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Brandenburg/Havel Fontane fordert das Publikum
Lokales Brandenburg/Havel Fontane fordert das Publikum
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17:51 15.07.2018
Zum diesjährigen Klostersommer spielt das Eventtheater das Stück "Mit Fontane ins Theater" in der Johanniskirche. Hier Hank Teufer (l.) und Steffen Drotleff. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Es ist eine gute Idee, das große Jubiläum von Theodor Fontane vorzeitig in das Programm des 18. Brandenburger Klostersommers zu integrieren. Sein 200. Geburtstag ist erst am 30. Dezember 2018. Vor allem deshalb, weil eine Seite des märkischen Dichters beleuchtet wird, die nur wenig bekannt ist. Nicht der „Stechlin“, sein letzter großer Roman vor seinem Tode, nicht die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, nein, seine Zeit als Theaterkritiker in Berlin steht im Mittelpunkt der Uraufführung von Susanne Boetsch.

Erfolgreiche Premiere

Nach erfolgreicher Premiere am Freitag in der Johanniskirche gab es am Sonnabendnachmittag die nächste Aufführung des Event-Theaters. Wieder vor nahezu ausverkauftem Hause. Hank Teufer übernahm in bewährter Art und Weise die Produktionsleitung, und brillierte als „alter Fontane“ mit vielen lebensweisen Sprüchen. Dazu das bewährte Ensemble des Klostersommers: Regie Sylvia Kuckhoff, musikalische Leitung Dmitri Pavlov.

Für das Bühnenbild verantwortlich zeichnete Jeannette Goldmann. Gute Idee, nicht zu versuchen, das historische Ambiente nachzuahmen, sondern Sachlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Keine Ablenkung vom Inhalt. Denn dieser forderte einiges an Wissen vom Publikum ab. Im Mittelpunkt standen die Schauspieler: Ute Beckert, Anne Nielsen, Steffan Drotleff, Hank Teufer und Dmitri Pavlov. 

Die Schauspieler agierten vor fast ausverkauftem Haus. Quelle: Rüdiger Böhme

Seit 1870 bei der liberal bürgerlichen „Vossischen Zeitung“ arbeitend, war Fontane als Theaterkritiker speziell für die Aufführungen des Königlichen Schauspielhauses am Berliner Gendarmenmarkt angestellt. Er verfolgte von seinem legendären Platz Nummer 23 im Parkett die Aufführungen sehr kritisch und machte sich folgerichtig nicht gerade beliebt. Das wird im Schauspiel „MITFontane ins Theater –Kritiken und Skandale“ in wunderschönen Streitgesprächen, ironischen Klatschszenen und schauspielerisch gut dargebotenem Tratsch dargestellt und mit Szenenbeifall vom Publikum belohnt.

Nicht nur Apotheker

Aber wer befürchtet, dass dies ins Seichte abrutscht, irrt. Anhand von Kritiken Fontanes zu Stücken von Gerhart Hauptmann, William Shakespeare und Friedrich Hebbel wird das Zeitgeschehen von Damals dargestellt. Die Szenen aus den Stücken wurden sehr vergnüglich gespielt. Besonders vielfältig in der Darstellung war Steffan Drotleff, vom (selbst-)verliebten Mann bis hin zum Revolutionär mit kernigen Sprüchen.

Fontane war eben nicht nur der berühmte Apotheker, der später Romane schrieb, er engagierte sich auch politisch. Als Journalist verfasste er gesellschaftskritische Schriften in London und Berlin. Er unterstützte die deutsche bürgerliche Revolution und er war sogar aktiver Freiheitskämpfer im Jahre 1848. Sein Gedankengut nimmt viel Platz ein im Stück. In deftiger Sprache wird viel philosophiert. Über den Adel, über die bürgerliche Revolution, über Bismarck und seine Sozialistengesetze. Revolutionstheorien verbunden mit Fragen der Moral werden in die Debatte geworfen. Vielleicht will man ein wenig zu viel in den knapp zwei Stunden klären. Auf alle Fälle fordert dieses breite inhaltliche Spektrum hohe Aufmerksamkeit vom Publikum.

Von Brigitte Einbrodt

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