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Brandenburg/Havel Freude am Malen – Im Atelier von Marion Manteufel
Lokales Brandenburg/Havel Freude am Malen – Im Atelier von Marion Manteufel
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22:58 21.02.2018
Im Atelier von Marion Manteufel, Künstlerin Brandenburg an der Havel Quelle: Ina Schidlowski
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Brandenburg/H

Ich male mir nicht die Welt schön“, entgegnet Marion Manteufel den kritischen Betrachtern ihrer Bilder. Die romantischen Stimmungen in ihren Landschaftsmotiven mit verträumten Sonnen- und Monddarstellungen, die weichen, zarten Farbverläufe, die Spiegelungen und oft verwendeten freundlichen Farben legen eine derartige Sichtweise jedoch nahe.

Sie lacht und gibt zu: „Wenn ich versuche rebellisch zu sein, wird es am Ende doch wieder schön.“ Sich die Welt schön malen, das könne sie schließlich gar nicht. „Die Welt ist, wie sie ist, ich bleibe da schon realistisch, aber meine Kunst soll schön sein.“

Zur Erklärung greift sie zu ihrem Lebenslauf und liest vor: „Meine Motive finde ich in der Natur. In stimmungsvollen Landschaftsbildern, möchte ich das, was ich wahrnehme poetisieren, dem Betrachter ein Fest für die Augen schaffen.“

Verschiedene Ausstellungen

Marion Manteufel (55) ist in Brandenburg an der Havel geboren und aufgewachsen.

Seit dem Jahre 2014 malt die Autodidaktin in verschiedenen Maltechniken und am liebsten in der Nass-in-Nass-Öl-Malweise.

Ausstellungen (eine Auswahl): Seit August 2015 Dauerausstellung in der Brandenburger Gaststätte „Crocodil“ in der Bollmannpassage in Brandenburg.

Beteiligung am Bildermarkt im Brandenburger Theater 2016 und 2017 und am Kunstmarkt Deutschland 2017 in Falkensee.

In diesem Jahr steuert Marion Manteufel einizelne Arbeiten bei zur Ausstellung „BurgerART – Vom Fastfood zur Genussexplosion“ in Dortmund im Februar 2018.

Darüber hinaus beteiligt sie sich an der „Art Expo International“ in Ingolstadt im September 2018.

Diesen künstlerischen Lebenslauf hat sie in den letzten drei Jahren oft gebraucht. Obwohl ihr neben der Arbeit als Systemadministratorin bei einer Verlagsgruppe in Potsdam nicht viel Zeit bleibt, hat sie viele Gelegenheiten genutzt, sich an Ausstellungen zu beteiligen. Denn in den vergangenen drei Jahren sind trotz der wenigen Zeit, die ihr für das Malen bleibt, mehr als 100 Werke entstanden.

Die 55-Jährige bezeichnet sich selbst als Brandenburger Göre. Sie ist in der Havelstadt geboren und aufgewachsen und liebt die Brandenburger Natur und das viele Wasser. Immer wieder finden sich deshalb auch heimatliche Motive und Landschaften in ihren Bildern. „Fritze Bollmann“ zum Beispiel oder „Abends an der Havel“, die Sankt Johanniskirche inklusive. „Ich male gerne Wasser mit all seinen Ausprägungen und Spiegelungen“, erzählt die Autodidaktin und deutet auf das Bild „Am alten Strom“, auf dem dies eindrucksvoll zu Tage tritt.

Nass-in-Nass-Öl-Malweise

Sie wird nicht müde, ein Bild nach dem anderen auszupacken und zu zeigen. Viele hängen an den Wänden ihrer Wohnung in der Bergstraße, doch das Platzangebot ist begrenzt und so hat sie die meisten Bilder gut verpackt. „Am liebsten würde ich nur malen“, sagt sie und erklärt, dass sie oft nachts arbeite und am liebsten in der Nass-in-Nass-Öl-Malweise. „Mit der Ölmalerei kann man die Farben zum Strahlen bringen.“

Eine Woche oder länger bereite sie sich gedanklich auf ein Bild vor, erläutert sie den Entstehungsprozess. Sie hat eine Idee oder benutzt ein Foto und geht dann an die technische Umsetzung, von einer freudigen Aufgeregtheit begleitet.

