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Brandenburg/Havel Unkraut statt Highspeedkabel
Lokales Brandenburg/Havel Unkraut statt Highspeedkabel
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17:29 08.10.2018
Nach Bauarbeiten wachsen wilde Pflanzen auf der zugeschütteten Baustelle am Bollmann-Weg. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Drei Monate lang hat die beauftragte Baufirma im Fritze-Bollmann-Weg gebuddelt, um im Auftrag der Telekom Kabel für schnelles Internet zu verlegen. 40 Jahre lang lebt Klaus Steib direkt an der Ecke zur Straße „An der Regattastrecke“.

„Als ich 1978 eingezogen bin, gab es hier weder Trink- noch Abwasserleitungen, die kamen erst mit der Zeit. Danach folgten unzählige weitere Baustellen für Kabel Deutschland, für die Stadtwerke, für RFT, für die Deutsche Post, aber in solch einem schlimmen Zustand hat noch niemand die Baustelle verlassen“, beklagt der Anwohner.

Zwischenzeitlich war das Ehepaar Steib auch in den Urlaub gefahren, als sie zurückkamen, war sogar die Baustellenabsicherung in die Grube gefallen. Klaus Steib rief die Stadtverwaltung an, über Ordnungsamt und Verkehrsbehörde wurde durchgesetzt, dass die Baustelle wieder ordnungsgemäß gesichert war. „Und siehe da, eines Morgens, ganz unerwartet war die einstige Baugrube verfüllt und angesät. Wir bewässerten sie, in der Hoffnung, unseren grünen Rasenstreifen vor dem Grundstück wieder zu bekommen.“ Statt des erhofften Rasens wuchs an dieser Stelle wilde Gerste und afrikanischer Portulak. Das ist eigentlich eine sehr krautige Gemüsepflanze, bei uns zählt sie zum Unkraut, das sehr schwer zu bekämpfen ist, weil es Tausende Samen ausstreut, sich sehr schnell vermehrt und der fliegende Samen sich auch auf benachbarten Kulturflächen wie Rasen und Beeten ansiedelt.

„Da habe ich etwas gestochert und bemerkt, dass gar nicht mit einem Füllboden aus Muttererde das Bauloch gestopft war, sondern mit einem Gemisch aus Sand und Kieseln. Kein Wunder, dass darauf nur Unkraut gedeiht.“

Steib wendete sich ans Grünflächenamt und bekam keine zufriedenstellende Auskunft. Die MAZ hatte mehr Glück. Der Beigeordnete Michael Brandt (CDU) und Tiefbauverwalter Harald Radon machten sich im eigenen Haus schlau. „Für die Baumaßnahme haben die Deutsche Telekom GmbH und deren ausführende Firma die Genehmigung erhalten“, sagt Radon. Bauliche Maßnahmen Dritter im öffentlichen Verkehrsraum seien nach Paragraf 18 des Brandenburgischen Straßengesetzes generell genehmigungspflichtig. Die Genehmigungen enthalten Auflagen, je nach Möglichkeiten wird auch während der Bauphase schon konmtrolliert. Bei sichtbaren Mängeln während der Ausführung wird darauf hingewiesen oder es werden zusätzliche Auflagen erteilt. „Nach Fertigstellung der Maßnahme ist zur Abnahme einzuladen. Werden dabei Mängel festgestellt, sind diese innerhalb einer Frist abzustellen. Dabei sind die Oberflächen wieder herzustellen, wie vor der Baumaßnahme vorgefunden.“

Erst nach Abnahme ohne Mängel geht die Verkehrssicherungspflicht wieder an den Straßenbaulastträger über. Die Abnahme sei auch noch nicht erfolgt, weil die Telekom noch gar nicht fertig ist und noch einen Schaltkasten installieren muss, der Sockel dafür ist lediglich provisorisch mit einer Abdeckhaube versehen.

Von André Wirsing

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