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Brandenburg/Havel Franz Müntefering: „Keine Angst vor dem Alter“
Lokales Brandenburg/Havel Franz Müntefering: „Keine Angst vor dem Alter“
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17:30 27.11.2018
Zum Thema „Älter werden in unserer Zeit“ diskutierten Manja Schüle, Simon Vaut, Franz Müntefering und Hartmut Jäckel (von links). Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

„Früher galt der Spruch: Älter wirst du von allein“, leitete Franz Müntefering (SPD) seinen Diskussionsbeitrag im Pauli-kloster ein. „Diese angebliche Selbstverständlichkeit stimmte allerdings schon damals nicht und gilt heutzutage erst recht nicht“, rückte der ehemalige Bundesminister und heutige Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes den ausgedienten Spruch zurecht.

Etwa 100 Zuhörer interessierten sich in einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierten Diskussion zum Thema „Älter werden in unserer Zeit“ für die Meinungen der Expertenrunde. Neben Müntefering saßen die Bundestagsabgeordnete Manja Schüle (SPD) und Hartmut Jäckel, Koordinator der Pallitaiv-Pflege bei der Jedermann-Gruppe, auf dem Podium. Moderiert wurde die Diskussion von Simon Vaut (SPD).

Aufbau eines Netzwerks

„Jeder muss sich um die eigene Vorsorge für das Alter kümmern, nicht nur mit der Patienten- und Vorsorgevollmachten, die natürlich sehr wichtig sind“, sagte Müntefering. In den Mittelpunkt sollte vor allem auch der Aufbau eines Netzwerks rücken, mit dessen Hilfe es sich im Alter besser leben lässt. „Wir durchlaufen einen gesellschaftlichen Wandel, die Menschen werden älter, die geburtenstarken Jahrgänge gehen langsam in Rente und den engen Familienverband aus vergangener Zeit, als mehrere Generationen unter einem Dach lebten, gibt es nicht mehr.“

Wenn sich dann die Alterserscheinungen einstellen, schwere Krankheiten bis zur Pflegebedürftigkeit dazukommen oder gar der Tod des Lebenspartners, wird es oft schwierig. „Zur Beruhigung sei aber auch gesagt, dass einiges Angstmacherei ist und längst nicht alle Menschen Pflege brauchen“, meinte Müntefering. „Studien sagen, dass 80 Prozent der heutigen 80-Jährigen ihren Alltag allein bewältigen können.“

Staat, Kommunen und jeder Einzelne

Um diese Zahl noch zu steigern, müssten verschiedene Ansatzpunkte ausgebaut werden. Staat, Kommunen und jeder Einzelne sollten dazu beitragen. Eine gute ärztliche Versorgung in jeder Region Deutschlands gehöre genauso dazu wie mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in den Wohnungen oder das Schaffen von sozialen Anlaufpunkten, die alte Menschen vor Isolation bewahren.

Konsens über mehr gesellschaftliches Engagement herrschte auch im Publikum. Die Frage nach fehlenden Pflegekräften und den Gründen dafür, wurden auch thematisiert. Manja Schüle machte in nur einem Satz deutlich, wie dringend gehandelt werden müsse, da allein im Land Brandenburg 133.000 Menschen Pflege bräuchten. „Die Schulabgänger eines kompletten Zehnte-Klasse-Jahrgangs müssten in Pflegeberufen ausgebildet werden, um den derzeitigen Mangel an Personal auch nur auszugleichen.“

Pflegeberuf attraktiver machen

Um mehr Leute für den Pflegeberuf zu gewinnen, müsse an besserer Bezahlung, einer guten Ausbildung und der stärkeren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gearbeitet werden, zählte Schüle auf. Erste Schritte würden mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz von der Bundesregierung gemacht.

„Der ambulante Bereich der Pflege sollte allerdings nicht aus den Augen verloren werden, denn die meisten Menschen wünschen sich eine Unterstützung zu Hause“, sagte Hartmut Jäckel aus eigener Praxiserfahrung. Auch die Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger durch finanzielle Mittel oder in der Rentenversicherung müsse künftig stärker in den Fokus rücken, fanden Publikum und Diskutanten.

Von Christine Lummert

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