Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Fohrde im Mittelpunkt der Landwirtschaft
Lokales Brandenburg/Havel Fohrde im Mittelpunkt der Landwirtschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:01 21.08.2017
Nancy Vogeler im Bauernmuseum ihrer Familie, das zum Kreiserntefest geöffnet ist. Quelle: Frank Bürstenbinder
Anzeige
Fohrde

Die große Bauerntruhe aus dem Jahr 1793, in der ein Schlüssel steckt, hat schon viele Aussteuern erlebt. Lederne Schulranzen, ein Zeitzer Kinderwagen aus den 1950er-Jahren, eine Sattlernähmaschine und jede Menge Hausrat sind dort ausgestellt, wo sich einst die Waschküche und die Remise für die Kutschen befanden. Seit 1889 ist der Hof Vogeler in der Fohrder Hauptstraße in Familienbesitz. Gerade wächst die sechste Generation mit Milchkühen, Traktor und Mähdrescher auf. So viele Vorfahren haben Spuren hinterlassen. Einige davon fanden im Bauernmuseum der Vogelers ihren Platz.

Leistungspflügen und Festumzug

Das 21. Kreiserntefest fällt zusammen mit der ersten urkundlichen Erwähnung Fohrdes vor 790 Jahren. Der Ortsteil der Stadt Havelsee zählt rund 1600 Einwohner. Fohrde liegt acht Kilomter nördlich von Brandenburg an der B 102 und hat einen Bahnhof.

Geht es nach dem Willen des Landes soll Fohrde wie die ganze Stadt Havelsee und das Amt Beetzsee im Zuge der Kreisgebietsreform 2019 ins Havelland wechseln. Die Fohrder betrachten das Kreiserntefest als Bekenntnis zu Potsdam-Mittelmark.

Das Kreiserntefest beginnt am Sonnabend, 16. September, um 9.30 Uhr mit dem Kreisleistungspflügen. Ab 11 Uhr buntes Marktreiben. Am Sonntag, 17. September, geht es um 10 Uhr mit dem Erntegottesdienst weiter. Ab 13.30 Uhr großer Festumzug.

Darunter die steinerne Gedenkplatte, die Steinmetzmeister Günter Noack 2010 zum 20. Jubiläum der Wiedereinrichtung des Privatbetriebes durch Wolfgang Vogeler anfertigte. Tochter Nancy kümmert sich mit Oma Ursula Heuer um die Ausstellung, die jedes Jahr um einige Exponate reicher wird. „Vieles entdeckten wir auf dem eigenen Dachboden. Dazu kommen immer wieder Schenkungen von Verwandten, Freunden oder Privatleuten, die unsere Sammlung unterstützen wollen“, berichtet Nancy Vogeler. Derzeit wird der liebevoll ausgestalte Raum, in dem man alte Milchkannen, Kaffeemühlen, Reitgerten, Dreschflegel und Görzker Puppen entdecken kann, für das 21. Kreiserntefest am 16. und 17. September auf Vordermann gebracht. Dann können Besucher nicht nur einen Blick in das Bauernmuseum werfen. „Wir werden Technik auf dem Hof ausstellen. Vor dem Haus gibt es Kaffee, Kuchen und warmes Essen aus der Gulaschkanone“, kündigt Nancy Vogeler an. Unter anderem werden 500 Pfannkuchen für die zweitägige Veranstaltung gebacken.

Die Alt Borker von 2016 geben den Staffelstab an die Fohrder weiter. Quelle: privat

Familie Vogeler gehört unter der Flagge des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark und des Kreislandfrauenverbandes zu den zahlreichen örtlichen Gastgebern des traditionellen Erntefestes, das in diesem Jahr in der nördlichsten Ecke des Landkreises stattfindet. Wolfgang Vogeler stellt auch den Acker unweit der B 102 für das Kreisleistungspflügen bereit, mit dem traditionell das Erntefest seinen Anfang nimmt. Neben Vogelers prägen bis heute Familienbetriebe wie Schumacher und Kraatz die Landwirtschaft in dem Ortsteil der Stadt Havelsee. Auf jedem Hof wird es etwas zu sehen und zu erleben geben. Die Fohrder Hauptstraße liegt mit dem Handwerker- und Bauernmarkt im Zentrum des Geschehens. Dort wird sich auch der Festumzug durchs Dorf in Bewegung setzen. An der Reihenfolge der Teilnehmer samt moderner und historischer Technik wird derzeit noch gefeilt.

Fohrdes Ortsvorsteher Ingo Barnewitz freut sich auf das Kreiserntefest in seinem Dorf. Quelle: Frank Bürstenbinder

Regelmäßig trifft sich in Fohrde das Vorbereitungskomitee unter Leitung von Dirk Barnewitz, um alle Aktivitäten für das Großereignis zu koordinieren. Der Dorfverein bringt sich ebenso ein wie der Sportverein , der Kirchenförderverein, die Feuerwehr und zahlreiche Privatleute. „Wir rechnen wie bei jedem Kreiserntefest mit mehreren tausend Besuchern. In diesem Jahr dürften besonders viele Brandenburger aus der Havelstadt unter den Gästen sein“, vermutet Kornelia Hurttig vom Kreislandfrauenverband. Mit Fohrde wurde erstmals ein Austragungsort für das Kreiserntefest gefunden, der über einen Bahnanschluss verfügt. 5000 Plakate und Flyer hat der Bauernverband drucken lassen, um zwischen Fläming und Havelland die Werbetrommel für das Kreiserntefest zu rühren.

Überschattet werden die Vorbereitungen für den symbolischen Abschluss der Erntesaison von den komplizierten Wetterverhältnissen in diesem Jahr. Das letzte Getreide ist inzwischen eingebracht. Doch von einer Heuernte auf den unter Naturschutz stehenden Havelwiesen sind die Landwirte weit entfernt. „Weil das Wasser auf den Wiesen steht, haben wir noch nicht einen Ballen Heu eingefahren. Damit fehlt eine Futtergrundlage für das Milchvieh“, sorgt sich Nancy Vogeler. Dafür steht der Mais optimal. Doch auch er braucht Sonne und trockenes Erntewetter. Mitte September wird sich zeigen, ob die Kolben in den hoch gewachsenen Pflanzen ein Grund zum Feiern sind.

Von Frank Bürstenbinder

Die Personalsituation in den Kitas in der Stadt Brandenburg, allesamt betrieben von freien Trägern, spitzt sich zu. Beschleunigt wird das durch den baldigen Wechsel vieler Erzieherinnen in den Ruhestand und durch den neuen Betreuungsschlüssel. Danach muss sich seit 1. August eine Erzieherin nicht mehr um zwölf Kindergartenkinder, sondern durchschnittlich um 11,5 kümmern.

25.08.2017

Zwei Jugendliche haben sich bei einem Bootsunfall ein einer Schleuse in Brandenburg leicht verletzt. Sie waren mit ihrem Tretboot gekentert. Rettungskräfte eilten herbei und brachten sie vorsorglich ins Krankenhaus.

20.08.2017

Viele Besucher haben am Freitagabend den Weg ins Naturschutzzentrum Krugpark in Brandenburg gefunden. Dort stand in fünfter Auflage die „Eine-Welt-Nacht“ an, die einen Blick über den kulturellen Tellerrand bietet. Dabei ging es auch um die Hilfe für Schüler in Gambia.

23.08.2017
Anzeige