Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Frau verprügelt: Schläger muss ins Gefängnis
Lokales Brandenburg/Havel Frau verprügelt: Schläger muss ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:52 27.02.2018
Yama F. muss laut Richterspruch viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Foto entstand am Rande eines früheren Prozesses. Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Brandenburg/H

Der Asylbewerber aus Brandenburg/Havel, der seiner früheren Partnerin den Kiefer ruiniert und etliche weitere Straftaten begangen hat, muss ins Gefängnis. Yama F. (38) ist nach Überzeugung der 3. Strafkammer des Landgerichts Potsdam voll schuldfähig. Daher muss er nach dem Urteilsspruch für viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

Schon 1990 kommt der in Kabul geborene Junge nach Deutschland, behält aber die afghanische Staatsbürgerschaft. Seit 2002 steht er wiederholt vor Gericht. Vor knapp zehn Jahren wird Yama F. zu einer mehr als dreijährigen Haftstrafe verurteilt, weil er seine damalige Partnerin erheblich verletzt hat. Besonders fies: Er drückte eine Kippe auf ihrem Rücken aus.

Rechtskräftiger Ausreisebeschluss bisher nicht vollzogen

Keineswegs besser ergeht es viele Jahre später Andrea K. (Name geändert) aus Brandenburg an der Havel. Der in Hamburg aufgewachsene Mann lernt sie im Januar 2016 in einer Diskothek kennen. Yama F. ist zu dem Zeitpunkt schon längst, nämlich seit Dezember 2006, ausreisepflichtig. Die gerichtliche Entscheidung ist rechtskräftig, aber nicht vollzogen.

Seine Abschiebung ins afghanische Heimatland verhindert der Straftäter, indem er im Juni 2015 einen Asylantrag stellt. So landet er über Eisenhüttenstadt in Brandenburg/Havel. Am Abends ihres Kennenlernens zieht er gleich bei Andrea K. ein, die im aktuellen Verfahren die wichtigste Zeugin ist. Denn seine Gewalt hat vor allem die inzwischen 37 Jahre alte Frau getroffen.

Angeklagter droht, seinem Opfer den Kopf abzuschneiden

Die Zeugin schildert dem Gericht, was sie durchgemacht hat an Torturen. Einiges davon findet sich in der Anklage wieder. Etwa seine Drohung, ihr den Kopf abzuschneiden und sie mit Säure zu überschütten. Yama F. ist offenkundig hochgradig eifersüchtig.

Andrea K. erzählt, wie er sie stets eingeengt hat, sie auf der Straße auf den Boden schauen, sich ein Tuch über den Po binden, den Ausschnitt bedecken und eine Sonnenbrille tragen musste. Andere Männer darf sie weder ansehen noch ansprechen.

Hält sie sich nicht an seine Regeln, schlägt er zu. „Schläge waren für sie an der Tagesordnung“, stellt der vorsitzende Richter Olaf Schumacher in seiner Urteilsbegründung fest.

Brutale Schläge ins Gesicht – Kiefer schwer verletzt

Die brutalste Attacke trifft Andrea K. im Frühjahr, als er ihr mehrmals ins Gesicht schlägt, so dass ihr Unterkiefer bricht und zweimal operiert wird. Seither sind ihre Zähne schief, kann sie keine Äpfel mehr schmerzfrei essen. Der Grund der Brutalität.: Sie habe einen Mann auf der Rolltreppe falsch angeguckt.

Die Brandenburger bleibt bei ihrem Peiniger, dem sie nach eigenem Bekunden hörig war. Sie erträgt noch monatelang weitere Schläge, unter anderem in einer Diskothek in Potsdam, wo Yama F. zudem einen Türsteher mit Worten und einem Springmesser bedroht.

Nach seiner Festnahme bleibt er gewalttätig, greift nach Überzeugung des Gerichts Justizbeamte im Gefängnis an, beleidigt sie und beißt einen von ihnen in den Ringfinger und Unterarm.

Die Zeugin ist nach Auffassung des Gerichts kein „Racheengel“

Die Richter sind von der Schuldfähigkeit und Schuld des Yama F. nach dem medizinischen Gutachten überzeugt. Die Zeugin halten sie nicht für einen „Rachenegel“, sondern für glaubwürdig, auch wenn sie sich angesichts der Vielzahl von Schlägen zeitlich nicht mehr genau an jeden einzelnen erinnert.

Insbesondere folgt die Strafkammer den Ausführungen von Yama F.’s Verteidigerinnen nicht, die ihrem Mandanten zugute halten, dass er aufgrund seiner Herkunft andere Wertvorstellungen habe, auch zur Rolle der Frau. Richter Schumacher: „Er lebt schon lange in Deutschland und weiß um die Gleichberechtigung. Das kann man nicht relativieren.“

Revision ist möglich

Statt wie bisher in der Gerichtspsychiatrie soll der verurteilte Gewalttäter die nächste Zeit im Gefängnis verbringen. Er kann gegen das Urteil, das nach neun Prozesstagen ergeht, Revision einlegen.

Der Asylantrag von 2015 wurde im November 2017 abgelehnt. Dagegen hat der Mann Rechtsmittel eingelegt.

Von Jürgen Lauterbach

Am Mittwoch, wenn der Wahlausschuss die Rechtmäßigkeit der OB-Wahl beurkundet, ist Steffen Scheller Oberbürgermeister der Stadt. Was er sich vorgenommen und wie er sich jetzt fühlt, erzählt der 48-Jährige bei seinem ersten Gespräch mit der MAZ in seinem neuen Büro.

27.02.2018

Knackekalt ist es in und um Brandenburg an der Havel. Die Sonne sorgt für zauberhafte Schauspiele. Wohl dem, der dies genießen kann. Das eiskaltklare Wetter soll noch ein paar Tage anhalten. Bis zum Sonntag.

27.02.2018

Radfahrer lieben den „Bunten Dörferweg“ zwischen Gollwitz und Wusterwitz (Potsdam-Mittelmark). Doch die landwirtschaftliche Trasse hat ihre Tücken. Vermehrter Pkw-Verkehr beschädigt den Zwischenraum der beiden Betonfahrspuren. Die Löcher in der Mitte werden zur Falle für Radler.

27.02.2018
Anzeige