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Brandenburg/Havel Freizeitkapitäne lieben Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Freizeitkapitäne lieben Brandenburg
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21:07 29.08.2016
Anlegen auf Acapulco auf dem Beetzssee: Motorboote, Wander-Ruderachter und Segler an einem Fleck. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Brandenburg/H

Mit dem Boot oder Schiff lässt sich die Stadt Brandenburg beinahe besser erreichen als mit dem Auto oder anderen Verkehrsmitteln: Mittlerweile gibt es allein in der weiteren Innenstadt 16 Marinas und Anleger, noch einmal genau so viel gibt es in Plaue/Kirchmöser sowie an der Beetzseekette. Hinzu kommen noch an Havel, Silo- und Stadtkanal sowie Niederhavel und Seitenarmen zwölf Wasserwanderrastplätze und Minianleger sowie Biwakplätze für Paddler und Ruderer. An Beetz- und Riewendsee sowie den Strengs (Kanalverbindungen) sind es weitere fünf Plätze für die muskelbetriebenen Boote, an den sechs Seen um Plaue/Kirchmöser gibt es auch sechs Anleger für die Freizeitsportler.

Das ist eine super Grundausstattung, auf welcher sich aufbauen lässt. Zumal es ja weiteren Service an den verschiedenen Orten gibt. So sind derzeit zwei Wassertankstellen in Betrieb (Schoners Wehr, Stadtmarina), es gibt neun Anbieter, bei denen man Boote chartern kann, selbst Segelboote sind im Verleihangebot (Alte Feuerwache, Bootsmanufaktur). Rund um Beetzsee und westliche Seenplatte sind es gar elf Anbieter, selbst auf zwei Campingplätzen (Ferienpark Plauer See, Malge Marina und Camping) gibt es Charterangebote.

Heribert Haupt und seine Lebensgefährtin Ulrike aus Coesfeld im Münsterland sind schon seit zehn Jahren zu Gast an der Marina Schoners Wehr mit ihrem Boot. Sie lieben die schöne Wasserlandschaft rund um Brandenburg an der Havel. Quelle: Maloszyk

Der größere Verkehr auf den Wasserstraßen spült auch Geld in die Region, nicht nur in die Kassen der Marina- und Verleihbetreiber. So geben Charterkunden zusätzlich im Durchschnitt 26 Euro am Tag aus, bei den Miet-Kanuten sind es 22 Euro. Die Tourismusexperten um Alexander Schuler, welcher ein neues Konzept für die Stadt geschrieben hat, haben auch unter den Anlagenbetreibern eine Befragung angestellt. „Diese ergab, dass die Liegeplätze im Sommer zu 76 und in der Nebensaison zu 44 Prozent ausgelastet sind“, sagt Schuler. Damit liege die Stadt im Mittelfeld – auf den Potsdamer Gewässern liege die Auslastung in der Hochsaison bei 93 Prozent, auf den Ruppiner Gewässern sind hingegen nur 65 Prozent der Liegeplätze belegt.

Das ist eine Erfahrung, die der Betreiber der größten Marina der Stadt – in Plaue – nicht unbedingt teilt. „Wir haben im Sommer mehr als 95 Prozent Auslastung. 100 Prozent haben wir nur nicht, weil wir immer ein paar Plätze für unsere Boote freihalten, die wir verkaufen“, sagt Marinabetrieber Thomas Brauckmann. Insgesamt könne man aber noch lange nicht von einer Überfüllung der Gewässer durch die Bootstouristen sprechen, „zum Vergleich sollte man sich die Reviere in den Niederlanden, in England oder teilweise in Frankreich einmal anschauen“.

Viel Arbeit in den Schleusen

Ausgewählte Kapazitäten von Marinas in Brandenburg:

Marina Brandenburg-Plaue 250 Plätze,

Havel Marin 120 Plätze,

Stadtmarina Brandenburg 65 Plätze

Schoners Wehr 50 Plätze

Ein Merkmal für den angestiegenen Schiffs- und Bootsverkehr sind die Passagen an der Vorstadt- und an der Sportbootschleuse: Waren es 2010 noch 20.426 Sportboote, stieg die Zahl der Passagen bis 2014 auf 21.970.

Im Buga-Jahr 2015 gab es den Sprung auf 24.709 Sportboote.

Bei den Fahrgastschiffen gab es eher einen Abwärtstrend: Von 401 im Jahr 2010 sank die Zahl im Buga-Jahr auf 372, hat Schifffahrtspolizist Olaf Sill vom WSA protokolliert.

Dennoch stehen die beiden Schleusen in der Stadt unter den 79 Schleusen landesweit im besten Fünftel bei den Passagen-Zahlen.

Das deckt sich mit dem Eindruck der meisten Brandenburger: Nur zwei Prozent der Menschen halten die Potsdamer und Brandenburger für überlastet, 19 Prozent halten sie für teilweise überlastet, aber 62 Prozent für normal belastet.

Um beim Thema Wassertourismus weiter punkten zu können, empfehlen die Tourismusprofis eine ganze Liste von Maßnahmen. Das beginnt mit solch einfachen Dingen wie einer einheitlichen wasserseitigen Ausschilderung der befahrbaren Gewässer. Da gab es vor knapp zehn Jahren schon einmal den Versuch, stadtweit das System der „Gelben Welle“ zu installieren, doch sollte das Hinweis und Ausschilderungssystem auch landesweit einheitlich sein, wie es beispielsweise die Lokale Aktionsgruppe Oderland empfiehlt. In Plaue und Kirchmöser sollte die Wasserfront noch attraktiver werden durch bessere Zugänglichkeit, Erschließung und das Einbinden des Schlosses in Plaue. Weitere Anleger neben dem an der Oberhavel/Dominsel sollten ertüchtigt werden, damit Flusskreuzfahrtschiffe wie festmachen können – zuvor müsste man die Stadt bei entsprechenden Anbietern erst einmal bekannt machen.

Es sollten auch mehr Anleger für die Bedürfnisse der Kanufahrer und Ruderer angepasst werden. Das beginnt bei den während des Ein- und Aussteigens zu überwindenden Höhen und reicht bis hin zu Kanuaufbewahrungsmöglichkeiten bei den Anleger-Betreibern oder zu Kanuboxen im öffentlichen Raum. Zwar machen die „Selbstfahrer“ nur gut zehn Prozent gegenüber den knapp 90 Prozent Motor- und Segelbootfahrern aus, doch schlummert hier noch unerschlossenes Potential.

Von André Wirsing

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