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Brandenburg/Havel Fremde Weihnachtsbräuche: Hexe verteilt Geschenke in Fouqué-Bibliothek
Lokales Brandenburg/Havel Fremde Weihnachtsbräuche: Hexe verteilt Geschenke in Fouqué-Bibliothek
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16:39 05.12.2018
Kostümiert: Jane Fanselow erklärt den Kindern, wie Weihnachten in Italien gefeiert wird. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Bereits jetzt freuen sich die Kinder hierzulande auf den 24. Dezember, wenn der Weihnachtsmann wieder Geschenke unter die heimischen Weihnachtsbäume legt. Doch ist dies überall auf der Welt so Brauch?

Dieser Frage widmet sich jährlich die Fouqué-Bibliothek auf dem Altstädtischen Markt in Brandenburg an der Havel. Dazu schlüpft Jane Fanselow, Leiterin der Kinderbibliothek, in die Rolle einer repräsentativen Weihnachtsfigur eines entsprechenden Landes und zeigt den Kindern, wie außerhalb Deutschlands das Weihnachtsfest begangen wird.

Einziges Kriterium: diese Figur darf nicht männlich sein. „Wir stellen den Kindern jedes Jahr ein Land von insgesamt fünf vor, in denen Frauen als Weihnachtsfiguren auftauchen“, sagt Jane Fanselow. „Das sind außer Italien noch Russland, Großbritannien, Norwegen und Schweden.“

Neben der Maxime, nur Frauen vorzustellen, sollen die Kindergruppen zusätzlich überschaubar bleiben. „Wir haben meistens nur eine Kita-Gruppe zu Gast“, sagt Fanselow. „Das ist viel gemütlicher in solch einem kleinen Kreis.“

Und so ging es am Dienstag für insgesamt 15 Kinder der Kita Sonnenschein nach Italien: Fanselow zeigte als Hexe La Befana verkleidet, dass dort genauso gut Frauen den Job des Weihnachtsmannes zum Fest der Liebe übernehmen können. Diese Hexe, so heißt es, wurde von den drei Königin Kaspar, Melchior und Balthasar gefragt, ob sie drei nicht auf dem Weg zum Christkind begleiten wolle, um an der Geschenkübergabe teil zu nehmen.

Befana musste absagen, da sie noch zu tun hatte, und machte sich später auf den Weg zu Maria, Josef und ihrem Neugeborenen. Da der Stern von Betlehem bereits erloschen war, welcher den drei Königen den Weg zur Krippe zeigte, irrte die Hexe umher, und beschenkte jedes Kind, das sie sah in der Hoffnung, eines davon sei das Jesuskind. Und so übergibt in Italien die Hexe Befana jedes Jahr am 6. Januar, dem Dreikönigstag, guten Kindern Süßigkeiten, und den bösen ein Stück Kohle.

Auch die Besuchergruppe der Kita Sonnenschein schien artig gewesen zu sein, denn Befana überreichte jedem Kind ebenfalls ein Geschenk zum Abschluss. „Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, vor allem die Hexe war toll“, sagt Julian Bodak. Der Fünfjährige sei zwar noch nie in Italien gewesen, aber die Bibliothek auf dem Altstädtischen Markt besuche er öfter.

„Wir sind regelmäßig in der Bibliothek zu Gast, das ist schon so etwas wie ein Ritual“, bestätigt auch Kita-Betreuerin Michaela Schleinitz. „Alle Mitarbeiter hier geben sich viel Mühe.“

Leiterin Jane Fanselow schlüpft in der Fouqué-Bibliothek noch einmal in die Rolle der Befana am 12. Dezember ab 10 Uhr, sowie am 13. und 14. Dezember ab jeweils 9:30 Uhr. Nächstes Jahr zu Weihnachten geht es nach Russland. Dann wird sich die Leiterin der Kinderbibliothek als Snegurotschga, der Begleiterin von Väterchen Frost, wieder viel Mühe geben, den Kindern der Havelstadt fremde Weihnachtsbräuche näher zu bringen.

Von Tobias Wagner

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