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Förster hält OB Tiemann für realitätsfern

Wächst die Stadt oder wird sie kleiner? Förster hält OB Tiemann für realitätsfern

Wächst die Stadt oder wird sie kleiner? Über diese Frage ist man sich in Brandenburg an der Havel uneins. Wohingegen das Stadtoberhaupt Dietlind Tiemann vom „ungebremsten Zuzug von Berlinern“ spricht, glaubt SPD-Vorstandsmitglied Alfredo Förster, dass es mit der Einwohnerzahl bergab geht. Wer hat nun Recht?

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Alfredo Förster (SPD) geht die Oberbürgermeisterin scharf an.

Quelle: MAZ-Montage

Brandenburg/H. Das Thema Stadtentwicklung der Stadt Brandenburg, auch mit Blick auf künftigen Zuzug, hat sich die SPD im Vorjahr als langfristiges Ziel auf die Fahnen geschrieben und dabei Anleihen in der Gründerzeit gesucht. Nichts anderes tut im Grunde die CDU zusammen mit ihrer Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann auch.

Doch wenn man SPD-Vorstandsmitglied Alfredo Förster glaubt, dann geht es mit Brandenburg zumindest einwohnermäßig bergab. Tiemann, so klagt Förster in einem Schreiben an die MAZ, agitiere gern vom „ungebremsten und noch ansteigenden Zuzug von Berlinern“ und vom „größten Geburtenboom seit der Wende“ in unserer Stadt.

Faktencheck entkräften „Realitätsferne“

Sie wolle, so Förster, gar eine „Trendumkehr“ ausgemacht haben, nachdem die Bevölkerungszahl seit der Wende gravierend von knapp 100.000 Menschen auf nun 71.000 zurückging. „Was treibt ein Stadtoberhaupt in diese Realitätsferne?“, fragt nun Förster. Ein Fakten-Check mit der eigenen Stadtverwaltung hätte genügt, um die „absurden Begründungen“ zu entkräften. Ja, die Stadt habe 4000 Einwohner mehr als eine Prognose einst vorausgesagt hatte. Falsch sei es jedoch, so Förster, „diesen Bevölkerungszuwachs als Ergebnis von Zuwanderungen aus dem Berliner Raum oder als Folge eines Geburtenbooms in unserem Klinikum erklären zu wollen.“

Die vielen Kinderwagen und die Anmeldezahlen in den Kitas scheint Förster nicht zu sehen, wenn er meint: „Die Geburtenrate stieg im Wesentlichen erst nach der 2015 erfolgten Schließung der Entbindungsstation im Kreiskrankenhaus Bad Belzig.“ Wo er Recht hat: Nach wie vor sterben rund 300 Personen mehr pro Jahr, als in Brandenburg geboren werden. Dem Anstieg der Neu-Brandenburger „muss man ebenfalls weniger aus dem Zuzug von Berlinern, als vielmehr aus der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern heraus erklären.“

WBG und Wobra nehmen hunderte Wohnungen vom Markt

Förster, der Aufsichtsrat der Wobra ist, verweist auf den Umstand, dass die WBG und die Wobra in den kommenden Jahren erneut hunderte Wohnungen vom Markt nehmen. Den jüngsten Abrissplänen der Wohnungsgesellschaften liege „ein sehr detailliertes Zahlenwerk zugrunde, welches einheitlich von einer weiteren Abnahme - und nicht Zunahme - unserer Bevölkerung nach dem Jahre 2020 auf rund 68.000 Einwohner ausgeht.“

Sein Resümee mit Blick auf Tiemann, die ja im Wahlkampf gegen Försters SPD-Kandidaten Erardo Rautenberg steht: „Fakten werden selektiv wahrgenommen und zurechtgebogen. Demokratie geht anders.“

Von Benno Rougk

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