Der Anlass, mit dem Malen zu beginnen

Aber warum, bei so viel Malfreude, erst seit drei Jahren? „Meine schwerbehinderte Tochter ist vor drei Jahren an den Folgen ihrer Krankheit gestorben“, sagt Marion Manteufel und dass ihr die Malerei helfe, das zu verarbeiten. Am Anfang habe sie einfach einen Apfel in verschiedenen Techniken gemalt. Dann lacht sie und sagt: „Ja, alles begann mit einem Apfel“.

Ebenfalls eines ihrer ersten Bilder ist „Mein O-beiniger Kormoran“. Liebevoll und und in Gedanken versunken, betrachtet sie das Bild und man bekommt eine Vorstellung davon, wenn sie sagt: „Beim Malen tauche ich in eine neue Welt ein.“

Kunstlehrer Adolf Leicht

Als Marion Manteufel ihren früheren Kunstlehrer Adolf Leicht wiedertrifft und ihm ihre Bilder zeigt, ist der voll des Lobes und meint: „In dir steckt viel mehr.“ Ein Satz, der sie motiviert und voran treibt. „Ich würde mir gerne die Zeit nehmen und zum Beispiel Wochenendseminare besuchen“, sagt die wissbegierige Malerin, die noch viel lernen will. Ihre Aquarellmalerei, mit der sie sich seit einem Jahr beschäftigt, steckt noch in den Anfängen, aber diese Technik interessiert sie sehr.

Ihre Fans hat sie auf jeden Fall, denn die Kalender, die sie für dieses Jahr zusammengestellt und verkauft hat, „sind weg gegangen, wie warme Semmeln“, wie sie sagt. Deshalb gebe es auch schon den Plan für das kommende Jahr, einen Kalender mit Brandenburger Motiven zu gestalten.

Kontakte und Netzwerke

Ihre Kontakte und Netzwerke sucht sie sich vor allem über das Internet. So hat sie sich an einer Kunstaktion des Caféplus in Dortmunds Innenstadt beteiligt. „BurgerArt – Vom Fastfood zur Genussexplosion“ heißt die Ausstellung, an der sie mit dem Bild „Bubbleburger“ als eine von 20 Künstlern teilnimmt.

Ein Bild, Öl auf Leinwand, das in den freundlichsten Farben strahlt. Interessant ist dabei, dass ein weiteres existiert, das quasi eine Fortschreibung der Geschichte sein könnte. Was wird aus einem bunten, hübschen blubbrigen Seifenblasenburger?

Angler auf Brandenburger Gewässern

Marion Manteufel malt aber nicht nur mit dem Pinsel, auch Schwämme oder die eigenen Hände benutzt sie gerne. Deshalb mag sie vor allem das Foto mit ihren bunten Händen.

Gerne nimmt sie auch Malaufträge an. So hat sie für einen Freund ein Foto in Ölmalerei umgesetzt, das ihn als Angler auf Brandenburger Gewässern zeigt und auch für einen Buchverlag, der personalisierte Geschichten anbietet, ein Buchcover für den Kreuzfahrtkrimi „Todeskuss“ gestaltet.

Tarot-Karten mit Motiven aus dem 15. Jahrhundert

Und sie erzählt auch gleich von einem neuen Projekt, an dem sie sich beteiligt. Es geht um Tarot-Karten mit Motiven aus dem 15. Jahrhundert. Von diesem Visconti- Tarot erhält jeder Künstler, der sich beteiligt eine Spielkarte, die er modern interpretiert. Anschließend werden die Werke in einer Ausstellung zu sehen sein.

Marion Manteufel hält die Karte in der Hand und betrachtet das Motiv. Bisher hat sie vor allem Landschaften gemalt. Nun also einen Menschen. Eine neue Herausforderung. Sie freut sich darauf.

Von Ina Schidlowski

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