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Brandenburg/Havel Fontanes Ansichten in der Kunstmühle Mötzow
Lokales Brandenburg/Havel Fontanes Ansichten in der Kunstmühle Mötzow
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00:21 17.04.2019
Mit dem einsamen Wanderer durch das Land beteiligt sich der Brandenburger Maler Jan Beumelburg an der Ausstellung in der Kunstmühle. Quelle: Heiko Hesse
Mötzow

 Die Idee kommt an. Die Jahresausstellung in der Kunstmühle in Mötzow widmet die Leiterin Regina Stodtmeister diesmal dem Dichter Theodor Fontane. Dessen Geburtstag würde sich am 31. Dezember zum 200. Mal jähren.

Warum also nicht den Mann mit einer Ausstellung ehren, der mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ das Land und die Menschen darin berühmt gemacht hat? Aber würde das überhaupt einen Künstler interessieren?

Diese Sorge ist unbegründet. „Alle Künstler, die wir angesprochen haben, waren sofort bereit mitzumachen“, berichtet Stodtmeister in ihrer Laudatio. Darunter so bekannte Kreative wie Jan Beumelburg, seit 1994 freischaffender Künstler in der Stadt Brandenburg, und Jan Spiess, der seit 1997 ebenfalls freischaffend in der Stadt Brandenburg arbeitet.

Der Vielfruchthof des Domstifts Mötzow eröffnet die Spargelsaison mit einem Kunst-Leckerbissen. Sieben Künstler setzen sich in ihren Werken mit Theodor Fontane auseinander. Zum Dank kommt der Dichter vorbei.

Olaf Thiede ist seit 1989 als freischaffender Maler und Buchautor in Potsdam tätig und einem breiten Publikum bekannt durch seine Kalender „Märkische Landschaften“, die er seit 1996 jährlich herausbringt.

Sieben Künstler beteiligen sich an „Fontanes Ansichten“, wie sie die Ausstellung in der Kunstmühle doppeldeutig nennen. Günter Dörhöfer hat besonders faszinierende Schwarz-Weiß-Fotos beigetragen. Er hat auf dem Fontaneweg im Plauer Schlosspark mehrfach einen geheimnisvollen Schatten fotografiert, dessen Statue Fontane ähnelt und der auf den Spuren des Dichters wandelt.

Dörhöfer erinnert bei der Eröffnung an Fontanes Kunstverständnis, nämlich „dass es in aller Kunst doch schließlich auf etwas Seelisches, zu Herzen Gehendes ankommt“. Will sie etwas gelten, dann müsse Kunst erheben oder erschüttern oder erheitern oder gedanklich beschäftigen.

Spargel im Lämmerstall

Das ist den Ausstellungsmachern bestens gelungen. Es herrschte großer Andrang in der Kunstmühle, sogar Theodor Fontane Höchstselbst in Gestalt von Hank Teufer vom Brandenburger Event Theater gab sich die Ehre.

Auf Einladung des Gutspächters Heinrich Thiermann treffen sich anschließend alle Gäste im „Lämmerstall“ zum Spargelessen, mit dem traditionell die Saison in Mötzow eröffnet wird.

In seiner Begrüßungsrede vergleicht der Gastgeber die Epoche, in der Fontane lebte, mit der heutigen Zeit. Damals wie heute habe es eine Zeitenwende gegeben, seinerzeit die Industrialisierung, heute die Digitalisierung.

Ethik im ländlichen Raum

Landwirt Thiermann verweist auf die Bedeutung von Ethik. „Ohne Ethik kommt keiner aus“, sagt er. „Die Ethik war immer Leitbild für den ländlichen Raum.“

In ihren Grußworten würdigten Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller und der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark Christian Stein (beide CDU) das Wirken von Heinrich Thiermann. Steffen Scheller spricht von der Gratwanderung zwischen politischen Ideen und dem Verwaltungshandeln, das dem Gesetz verpflichtet sei und nicht immer konfliktfrei verlaufe.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

„Bitte mischen Sie sich in die aktuelle Entwicklung ein“, appelliert er an die Anwesenden. Debatten müssten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. „Wir dürfen sie nicht nur Verbänden und Schülern überlassen“, sagte der Rathauschef und erntet dafür Applaus.

Von Ann Brünink

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