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Brandenburg/Havel Fünf Fragen an die Kandidaten: Das wollen die Bewerber für Brandenburg an der Havel tun
Lokales Brandenburg/Havel Fünf Fragen an die Kandidaten: Das wollen die Bewerber für Brandenburg an der Havel tun
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11:20 16.04.2019
Eine Frau wirft a die ausgefüllten Stimmzettel in die Wahlurne. Quelle: Foto: Bodo Marks dpa
Brandenburg/H

Am 26. Mai hat Brandenburg an der Havel die Wahl. Bei der Kommunalwahl bestimmen die Bürger, wer sie in Stadtverordnetenversammlung und Ortsteilen vertreten soll. 327 Bürgerinnen und Bürger bewerben sich um ein Stadtverordnetenmandat.

Die MAZ hat die fünf Erstplatzierten aller Parteien in den drei Wahlkreisen eingeladen, fünf Fragen zu beantworten. Hier die Antworten, die uns Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis 1 – Altstadt, Nord – geschickt haben.

Von welchem Alter an sollten Bürger eine Fahrtauglichkeitsprüfung ablegen? Oder halten Sie eine solche Prüfung für unnötig?

Uta Sändig (Linke)

Name: Dr. Uta Sändig

Geburtstag/- ort: 27.12.1951 in Brandenburg an der Havel

Familienstand/ Kinder : verwitwet, 2 Söhne

Ausgeübter Beruf: Dozentin für Germanistik/Deutsch als Fremdsprache, mittlerweile – bis auf einen kleinen Lehrauftrag – im Ruhestand

Kandidatur für welche Partei: Die Linke

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/5 (auf eigenen Wunsch; um der nächsten Generation Platz zu machen)

Seit wann Parteimitglied: Kommt drauf an, wie man zählt. In der Partei Die Linke seit deren Gründung.

Private Interessen: Enkel, Familie, Lesen, Schreiben, Kunst, Natur, Freundschaften.

Uta Sändig (Die Linke): Das ist doch individuell sehr unterschiedlich. Mein Vater fährt mit 95 Jahren immer noch ganz passabel Auto. Aber ab 75 sollte man eine Fahrtauglichkeitsprüfung vorsehen. Den Führerschein abzugeben würde vielen Senioren leichter fallen, wenn der ÖPNV passende Angebote bereit hielte.

Peter Kaudasch (CDU): Nicht nötig, weil es in jedem Alter gute und nicht so sicher fahrende Verkehrsteilnehmer gibt.

Peter Kaudasch (CDU)

Name: Peter Kaudasch

Geburtstag/ ort: 16.4.1954 in Kirchmöser

Familienstand/ Kinder: verheiratet, 2 Kinder

Ausgeübter Beruf: Regionaldirektor (ATZ)

Kandidatur für welche Partei: CDU

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/4

Seit wann Parteimitglied: 2014

Privaten Interessen: Tennis, Fahrrad fahren, und ehrenamtliche Aktivitäten.

Markus Hower (Bündnis90/Die Grünen): Die Bestimmung eines „festen“ Alters ist unsinnig, weil die individuelle Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sehr unterschiedlich ist. Wichtiger wäre, dass das soziale Umfeld, d. h. natürlich die Familie und Freunde, aber auch die Hausärztin/der Hausarzt darauf hinwirken, dass Menschen, die im Straßenverkehr nicht mehr angemessen reagieren können, den Führerschein freiwillig abgeben.

Monika Nowotny (FDP): Kein Zwang; Aufklären und auf Freiwilligkeit setzen!

Edvard Ageev (SPD): Bürgerinnen und Bürger sollten ab dem 60. Lebensjahr eine kostenfreie Fahrtauglichkeitsprüfung ablegen. Bei einem Ergebnis der Fahruntauglichkeit sollte der/die Betroffene ihren Führerschein abgeben dürfen und im Gegenzug kostenfreie Nutzungsmöglichkeiten des ÖPNV erhalten.

Manfred Friedrich (AfD): ab 80 Jahren.

Woran fehlt es Kindern und Jugendlichen in der Stadt?

Uta Sändig: an Begegnungsstätten, an spezifischen kulturellen Angeboten, an Möglichkeiten, sich in Demokratie zu üben (z. B. Kinder- und Jugendparlament).

Peter Kaudasch: eine richtig kompetente Koordinierungsstelle für Beruf, Ausbildung, Freizeit und Familie.

Monika Nowotny: abwechslungsreiche Freizeitangebote (Jump House, Sommerrodelbahn auf dem Marienberg, Wasserspielplatz),

Monika Nowotny (FDP)

Name: Monika Nowotny

Geburtstag/-ort: 26.2.1951 in Brandenburg

Familienstand/Kinder: verheiratet/3

Ausgeübter Beruf: Friseurmeisterin

Kandidatur für welche Partei: FDP

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/5

Seit wann Parteimitglied: parteilos

Privaten Interessen: Tennis, Garten, Reisen, Enkel, Schneidern.

Jugendparlament, Discos auch außerhalb der Jukufa.

Edvard Ageev: Kindern und Jugendlichen fehlt es an klaren Beteiligungsmöglichkeiten zu kommunalpolitischen Abläufen. Es fehlt eine hauptamtliche Schnittstelle zwischen städtischen Ämtern und jugendlichen Anliegen sowie ein Kinder- und Jugendparlament, was auf Versäumnisse in der Stadtpolitik zurückzuführen ist. Kinder und Jugendliche sollten ihre Anliegen selbst äußern können, denn von diesen gibt es nur allzu viele, Generation Mama und Papa oder gar Oma und Opa machen keine Politik für unsere Jüngsten.

