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Führungswechsel in Pritzerbe

An der Grundschule wird der Staffelstab übergeben Führungswechsel in Pritzerbe

Petra Walther hört auf. Nach 23 Jahren als Leiterin der Goethe-Grundschule in Pritzerbe heißt es für die Pädagogin Abschied nehmen. Sie geht in den wohlverdienten Ruhestand. Amt Tag der Zeugnisausgabe sagten ihr das Kollegium und über 150 Mädchen und Jungen adieu. Nachfolgerin aus dem eigenen Hause ist die Fohrderin Michaela Braatz.

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Petra Walther (l.) übergibt an Michaela Braatz.

Quelle: Froto: Fank Bürstenbinder

Pritzerbe. Tränen, Wünsche, Blumen und Umarmungen. Die Zeugnisausgabe an der Pritzerber Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ war ein Tag voller Emotionen. Am Mittwoch nahm Petra Walther Abschied von ihrem Arbeitsplatz. Hier hat sie selbst lesen und schreiben gelernt. Es ist auch die Schule ihrer Kinder, Enkel und Vorfahren. 23 Jahre war sie Schulleiterin. Die studierte Diplom-Lehrerin für Polytechnik sah viele Jahrgänge von Mädchen und Jungen aus ganz Havelsee heranwachsen. Warum sie Lehrerin wurde? „Kinder auf das Leben vorzubereiten, ist eine der schönsten Aufgaben, die ich mir vostellen kann“, meint Petra Walther ohne zu zögern. Jetzt aber sei es an der Zeit die Verantwortung an die jüngere Generation weiterzugeben. Sie sei froh, ein gut bestelltes Haus zu hinterlassen, so die scheidende Schulleiterin.

Sonnenschein bei der Verabschiedung

Wie auf Bestellung lachte die Morgensonne auf den Schulhof, als rund 150 Kinder mit lautem Beifall ihrer Schulleiterin adieu sagten. Ein Ständchen wurde gesungen, Wünsche für die Zukunft verlesen und Dankesworte gesprochen. Nachfolgerin Michaela Braatz erinnerte an die immer kollegiale Zusammenarbeit und Petra Walthers liebevolles Engagement für die Kinder, Die Fohrderin war selbst einmal Schülerin bei ihrer Vorgängerin und kam vor über zehn Jahren aus der Brandenburger Krugparkschule nach Pritzerbe. Ihr übergab Petra Walther einen hölzernen Staffelstab mit der Gravur „Schulleitung Pritzerbe“. Schulträger ist das Amt Beetzsee.

Für die Verwaltung nahm Ordnungsamtsleiterin Kathrin Mühlenberg an dem Führungswechsel teil. Nach den umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten kündigte sie vor Schülern, Eltern und Lehrerinnen die Neugestaltung des Schulhofs an. Doch zunächst steht der Standort Pritzerbe vor einer neuen Herausforderung. Im nächsten Jahr wird die Schulküche, die täglich über 400 Portionen für Schüler und Kita-Kinder zubereitet, komplett modernisiert. Übergangsweise muss dann in speziellen Küchen-Containern auf dem Schulgelände gekocht werden.

Lange Geschichte

Die gebürtige Pritzerberin Petra Walther wurde 1958 in die POS „Johann Wolfgang von Goethe“ eingeschult. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung in Ziesar absolvierte sie ihr Diplomlehrerstudium an der PH Potsdam. Sie war seit 1974 Lehrerin, zunächst in der Stadt Brandenburg, ab 1983 in Pritzerbe. Mit der Umgestaltung der zehnklassigen Schule in eine sechsjährige Grundschule übernahm Petra Walther 1992/93 die Schulleitung.

Das historische Haupthaus in der Kirchstraße stammt aus dem Jahr 1853/54. Es erhielt 1891/92 einen Erweiterungsbau. Ihren Namen trägt die Schule seit 1949. 1959/60 erfolgt der Ausbau zur Polytechnischen Oberschule (POS). In den Jahren danach erfolgt der Ausbau weiterer Fachkabinette. Nach der Wende Umstrukturierung zu einer Grundschule mit derzeit rund 150 Schülern.

Auch die Zeit von Petra Walther war viele Jahre von Veränderungen im Interesse besserer Lernbedingungen geprägt. Denn das historische Hauptgebäude der Schule ist immerhin 160 Jahre alt. Nach der Wende erfolgte die Sanierung der Außenhülle, 1999 wurde eine Sozialgebäude auf dem Schulhof errichtet. Ein neuer Sportplatz folgte. Vor wenigen Jahren dann das größte Projekt – ein separater Erweiterungsbau auf der Westseite der Kirchstraße. Hunderttausende Euro flossen jüngst in die brandschutzgerechte Sanierung des Haupthauses. Damit verbesserten sich auch für Petra Walther die Arbeitsbedingungen. Sie konnte ein Direktorenzimmer beziehen, dass seinen Namen verdient. „Die schwierige Phase der Bauzeit hat sich ausgezahlt. Wer zu uns kommt, spürt sofort, dass Kinder hier gut aufgehoben sind“, ist Petra Walther überzeugt.

Plötzlich viel Freizeit

Ein Traum von Petra Walther ist allerdings noch nicht aufgegangen. Sie wünscht sich mehr Platz auf dem Schulhof. Über eine mögliche Anpachtung des ehemaligen Schulgartens vom Alteigentümer wird lange geredet, doch zu einem konkreten Ergebnis sind die Überlegungen bislang noch nicht gekommen. Was die Arbeit für Nachfolgerin Michaela Braatz nicht leichter macht: Für Petra Walther wird es keine Neueinstellung geben. Zwei Klassen werden zu einer Klasse zusammengelegt. So wird es künftig für sieben Klassen acht Pädagoginnen geben. Was Petra Walther nun mit der vielen freien Zeit anfängt? „Ich will erst einmal Abstand gewinnen, endlich in Ruhe ein Buch lesen, mich an meinem Garten erfreuen - und vielleicht ein Instrument spielen lernen“, sagte die scheidende Schulleiterin auf Nachfrage. Nicht zu unterschätzen sind ihre handwerklichen Fähigkeiten.

Bevor die Pritzerberin ihr Lehrerstudium aufnahm, machte sie ihr Abitur mit Berufsausbildung in Ziesar. Deshalb hat die Pädagogin auch einen Facharbeiterbrief als Betriebsschlosser für Landmaschinen in der Tasche. Sollte doch die große Langeweile kommen, kann sich Petra Walther ihre Bohrer selbst anschleifen oder auf einen Traktor schwingen.

 

Von Frank Bürstenbinder

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