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Brandenburg/Havel Frauenhaus: Unterfinanziert und überbelegt
Lokales Brandenburg/Havel Frauenhaus: Unterfinanziert und überbelegt
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18:44 10.10.2018
Die Abgeordnete Anke Domscheit-Berg Quelle: Tanja Marotzke
Brandenburg/H

Anke Domscheit-Berg (parteilos), die für die Linke den Brandenburger Wahlkreis im Bundestag vertritt, schlägt Alarm. Das Brandenburger Frauenhaus sei heillos überbelegt und unterfinanziert, klagt die gebürtige Premnitzerin nach einem Besuch in der Einrichtung.

Das geschützte Haus ist gegenwärtig mit 20 Personen auf 16 Plätzen belegt. Vor allem durch die hohe Zahl von neun aufgenommener Kindern komme es zu Platzproblemen vor Ort. Es fehlen Betten. Das Frauenhaus versteht sich als Einrichtung, die Frauen und Kindern Platz bietet, die von ihrem Ehemann, Freund, Partner, Bruder oder Vater gedemütigt, geschlagen, bedroht, sexuell missbraucht oder gar vergewaltigt werden.

Überforderte Helferinnen

Ein Problem für das engagierte Team der Helfer: Eine finanzielle Vergütung für die Einrichtung erfolgt von Seiten der Stadt und dem Landkreis nur für die 16 vorgesehenen Plätze. „Aber die Helfer können doch Frauen mit ihren Kindern nicht vor der Tür abweisen. Das müssen Stadt und Landkreis bezahlen“, sagt Domscheit-Berg und wird deshalb in naher Zukunft den Kontakt zu den Sozialverwaltungen in Stadt und Landkreis suchen.

„Aber vor allem mehr Anerkennung für ihre Arbeit“ hätten die Mitarbeiterinnen, die sich im Bereitschaftsdienst rund um die Uhr für Frauen in Notsituation als erste Anlaufstelle zur Verfügung stellen verdient, so die MdB weiter. Da der Standort des Frauenhauses aus Angst vor Gewalt der Männer geheim gehalten wird, passieren die Hilfen meist auch nicht öffentlich: „In Frauenhäusern wird eine so wichtige Arbeit geleistet, und das stets im Verborgenen. Das verdient unser aller Respekt.“

Ständig angespannte Situation

War die Situation im Frauenhaus seit jeher angespannt, hat sie sich durch die Flüchtlingskrise noch verschärft. Erst in Deutschland erfahren viele Frauen, dass sie die gleichen Rechte wie Männer haben und sich nicht schlagen lassen müssen. Etwa die Hälfte der im Brandenburger Frauenhaus einquartierten Frauen seien gegenwärtig von Gewalt bedrohte Ausländerinnen, erzählt Anke Domscheit- Berg. Diese Frauen hätten häufig nichts als die Kleider, die sie tragen. Sie zu unterstützen bringe das Frauenhausteam nicht allein wegen der Sprachbarrieren an die Grenzen.

Ein weiteres Problem sei die Überwachung und Verfolgung der Zuflucht suchenden Frauen durch ihren digitalen Fußabdruck. Oft hätten Männer Spionage-Apps auf den Handys ihrer Frauen oder Kinder installiert, so dass die Peiniger ihren Opfern immer wieder folgen. Selbst die Polizei könne hier bisher nicht helfen, weil ihnen die forensischen Hilfsmittel fehlen. Hier müsse die Polizei aufrüsten, ist die Bundestagsabgeordnete überzeugt.

Von Benno Rougk

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