Markus Hower: an Perspektiven. Brandenburg bietet inzwischen wirklich viel, spricht damit aber eher die älteren Semester an. Tatsächlich ist aber angesichts der Möglichkeiten in Potsdam oder Berlin schwierig, ein vergleichbares Freizeitangebot hier in der Stadt zu eröffnen. Wichtig wäre aber sicher die Ansiedlung von innovativen Unternehmen. Dann könnten attraktive Ausbildungsplätze angeboten und vielleicht der/die ein oder andere Absolvent/in der TH in der Stadt gehalten werden.

Markus Hower

Name: Markus Hower

Geburtstag/-ort: 19. März 1972 in Hermeskeil

Familienstand/ Kinder: ledig.

Ausgeübter Beruf: Beamter

Kandidatur für welche Partei: Bündnis 90 / Die Grünen

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/4

Seit wann Parteimitglied: 2014

Privaten Interessen: Familie, Familie, Familie, Politik, Sport

Manfred Friedrich: Wenn das Familieneinkommen stimmt, nimmt die Kinderarmut ab.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Familien in Brandenburg/Havel?

Uta Sändig: bezahlbarer Wohnraum, gleiche Bildungschancen für alle, familienfreundliche Infrastruktur.

Peter Kaudasch: unsere Stadt zur fahrradfreundlichsten Stadt in den neuen Bundesländern zu gestalten.

Monika Nowotny: Kitaplätze, Unterstützung von Sportvereinen mit guter Kinder- und Jugendarbeit.

Edvard Ageev: Brandenburg soll ein zukunftssicherer Lebensmittelpunkt insbesondere für junge Familien sein. Steigende Mietpreise und eine bevorstehende Gentrifizierung der Stadt müssen verhindert werden. Es soll ein sauberes rundum Paket für Familien in Brandenburg geschaffen werden, beginnend mit einer schnellen Internetleitung, über eine gute, kostengünstige und dauerhafte Anbindung an den Nahverkehr, bis hin zu sicheren Straßen, um ein glückliches Aufwachsen der Kinder zu gewährleisten.

Edvard Ageev (SPD)

Name: Edvard Ageev

Geburtstag/-ort: 12.1.2001 in Brandenburg an der Havel

Familienstand/Kinder: ledig

Ausgeübter Beruf: Schüler/Rettungsschwimmer

Kandidatur für welche Partei: SPD

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/5

Seit wann Parteimitglied: November 2017

Privaten Interessen: Schwimmen, Handwerk

Markus Hower: gutes Wohnen zu angemessenen Preisen, ein starker ÖPNV, Arbeit. Natur erlebbar machen.

Manfred Friedrich: Stabiles Familieneinkommen.

Wenn Sie könnten, wie Sie wollten: Wer in Brandenburg/Havel bekäme 100.000 Euro aus dem städtischen Haushalt?

Uta Sändig: Ich würde den Betrag splitten: Initiativen einer ökologischen Verkehrsgestaltung, kleine, alternative Kulturprojekte, professionelle Begleitung von Bürgerbefragungen.

Peter Kaudasch: Jedem Ehrenamt im Bereich Kinder und Pflege würde ich eine Dankeschön-Prämie zukommen lassen.

Monika Nowotny: die städtische Musikschule

Edvard Ageev: Meine 100.000 Euro bekäme das Slawendorf. Als eine wichtige und dennoch unterschätzte Erlebniseinrichtung für Familien sowie Kinder- und Jugendgruppen, muss ihr fortbestehen gesichert sein.

Markus Hower: jede/r. Sogar doppelt.

Manfred Friedrich: 50 Prozent die beiden Tierheime, 50 Prozent das Slawendorf.

Manfred Friedrich (AfD)

Name: Manfred Friedrich

Geburtstag/-ort: 18. Juli 1947 in Brandenburg/Havel

Familienstand/ Kinder: geschieden, 1 Tochter

Ausgeübter Beruf: Rentner

Kandidatur für welche Partei: AfD

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/4

Seit wann Parteimitglied: April 2013

Privaten Interessen: Modelleisenbahn, Natur und Wasser

Haben oder hätten Sie ein Problem mit ehemals inoffiziellen oder hauptamtlichen Mitarbeitern der Stasi in der Stadtverordnetenversammlung?

Uta Sändig: Als stolze Besitzerin einer Opferakte finde ich Petzen und Spitzeln ekelhaft, neige aber nicht zu Rachegelüsten. Ob jemand mit einer Täterbiografie in die SVV gehört, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Der Volksmund sagt zwar: Schaum schwimmt überall oben, aber auch denen, die sich als schuldig Gewordene mittlerweile wieder in die Gestaltung unserer Gesellschaft einbringen, sollte man Nachdenklichkeit und Reue nicht von vornherein absprechen. Im Übrigen hält die heutige Gesellschaft viele andere Möglichkeiten bereit, um Menschen mit unliebsamen Ansichten zu disziplinieren.

Peter Kaudasch: 30 Jahre nach der Wende entscheiden das die Brandenburger Bürger durch demokratische Wahlen.

Monika Nowotny: Ja.

Edvard Ageev: Das Schicksal der inoffiziellen Mitarbeiter/innen liegt weit vor meiner Zeit. Es herrschten Umstände, in die sich meine Generation nicht hineinversetzen kann und wie so häufig zählt das Individuum. Jede oder jeder, der einen solchen Vorwurf erhält, muss sich erklären können, ein Mandat zur ehrlichen und gemeinschaftlichen Vertretung der Stadt Brandenburg anzunehmen.

Markus Hower: Nein. Das sollte im Jahr 30 nach der friedlichen Revolution wirklich kein Thema mehr sein.

Manfred Friedrich: Ja!

Von Jürgen Lauterbach

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