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Frank Mothes macht das Blaulicht an

Feuerwehrhotel ist wieder da Frank Mothes macht das Blaulicht an

Feuerwehrhotel – Da war doch mal was? Zwei Jahre blieb das 28-Zimmer-Haus in der Göttiner Landstraße geschlossen. Jetzt kehrt Hotelier Frank Mothes auf den Markt zurück. Schrittweise haucht der Brandenburger der fast vergessenen Herberge mit dem Charme eines Spritzenhauses neues Leben ein. Doch nicht nur Brandschützer sind willkommen.

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Frank Mothes haucht seinem vor zwei Jahren geschlossenen Feuerwehrhotel wieder Leben ein.

Quelle: J. Steiner

Brandenburg/H. Der Tresen wird zur Saugstelle deklariert. Im Frühstücksraum sind Strahlrohre auf die Gäste gerichtet. Und der Hausherr holt schon mal die blaue Uniform eines DDR-Oberlöschmeisters aus dem Schrank. Frank Mothes (63) ist wieder da. Der Brandenburger gehört zu den Urgesteinen der Vor- und Nachwendegastronomie (Bollmann-Eck). Zwei Jahre war das Feuerwehrhotel in der Göttiner Landstraße geschlossen. Nach einem familiären Tiefschlag und gesundheitlichen Problemen kehrt Mothes mit seinem 28-Zimmer-Haus auf den Markt zurück.

Augenscheinlich wieder fit, freut sich der Hotelier auf neue Gäste und schöne Gespräche. Warum er sich in seinem Alter ein Comeback antue, sei er oft gefragt worden, als die Pläne die Runde machten. Ein Leben im Strandkorb würde ihn langweilen, ist Mothes überzeugt, der schon die Prinzen, Jimmy Kelly und Roland Kaiser unter seinem Dach begrüßen durfte. Auftrieb gibt ihn auch die Klärung der Eigentumsverhältnisse über die auf zwei Grundstücke verteilte Immobilie. Schon 2007 hatte er die Führung des Hauses an seine beiden Töchter abgegeben. 2015 war Schluss. Inzwischen ist Mothes alleiniger Inhaber des Hotels. „Ich kann noch mal neu starten. Außerdem verträgt Brandenburg gut und gerne noch einige Bettenkapazitäten. Das alles macht mir Mut für die Zukunft“, meint der Hotelier.

Suite mit Bett für den Feuerwehrnachwuchs

Suite mit Bett für den Feuerwehrnachwuchs.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Für das Feuerwehrhotel, das seit 2005 diesen Namen trägt, ist eine schrittweise Reaktivierung vorgesehen. Bereits aufgenommen wurde der Betrieb im separat gelegenen Gästehaus. In dem 1993/94 errichteten Hauptgebäude werden die Renovierungsarbeiten in den Zimmern noch bis zum nächsten Jahr andauern. Möglich sind ab sofort wieder Feierlichkeiten aller Art im Gastronomiebereich.

Einen klassischen Restaurantbetrieb mit festen Öffnungszeiten mag Mothes allerdings nicht mehr einrichten. „Wer mit den Hausgästen speisen will, kann das gern tun. Allerdings ohne große Karte. Der Aufwand in der Küche wäre zu groß“, so der Hotelier, der wie die gesamte Branche händeringend nach Personal sucht. Rechte Hand für den Chef im Hotelbetrieb ist Mandy Wossack. Die Brandenburgerin hat bereits in früheren Jahren für das Feuerwehrhotel gearbeitet. Der Einbau eines neuen Heizsystems für Heizung und Warmwasser steht für den Inhaber ganz oben auf Zukunftsliste.

Ab sofort kann im Gastraum wieder gefeiert werden

Ab sofort kann im Gastraum wieder gefeiert werden. Ein klassischer Restaurantbetrieb ist allerdings nicht mehr geplant.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Dass Mothes eine Vorliebe für die Brandschützer hat, lässt der Name und die Ausstattung des Hotels erahnen. Wo schmückt sonst noch eine Karrenspritze von 1889 eine Fensterfront, liegen Servietten mit Feuerwehrmotiven auf den Gedecken und werden Wände mit ledernen Schutzhelmen von 1915 dekoriert? Vieles hatte einst der Feuerwehrhistoriker Helmut Friedrich aus Schenkenberg zusammengetragen, der es Mothes vermachte.

Ernsthaft gebraucht hat der Hotelier die Feuerwehr zum Glück noch nie. Doch die Kameraden kommen dafür gern in ihrer Freizeit. „Schön, dass du wieder aufmachst“, hörte er von vielen Uniformierten bei der jüngsten Jubiläumsfeier der Brandenburger Feuerwehren im Stahlpalast. Das Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Brandenburg will an alte Zeiten anknüpfen, als Brandschutztruppen aus ganz Deutschland sein Haus beehrten.

 

Von Frank Bürstenbinder

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