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Fotografie-Schau in Brennabor-Halle eröffnet

Brandenburg an der Havel Fotografie-Schau in Brennabor-Halle eröffnet

Vielfältig sind die Arbeiten der 13 vertretenen Fotokünstler in der Ausstellung „Im Fokus – Brandenburger Fototage“, die am Wochenende in der Kunsthalle Brennabor in Brandenburg an der Havel mit großem Publikumsandrang eröffnet wurde. Die 170 ausgestellten Werke bildeten die Bandbreite zeitgenössischen Fotografierens ab, sagt Kurator Christian Kneisel.

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Handwerk oder Kunst, darüber kann sich jeder selbst den Kopf zerbrechen, der die am Wochenende eröffnete facettenreiche Brennabor-Ausstellung besucht.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Ist Fotografie Handwerk oder Kunst? Seit 1839 die Fotografie erfunden wurde, tobt eine Auseinandersetzung um diese Frage. Erst knapp achtzig Jahre später, also etwa vor hundert Jahren, hat die Fotografie als Kunstsparte erstmals ihren Durchbruch geschafft. „Camera Work“ hieß 1917 eine Ausstellung in New York mit Fotoarbeiten als Kunstgattung. Doch es sollte noch weitere 21 Jahre dauern, bis das „Museum of Modern Art“ dem Fotografen Walker Evans 1938 als erstem Fotokünstler eine monografische Ausstellung widmete, schreibt Christian Kneisel in seinem kleinen Essay zur Geschichte der Fotografie als Kunst.

Bilder der Fotoausstellung in der Kunsthalle Brennabor

Bilder der Fotoausstellung in der Kunsthalle Brennabor.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Vielfältig sind die Arbeiten der 13 vertretenen Fotokünstler in der Ausstellung „Im Fokus – Brandenburger Fototage“, die Kneisel kuratiert hat und die am Wochenende in der Kunsthalle Brennabor mit großem Publikumsandrang eröffnet wurde. Ohne Übertreibung lasse sich sagen, dass die 170 ausgestellten Werke die Bandbreite zeitgenössischen Fotografierens abbildeten, betont Kneisel. Dass es sich bei den Fotos um Kunst handelt, dafür sprechen die meisten Fotos für sich selbst.

Die Fotoausstellung in der Brennabor-Halle

Die Fotoausstellung in der Brennabor-Halle.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Doch was macht ein Foto zur Kunst, während ein anderes nur die Realität abbildet? Etwa wenn Fotografen ihre Fotos bearbeiten, wie dies Astrid Mattwei mit den Bildern ihrer Serie „Traum von Venedig, Gondola 1-4“ gemacht hat, so dass ästhetisch reizvolle, geheimnisvolle, verträumte Ansichten entstanden sind.

Kunst ist es auch, wenn ein Fotograf seine Bilder inszeniert, ihnen bestimmte Merkmale verleiht, wie etwa Ralph Gräf, der einen Mann in schwarzem Anzug mit Koffer und Regenschirm auf die Reise durch seine Bilderwelt schickt. „Meerblick“, „Warten auf den Zug“, „Spazieren durch die Trostlosigkeit“ , „Am Gipfel des Bunkers“ oder „Verloren im Mohn“ so die Titel der Fotos mit teilweise surrealen Sujets, mit denen der Fotograf in diesem Jahr den begehrten „Sony World Photography Award“ gewonnen hat.

Groß war der Besucherandrang zur Eröffnung der Ausstellung

Groß war der Besucherandrang zur Eröffnung der Ausstellung.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Was aber ist mit Fotos, die analog aufgenommen wurden und völlig unbearbeitet geblieben sind, wie beispielsweise die Aufnahmen von Bernd Keßler? Sind sie dem handwerklichen Können zuzuordnen oder handelt es sich bei ihnen auch um Kunst – und wenn ja, warum? Kunst sind sie deshalb, weil der Fotograf das Potenzial von Motiven erkannt hat. Egal, ob es sich um das Foto „Im Ruhestand“ handelt, auf dem ein halb versunkener Kahn abgebildet ist oder ob es sich um das Foto „Brücke a.D.“ dreht. Immer laden seine Fotos ein, genau hinzuschauen, und den Geschichten nachzusinnen, die seine Bilder erzählen.

Und wie sind die Fotos von Gunter Dörhöfer einzuordnen? „Shopping in our time“ hat er seine Serie genannt. Aber abgebildet hat er nicht die strahlenden, chromblitzenden Einkaufstempel, sondern die düsteren Ecken der Einkaufswunderwelten, die vom Publikum abgewandte Seite der Realität.

Handwerk oder Kunst? „Ihre schöpferischen Ausdrucksmittel und ihre eigensinnige, künstlerische Wirkmächtigkeit der Fotos beweisen eindrucksvoll, wie man in nur Zehntelsekunden einen Augenblick festhalten, das heißt gestalten und die Grenzen der Wahrnehmung überschreiten, verschieben, neu ausloten kann“, lautet die Antwort von Kneisel. Kurz: „Die hohe Schule der Fotokunst bedeutet: Vorgefundenes oder Arrangiertes zu durchschauen, leidenschaftlich und/oder kühl kalkulierend zu erfassen, kongenial mit bestem Wissen festzuhalten...“

Sie hat schon jetzt ihr Publikum gefunden, die Fotoschau in der Kunsthalle

Sie hat schon jetzt ihr Publikum gefunden, die Fotoschau in der Kunsthalle.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Die künstlerische Wirkung verstärkt auch das eingesetzte Bildträgermaterial erheblich. Das gute alte Fotopapier wird in der Ausstellung in allen verfügbaren Qualitäten, mit und ohne Rahmen, pur oder unter Glas, genauso genutzt wie Leinwände, Holz, Metall, Kunststoff, Forex. Wirklich jeder Künstler hat sich spezifische Materialien für seine Fotokompositionen ausgewählt. Ein Foto auf Leinwand gedruckt, wie beispielsweise „Wattenmeer“ von Susanne Fuchs, hat eine ganz andere Anmutung und Aura als das benachbarte, auf Forex gezogene Bild, erläutert Kneisel.

Info: Die Ausstellung „Im Fokus – Brandenburger Fototage“ in der Brennabor-Kunsthalle in der Geschwister-Scholl-Straße 10-13 ist bis zum 9. Juni geöffnet und zwar mittwochs bis sonntags von 13 bis 18 Uhr.

Von Ann Brünink

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