Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Olivia wird unfreiwillig Brandenburgerin
Lokales Brandenburg/Havel Olivia wird unfreiwillig Brandenburgerin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 02.02.2014
Foto: Magdalena Maciag hält ihre Hand schützend über das Köpfchen von Olivia Adaoubi Quelle: JAST
Brandenburg an der Havel

 „Die Kleine entwickelt sich sehr gut“, sagt Chefarzt Hans Kössel. Doch bis die Familie den unfreiwilligen Aufenthaltsort in Brandenburg verlassen kann, werden noch fast drei Monate vergehen.

Magdalena Maciag ist guter Dinge, als sie sich nach dem Weihnachtsurlaub am 2. Januar von ihrer polnischen Heimat aus auf den Weg macht in Richtung Amsterdam. Dort leben sie und ihr Partner, der zur Weihnachtszeit zu seinen Eltern nach Nigeria reiste.

Die junge Frau, die gerade die 25. Schwangerschaftswoche erreicht hat, fährt die erste Etappe des Rückwegs mit dem Auto. Plötzlich hat sie ein komisches Gefühl. Aber die Schwangerschaft ist ja gut gelaufen, alles normal, wie die Ärzte sagen. In Poznan steigt Magdalena Maciag um in den Zug nach Amsterdam. Sie schafft es 350 Kilometer weit nach Rathenow, dann sind die Schmerzen im Unterleib kaum noch auszuhalten.

Der Schaffner tut das einzig Richtige. Er stoppt den Zug und ruft den Notarztwagen. Die schwangere Frau kommt zunächst ins Rathenower Krankenhaus. Die Ärzte dort gehen auf Nummer sicher.

Um 4 Uhr nachts erreicht Magdalena Maciag das Städtische Klinikum Brandenburg. Die Ärzte dort wollen Zeit gewinnen. Denn jeder Tag ist ein Gewinn für das ungeborene Kind. Doch schon am 3. Januar lässt sich die Geburt nicht länger hinauszögern. Um 21.28 Uhr kommt ist Olivia, winzig wie sie ist, auf die Welt. Nach 24 Wochen und zwei Tagen. 32 Zentimeter klein und 610 Gramm leicht.

Das zarte Frühchen wird sofort in den Inkubator gelegt und künstlich beatmet. Das lebhafte Kind verliert zwar am folgenden Tag 80 Gramm, entwickelt sich danach aber sehr gut. Magdalena Maciag, die zuvor noch nie mehr als einen Tag der Durchreise in Deutschland verbracht hat, will ihre Familie erreichen. Doch auf dem Handy ist kein Guthaben.

Eine polnische Ärztin der Frauenklinik hilft ihr, die Verbindung zu den Eltern, die in einem kleinen Dorf leben, herzustellen. Der Vater der Kleinen erfährt in Nigeria von seinem arg verfrühten Glück. Doch von dort kommt er einfach so schnell nicht fort. Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt. Die Großeltern haben ihr erstes Enkelkind besucht und auch andere Verwandte sind so schnell es ging nach Brandenburg geeilt.

Die Frau, die als Supervisorin eines Amsterdamer Hotels beschäftigt ist, hat ihren Arbeitgeber informiert und gewöhnt sich an die fremde Umgebung. Sie lobt ausdrücklich die Fürsorge und Freundlichkeit der Schwestern und Ärzte des Klinikums.

„Alles ist gut, ich bin inzwischen ziemlich ruhig“, versichert die Wahlholländerin aus Polen. Sie freut sich, sieht ihre noch immer sehr zerbrechliche Tochter lächeln und ziemlich oft auch schreien. Nur einen Internetzugang, den vermisse sie. „Doch sonst ist alles perfekt, sagt die Frau, der die Kinderklinik kostenlos Unterkunft und Verpflegung gewährt.

Der Vater, der sein Kind noch nicht sehen konnte, wird in ein paar Tagen aus Afrika erwartet. Dann wird er hoffentlich eine Olivia sehen, die mindestens die 800-Gramm-Hürde genommen hat. Die Familie wird noch das Frühjahr in Brandenburg erleben. Für den 24. April ist die Entlassung aus der Klinik vorgesehen.

Von Jürgen Lauterbach

Polizei Brandenburg an der Havel, Polizeibericht vom 1. und 2. Februar - BMW-Fahrer übersieht Radfahrerin

+++ Neustadt: Radfarerin von BMW erfasst. Frau kommt verletzt ins Krankenhaus. +++ Quenz: Rücksitzbank aus Toyota gestohlen +++ Neustadt: Mit 2,08 Promille im Atem durch die Innenstadt +++ Altstadt: Rentner übersieht Radfahrer beim Abbiegen +++

02.02.2014
Brandenburg/Havel Blau-Weiß Wusterwitz besiegt Perleberg klar mit 41:31 - Bestnoten für Schubarth

Der SV Blau-Weiß Wusterwitz besiegt im Verbandsliga-Heimspiel Blau-Weiß Perleberg deutlich mit 41:31 (20:16). „In der Abwehr hatten wir vor allem in Halbzeit eins noch einige Defizite“, sagte Trainer Peter Reckzeh.

02.02.2014
Brandenburg/Havel SPD-Politiker Woidke und Baaske auf Stippvisite in der BOS Kirchmöser - Praxis: Die brillante Seite der Schulbildung

"Man sollte nicht so mäkelig sein. Wenn man dreckig wird, dann ist das so“, schreibt ein Schüler in sein Praktikumsheft über den Beruf des Gleisbauers. Auf der nächsten Seite trägt er ein, wie viel ein Auszubildender der Gleisbaumechanik verdient. Rund 600 Euro im ersten Lehrjahr und fast 1100 Euro im dritten.

31.01.2014