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Brandenburg/Havel Sechs Verletzte bei Brand im alten Heizkraftwerk
Lokales Brandenburg/Havel Sechs Verletzte bei Brand im alten Heizkraftwerk
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17:10 07.01.2019
Die Feuerwehr im Einsatz im alten Kraftwerk Kirchmöser. Quelle: Christian Griebel
Brandenburg/H

Niemand wurde ernsthaft verletzt bei dem Brand am Montagvormittag im schon seit Jahren stillgelegten Heizkraftwerk Kirchmöser. Gegen 11 Uhr waren die Brandenburger Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Kirchmöser zum Bahntechnikerring im Industriegebiet Nord gerufen worden.

„Der Einsatz lief unter dem Stichwort ,Gebäude groß’“, berichtet Meik Jäger vom A-Dienst der Berufsfeuerwehr. Im Gebäude laufen derzeit Entkernungsarbeiten, die ein Unternehmen aus Krefeld im Auftrag des Eigentümers ausführt.

Ein Teil des Förderbandes, auf dem zur aktiven Zeit des Heizkraftwerkes das für die Energiegewinnung benötigte Holz in die Anlage transportiert wurde, war kurz vor der Alarmierung in Brand geraten. Offenbar war es an der Stelle aus unbekanntem Grund heiß gelaufen.

Niemand muss ins Krankenhaus

Als die Feuerwehr eintraf und zwei Trupps mit Presslufatmer ins Gebäude eilten, hatten die Arbeiter das Förderband an der kritischen Stelle abgetrennt und den Brand schon weitgehend selbst gelöscht. Mehrere klagen über Hustenreiz.

„Wir haben sechs Arbeiter im Gebäude angetroffen“, berichtet Berufsfeuerwehrmann Meik Jäger. Zur Sicherheit habe die Feuerwehr einen zusätzlichen Rettungswagen angefordert. Auch der Rettungshubschrauber war vorsorglich im Einsatz.

Alle sechs Mitarbeiter im Heizkraft wurden an Ort und Stelle medizinisch untersucht, weil eine Rauchgasverletzung nicht auszuschließen war. Wie die Feuerwehr mitteilt, mussten weder die fünf rumänischen Arbeiter noch ihr Vorarbeiter aus den Niederlanden ins Krankenhaus gebracht werden, sondern konnten vor Ort behandelt werden.

Seit 2011 stillgelegt

Mit der Wärmebildkamera kontrollierten die Feuerwehrleute die Brandstelle und übergaben das Gebäude am Ende des Einsatzes an den Eigentümer.

Letzter bekannter Eigentümer des Biomassen-Heizkraftwerkes im Industriegebiet war die Firma „Environmental Friendly Power“ (EFP) Kirchmöser, die zur bayerischen Max-Aicher Unternehmensgruppe gehörte.

Doch auch dieses Unternehmen schaffte es nicht, einen stabilen Betrieb aufzubauen. Vor sieben bis acht Jahren wurde das Holzschnitzelkraftwerk geschlossen und mehr als zwanzig Beschäftigte verloren ihre Arbeit.

Verurteilung wegen Umweltfrevels

Im Jahr 2016 verurteilte das Amtsgericht Potsdam den letzten Geschäftsführer des Kraftwerks wegen Umweltfrevels zu einer Geldbuße in Höhe von 20.000 Euro. Er hatte zwischen 2009 und 2011 gesetzeswidrig Abrissholz, lackierte Fenster- und Türhölzer, geleimte und verpresste Möbelspanplatten auf dem Firmengelände gelagert und im Kraftwerk verfeuert.

Die giftigen Asche- und Schlackerückstände wurden nach der Müllverbrennung unsachgemäß auf dem Gelände gelagert.

Die Feuerwehr musste in früheren Jahren wiederholt auf das Gelände des Kraftwerks ausrücken. Der gravierendste Einsatz betraf im Jahr 2006 allerdings die auf dem gleichen Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Biosyntheseanlage – ein Kraftwerk, das zwar gebaut wurde, aber nie die Betriebsgenehmigung erlangt hat.

Feuerwehreinsatz auf dem alten Kraftwerksgelände in Kirchmöser. Quelle: Christian Griebel

Um Verwechslungen vorzubeugen: Nicht betroffen von dem Zwischenfall an diesem Montag war das benachbarte Bahnstromkraftwerk. Das zum internationalen Energieunternehmen Uniper gehörende Kraftwerk kann ohne Einschränkungen weiter produzieren. „Es gibt auf unserem Gelände keine Beeinträchtigungen“, sagte Pressesprecherin Christine Bossak.

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