Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Förderverein ackert für ein Denkmal

Bockwindmühle in Ketzür Förderverein ackert für ein Denkmal

In Ketzür steht die letzte Bockwindmühle im Altkreis Brandenburg. Ein rühriger Förderverein kümmert sich um das technische Denkmal. Das Handwerk des Windmüllers soll für die Nachwelt erlebbar bleiben.

Voriger Artikel
Autodieb rast gegen Stromkasten – Wagen steht unter Strom
Nächster Artikel
Schmetterlinge fliegen in die Lichtfalle

Anna Beck, Martina und Gotto und Kerstin Spittka vom Förderverein.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Ketzür. Die Ketzürer Bockwindmühle ist ein lebendiges Denkmal. „Vor 100 Jahren gab es allein Ketzür einmal drei Windmühlen dieser Art, heute ist unsere Bockwindmühle die einzig übrig gebliebene im ganzen Altkreis Brandenburg“, sagt Anna Beck. Als Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Bockwindmühle Ketzür ist Beck mit 31 weiteren Mitstreitern darum bemüht, dass das alte Handwerk des Windmüllers auch weiterhin für viele Menschen erlebbar bleibt.

Seit 1862 steht die Bockwindmühle in Ketzür. Das gute Stück ist eigentlich Second-Hand-Ware. In Bornim wurde die Mühle damals in ihre Einzelteile zerlegt und an dem jetzigen Standort wieder aufgebaut. Bis 1955 stand sie in Betrieb und war dann über Jahrzehnte mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben. 2001 konnte die Gemeinde Ketzür die Mühle für den Symbolpreis von einer DM kaufen, verbunden mit der Auflage, dass sich ein Verein um die Restaurierung bemüht. Im Laufe der Jahre verwandelte sich die Mühle dann in ein Schmuckstück, das gerne gezeigt wird.

Abendstimmung an der Mühle

Abendstimmung an der Mühle.

Quelle: MaloszykVolkmar

Im Zeitraum zwischen dem Anmüllern am Ostermontag bis zum Abmüllern Mitte Oktober steht die Mühle jeden Sonntag für Führungen offen. „Während der Saison organisieren wir auch regelmäßig verschiedene Veranstaltungen rund um die Mühle, die immer großen Anklang finden“, sagt Martina Gotto, die im Vorstand des Mühlenvereins mitarbeitet. Der große Höhepunkt ist in jedem Jahr das Fest zum deutschen Mühlentag, an dem sich bis zu 700 Gäste unter den ausladenden Windmühlenflügeln versammeln. „Während der ganzen Saison kommen noch einmal etwa 600 Interessierte dazu, die sich durch Mühle führen lassen“, erklärt Beck, die sich seit einem Jahr selbst Windmüllerin nennen darf. Über drei Jahre hat sie in der Britzer Windmühle gelernt, was ein Müller wissen muss und kann ihr Wissen jetzt noch fundierter an die Besucher weitergeben.

„Besonders die Führungen und Projekte mit Kindern liegen uns am Herzen“, sagt Beck. In Kooperation mit der Grundschule in Radewege sollen zukünftig direkt an der Mühle verschiedene Getreideparzellen angelegt werden. „Die Kinder lernen so, wie viel Arbeit es macht, bis aus den Getreidekörnern auf dem Feld das Brötchen frisch aus dem Ofen wird“, sagt Beck. Allerdings kommen die Getreidekörner nicht direkt ins Mahlwerk der Mühle.

Die Ketzürer Mühle ist ein beliebtes Ausflugsziel

Die Ketzürer Mühle ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Quelle: JACQUELINE STEINER

„Bei der großen Restauration 2005 wurde die Mühle zwar für den Museumszweck wieder hergerichtet, aber nicht betriebsbereit gemacht“, bedauert Beck. Um das zu erreichen müssten noch einmal 100 000 Euro investiert werden. Der Verein sammelt zwar fleißig Spenden ein, aber diese Summe kommt bei weitem nicht zusammen. „Zumal immer wieder kleinere Sachen repariert werden müssen“, sagt Beck. Vor einigen Monaten waren die sogenannte Jalousien, kleine, verstellbare Bretter an den Flügeln der Mühle, an der Reihe. Dafür hat der Mühlenverein über 6000 Euro aus dem Sparstrumpf hergegeben.

Von Christine Lummert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg