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Brandenburg/Havel Fritze Bollmanns Rückkehr nach 118 Himmeljahren
Lokales Brandenburg/Havel Fritze Bollmanns Rückkehr nach 118 Himmeljahren
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14:20 10.02.2019
Fritze Bollmann (Christian Heise) darf, zurück auf Erden, keinen Alkohol trinken. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

 Bürgerbühnen, die gegenwärtig wie Pilze aus dem Boden sprießen, sollen bekanntlich ein Forum für alle Einwohner einer Stadt sein. Da geht es vor allem nicht darum, einen Text eins zu eins mit Laien gut oder weniger gut auf die Bühne zu bringen, sondern tatsächlich darum, ihre Lebensgeschichten, ihren Alltag zum Gegenstand der Bühne zu machen.

Nun kann das Brandenburger Theater derzeit mit keinem professionellen Schauspieler oder Regisseur aus seinem Haus aufwarten, der die Laiendarsteller aktiv und kreativ künstlerisch betreut.

Aber in Ilja Hübner haben sie einen Leiter für die Bürgerbühne gefunden, der die dankbare Aufgabe übernahm. Mit den Darstellerinnen und Darstellern Nadin Fröhnel, Petra Görlich, Leona Henss, Ines Holler, Michael Hahne, Christian Heise und Thomas Leopold hat Hübner nun sein zweites Stück vorgestellt: „Fritzes Wiederkehr“.

Brandenburgs berühmtester Friseur Fritze Bollmann kehrt nach 118 Jahren im Himmel in seine Heimatstadt zurück. Mit Christian Heise in der Hauptrolle bietet die Bürgerbühne eine neue Draufsicht auf Brandenburg.

Nach seinem Tod hielt sich der Barbier Fritze Bollmann 118 Jahre bei den himmlischen Heerscharen auf, liebevoll und verständnisvoll betreut von einem Engel und dem „Chef“. Doch Fritze ist des langweiligen Einerleis über den Wolken überdrüssig.

Am liebsten schaut er durch die Wolken hinunter in seine geliebte Stadt Brandenburg und dem Beetzsee, denen er allzu gern einen Besuch abstatten möchte. Die Sehnsucht wird übermächtig. Er bittet den „Chef“, ihn für einige Tage nach Brandenburg zu entlassen, was ihm schließlich auch genehmigt wird.

Nur den Alkohol, dem Fritze zu Lebzeiten allzu gern genoss, darf er nicht anrühren. Also landet er mitten in der Stadt. Das meiste ist ihm dort aber fremd geworden.

Verwunderung über Werbe-Ikone

ritze wundert sich, dass er zur Jobvermittlung muss, dass man ihm dort 300 Euro für den Lebensunterhalt vorschießt, auch ohne Antrag, dass er sich davon eine exquisite Angel kaufen kann, dass man ihn in für die Touristenbranche wirbt. Und vor allem, dass ihm die Liebe zu einer Frau noch immer nicht verloren gegangen ist.

Ilja Hübner erzählt das Stück, das sich weitgehend aus Episoden zusammensetzt, mit Liebenswürdigkeit. Da werden aber selten unbequeme Fragen an unsere Zeit und an die Stadtpolitik gestellt.

Ein Forum für die Bürger ist „Fritzes Wiederkehr“, die 60 Minuten dauert, leider nicht, eher eine allzu freundliche Draufsicht auf das Brandenburg von heute und nur ein vorsichtiges Herantasten an Probleme, mit denen sich die Brandenburger 2019 beschäftigen.

Glücksfall Christian Heise

Die darstellerischen Leistungen sind natürlich unterschiedlich. Dennoch spielen die Mitglieder der Bürgerbühne ihre Rollen mit viel Herzblut und meist pointensicher.

Es ist ein Glücksfall, dass man den Fritze Bollmann mit Christian Heise besetzen konnte. Der Darsteller bietet für die Rolle den nötigen Drive, eine gesunde Portion Naivität und Frechheit sowie einen ansteckenden Charme.

Erstaunlich, dass Fritze auf die Erde mit Jeans und T-Shirt eines Brandenburger Sportclubs entlassen wird. Die Kleiderkammer im Himmel ist eben auch mit Klamotten unserer Tage bestens ausgestattet.

Von Klaus Büstrin

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