flüchtlingsfamilien. Wie Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke) sagte, sollen dort zunächst 64 Männer, Frauen und Kinder untergebracht werden, später doppelt so viele. Dennoch fehlen weiter 150 Plätze.

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Seit Jahren steht die frühere Kita in der Sophienstraße fast komplett leer.

Quelle: mai

Brandenburg an der Havel. Die frühere Kita in der Sophienstraße wird ab dem 17. September Notunterkunft für Flüchtlingsfamilien. Das hat am Dienstag die Spitze der Brandenburger Stadtverwaltung beschlossen. Wie Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke) der MAZ sagte, sollen dort zunächst 64 Männer, Frauen und Kinder, später die doppelte Zahl an Menschen einziehen. Damit verfügt die Stadt über zwei Notunterkünfte. Dennoch fehlen weiter 150 Plätze.

Um die Menschen aus den Krisen- und Kriegsgebieten aufzunehmen, sucht die Stadt weiter händeringend nach Unterkünften. Acht Wohnungen sollen jetzt von der Wobra noch gestellt werden. Mehr als ein dutzend hat die städtische Wohnungsgesellschaft schon für die Aufnahme von Flüchtlingen der Stadt zur Verfügung gestellt. Im Gespräch ist die Stadt nun auch mit der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg e G. Wie am Dienstag die beiden Vorstände Norbert Meyne und Gerhard Zapff bestätigten, soll in der Aufsichtsratssitzung kommende Woche beschlossen werden, ob die WBG der Stadt für Asylsuchende Wohnungen vermietet.

Hafenstraße bereits eröffnet

Bereits eröffnet ist die Notunterkunft in der Hafenstraße in Kirchmöser, in der ausschließlich Männer leben. Derzeit sind es 50 Syrer, Afghanen und Pakistani, 75 sollen es noch werden. Sie schlafen auf Pritschen, die nach Angaben von Erlebach für Kinder nicht zumutbar sind.

Einen Tag vor der Eröffnung der Notunterkunft in der Sophienstraße, Ecke Reuscherstraße lädt die Stadtverwaltung am 16. September die Anwohner zu einer Einwohnerversammlung in die Turnhalle in der Walther-Ausländer-Straße ein. Beginn ist 18 Uhr. Die drei in der Sophienstraße 49 beheimateten Vereine sollen das Erdgeschoss weiter nutzen können. Entsprechende Abmachungen seien getroffen, teilt die Stadt mit. Die Flüchtlinge werden in den oberen beiden Etagen einziehen. Die Vereine signalisieren Erlebach zufolge auch Hilfe bei der Integration der Menschen.

800 Flüchtlinge in 2015

„Keine Kommune kann derzeit sagen, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen muss“, so Erlebach. Wie er im jüngsten Jugendhilfeausschuss sagte, gibt es seit Jahresbeginn die vierte Prognose an Flüchtlingszahlen. Danach hat die Stadt in diesem Jahr insgesamt 800 Flüchtlinge aufzunehmen. Doppelt so viele wie ursprünglich vermutet. Aber auch diese Zahl ist nach den jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingskrise wohl nicht die letzte, prophezeit Erlebach.

Unterdessen laufen in der Stadt die Hilfsaktionen auf Hochtouren. Täglich werden von Bürgern in der Notunterkunft in Kirchmöser Sachspenden abgegeben. Die dortige Sozialarbeiterin Sina Gehlhaar sagte jedoch, es würden vor allem warme Wolldecken benötigt. Notfalls gingen auch Bettdecken mit Bettbezügen. Ebenfalls fehlten Kopfkissen. „Noch decken sich die Männer mit Laken zu, aber es wird jetzt viel zu kalt dafür“, so Gehlhaar.

Diverse Hilfsangebote

Der aus Brandenburg stammende und in Neuruppin arbeitende Arzt Gregor Rom plant eine ehrenamtliche Sprechstunde in den Flüchtlingshäusern anzubieten: „Ich bräuchte dazu noch die Unterstützung anderer Ärzte und Zahnärzte und von Sanitätern“, sagte Rom der MAZ. Nach Auskunft von Andreas Griebel, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, das die Heime in der Flämingstraße und in Kirchmöser betreibt, ist die ärztliche Versorgung gewährleistet. Asylbewerber könnten sich per Schein von der Heimleitung an Ärzte wenden. Dafür gebe es bereits ein Netzwerk an Ärzten. „Da ist die Hemmschwelle aber sicher sehr hoch“, sagt dazu Gregor Rom.

Die katholische Dreifaltigkeitsgemeinde überlegt indes, eine Flüchtlingsfamilie in den kirchlichen Räumen auszunehmen. Das sagte am Dienstag Pfarrer Matthias Patzelt. Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, dass jede Pfarrgemeinde und jedes Kloster eine geflüchtete Familie aufnehmen solle.

Von Marion von Imhoff

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