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Brandenburg/Havel Junge Leute starten ins Berufsleben: 22 neue Industriemechaniker freigesprochen
Lokales Brandenburg/Havel Junge Leute starten ins Berufsleben: 22 neue Industriemechaniker freigesprochen
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16:20 28.02.2019
Spema Geschäftsführer Georg Wolter gratuliert den neuen Industriemechanikern zu ihrem Abschluss. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Im Publikum saßen die stolzen Eltern und Freunde zusammen mit den zufriedenen Lehrern und Ausbildern. Auf der Bühne im Alten Pumpenhaus in Kirchmöser nahmen 22 neue Industriemechaniker die Abschlusszeugnisse nach erfolgreicher Ausbildung entgegen. An der Organisation der Veranstaltung war wie immer die Berufsorientierte Schule (BOS) Kirchmöser beteiligt.

22 Industriemechniker durften nach erfolgreicher Lehre ihren Gesellenbrief entgegennehmen. Ein Teil ihrer Ausbildung absolvierten sie bei der Spezialmaschinen- und Ausbildungs GmbH in Kirchmöser.

Georg Wolter und Hanjo Sawitzki, die Geschäftsführer der Spezialmaschinenbau und Ausbildungs GmbH (Spema), bei der die neuen Gesellen einen Teil ihrer Lehre absolvierten, freuten sich zudem über eine Premiere in der 20-jährigen Firmengeschichte.

„Zum ersten Mal konnten gleich sieben Azubis die normalerweise dreieinhalb Jahre dauernde Ausbildung erfolgreich vorzeitig beenden“, sagte Wolter. Den sieben Vorreitern folgten nach bestandener Prüfung ein halbes Jahr später jetzt die 15 übrigen Azubis, die 2015 zusammen ihre Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen hatten. Für alle geht es nahtlos weiter, für die meisten in ihren Ausbildungsbetrieben wie dem Brandenburger Elektrostahlwerk, bei Voestalpine, der Gleisbaumechanik, Schlote oder der Havelländischen Eisenbahn.

Jobsicherheit sorgt für größere Motivation

Dass so viele sich einer vorgezogenen Prüfung stellten, liegt vor allem an der größeren Sicherheit in ihren Betrieben. „Sie wissen, dass sie in eine Festanstellung übernommen werden und gehen dann die ganze Ausbildung mit noch größerer Motivation an“, waren sich die Spema-Geschäftsführer einig.

Das war in der Vergangenheit nicht immer so. „Es gab Zeiten, in denen verschiedene Betriebe in der Stadt gar nicht mehr ausgebildet haben“ erinnerte sich auch die Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU), die seit ihrer Zeit als Brandenburger Oberbürgermeisterin die Freisprechungen in Kirchmöser begleitet.

Neben der heutigen Bundestagsabgeordneten war Georg Wolter für die Festrede zuständig und nahm die Ex-Azubis in seiner Rückschau noch einmal ein bisschen aufs Korn. Ganz zum Anfang sei es um die Grundlagenvermittlung gegangen und zwar in jedem Lebensbereich. „Gute zwei Monate hat es gedauert bis jeder die Zähne für eine ordentliche Begrüßung und Verabschiedung auseinander bekommen hat“, erinnerte sich Wolter. „Wo im Job Kundenkontakt gefragt ist, kann das jeder gut gebrauchen.“

Schulische Grundlagen bleiben wichtig

An einigen schulischen Grundlagen mussten manche ebenfalls noch einmal intensiv arbeiten. Dass Kreisberechnung und der Satz des Pythagoras auch zwischen Feilen, Hydraulik und Pneumatik wichtig bleiben, setzte sich schließlich doch als Erkenntnis durch. „Jetzt habt ihr die Ausbildung zwar erfolgreich abgeschlossen, aber setzt euch in allen Lebensbereichen weiterhin Ziele, um erfolgreich durchs Leben zu gehen“, forderte Wolter die neuen Gesellen auf.

Ganz nebenbei sollen sie zudem ein bisschen Werbung für ihre Ausbildung machen. „Nicht jeder muss gleich studieren gehen. Das geht nach einer erfolgreichen Ausbildung immer noch“, sagte Hanjo Sawitzki. Trotzdem wird es immer schwerer, Jugendliche für die Ausbildung als Industriemechaniker zu gewinnen. „Wir haben immer noch offene Stellen in der Spema und suchen fast händeringend Bewerber.“

Vom Industriemechaniker zum Feuerwehrmann

Dietlind Tiemann hoffte vor allem, dass möglichst viele der erfolgreichen Azubis ihren Berufen und der Region treu bleiben. Das klappt nicht bei allen. Franziska Plöse und Jessica Wieland, die bei der Havelländischen Eisenbahn zu Industriemechanikerinnen ausgebildet wurden, denken schon weiter. Beide haben eine Ausbildung zur Lokführerin angefangen.

Der 20-jährige Nico Niemann aus Kirchmöser, der seine Ausbildung bei der Gleisbaumechanik in seinem Heimatort gemacht hat, erfüllt sich ebenfalls einen Traum. „Ich bin schon lange bei der Freiwilligen Feuerwehr und habe mich jetzt erfolgreich bei der Brandenburger Berufsfeuerwehr beworben.“

Dafür steht noch einmal eine einjährige Ausbildung zum Brandmeister an. „Und daran anschließend immer wieder Fortbildungen“, sagte Niemann, der allerdings auch gerne seiner Freiwilligen Feuerwehr in Kirchmöser treu bleiben möchte.

Von Christine Lummert

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