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Frau klaut Laminat – und darf jetzt doch zahlen

Amtsgericht verhängt Geldstrafe Frau klaut Laminat – und darf jetzt doch zahlen

Das Laminat in ihrer Brandenburger Wohnung gefiel Jacqueline T. (25) so gut, dass sie es von den Vormietern übernehmen wollte. Doch bezahlen konnte sie die vereinbarten 160 Euro nicht. Ihr Vermieter streckte das Geld vor, doch die junge Frau zahlte nicht. Stattdessen baute sie bei ihrem Auszug den Fußboden aus und nahm in mit. Das Amtsgericht verhängte eine Geldstrafe.

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Laminat ist ein beliebter Werkstoff.

Quelle: Archiv

Brandenburg/H. Das Laminat in ihrer Brandenburger Altstadt-Wohnung gefiel Jacqueline T. (25) so gut, dass sie es von den Vormietern übernehmen wollte. Doch bezahlen konnte sie die vereinbarten 160 Euro nicht. Ihr Vermieter streckte das Geld vor, die junge Frau sollte das Laminat in Raten bezahlen. Das tat sie nicht. Stattdessen baute sie den Fußboden aus, als die die Wohnung aufgab. Das Amtsgericht Brandenburg bestrafte sie wegen Diebstahls.

Vor knapp zwei Jahren mietete die aus Rathenow stammende Jacqueline T. eine Wohnung der Wohnungsbaugenossenschaft Neuer Weg in der Fouquéstraße. Sie trat sehr freundlich auf, auch deshalb fand sich der Vermieter bereit, das Geld für den Laminatfußboden vorzustrecken, den die Vormieterin sonst mitgenommen hätte. 160 Euro Abstand dafür sollte die neue Mieterin in den folgenden Monaten in 50-Eruo-Raten abstottern.

Doch mit ihren Einkünften von 600 Euro im Monat, die sie stundenweise in ihrem Job als Kellnerin verdient, war sie damit offenbar überfordert, zumal sie weitere Schulden hat und monatlich noch gut 100 Euro Unterhalt für ihr Kind aufbringen muss, das bei Pflegeeltern lebt. Da half es auch nichts, dass das Jobcenter ihre Wohnungsmiete übernommen hatte.

Womöglich überblickte sie nicht, dass sie mit den wenigen Zahlungen, die sie leistete, gar nicht den Fußboden abzahlte, sondern nur einen Teil des Eintrittsgeldes in die Genossenschaft und des Genossenschaftsanteiles. Sie fühlte sich behelligt und belästigt, als wegen ausbleibender Raten plötzlich Inkassodienst-Männer an ihrer Tür klingelten, weil sich die Schulden beim Vermieter auf knapp 1100 Euro addiert hatten.

Im Oktober 2015 wählte Jacqueline T. eine unrechtmäßige Lösung für ihr Problem. Sie zog aus der Wohnung aus und nahm den größten Teil des unbezahlten Laminatfußbodens einfach mit. In der Gerichtsverhandlung versicherte die Kellnerin, dass sie nicht gestohlen habe. Geld, das sie den Genossenschaft gezahlt habe, sei doch für das Laminat gewesen.

Richterin Ellen Hofmann war von den Erklärungen nicht überzeugt, zumal die Angeklagte keine entlastenden Quittungen vorweisen konnte. Jacqueline T. ist kein unbeschriebenes Blatt, sie ist 14 Mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, hat gestohlen, betrogen unterschlagen und zugeschlagen.

Weil das letzte Delikt schon sechs Jahre zurückliegt, sah das Amtsgericht Brandenburg von einer Haftstrafe ab. Die junge Frau soll 2400 Euro Strafe zahlen, 600 Euro weniger als der Staatsanwalt gefordert hat. Was im Weiteren mit dem Fußboden geschah, spielte in dem Strafprozess keine Rolle.

Von Jürgen Lauterbach

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