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Brandenburg/Havel Hort verweist Fünft- und Sechstklässler
Lokales Brandenburg/Havel Hort verweist Fünft- und Sechstklässler
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19:51 10.09.2018
Im Hort der Curie-Schule ist zu wenig Platz: Fünft- und Sechstklässler müssen für jüngere Kinder weichen. Quelle: Archiv
Brandenburg/H

Eltern beschweren sich: Im Hort der Curie-Schule nötige das Jugendamt den Träger „Zukunft für Kinder“, ältere Kinder zu „entlassen“, um Erstklässlern Platz zu machen.

Betroffene Eltern, die ungenannt bleiben möchten, kritisieren das Vorgehen. Rücksicht auf soziale Bindungen und die bisherige pädagogische Arbeit werde nicht genommen. „Was ist das für eine neue Methode?“, fragen sie sich.

Wenige Anträge für Kita Schmerzke

Tatsächlich ist die Situation im Curie-Hort in der Kurstraße ein heikles Thema. Schließlich mussten Kinder ihren angestammten Platz im Hort unfreiwillig aufgeben. Der zuständige Jugend- und Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) erklärt, warum das Jugendamt diesen Weg gewählt hat: In der Kitabedarfsplanung 2018 wurde ein Bedarf von 176 Hortplätzen im Soll für die Curie-Grundschule ermittelt. Gedeckt werden sollte dieser Bedarf durch die Einrichtungen Haus Sonnenwinkel (27 Plätze), Hort Curie (120 Plätze) und die Kita Schmerzke (30 Plätze).

Eltern in diesem Schuljahr haben den Hort in Schmerzke jedoch kaum gewählt. Der Bedarf konzentrierte sich hauptsächlich auf den Hort Curie und Haus Sonnenwinkel. Weil beide Einrichtungen ausgelastet waren, zeichnete sich Erlebach zufolge bereits im Juli 2018 ab, dass ungefähr 15 Schüler der Curie-Grundschule, davon 10 Erstklässler, anderweitig in der Innenstadt versorgt werden müssen.

Verein „Zukunft für Kinder“ fühlt sich nicht zuständig

Der Verein „Zukunft für Kinder“, der Träger des Curie-Hortes, erkannte den Angaben zufolge keinen Handlungsbedarf. Was mit den überzähligen Kindern passiert, darum solle sich die Stadt Brandenburg kümmern, die den Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung sicherstellen muss.

Die Jugendhilfe forderte den Trägerverein im Folgenden auf, vorrangig die Betreuung von Erstklässlern abzusichern. Das Jugendamt informierte Erlebach zufolge die betroffenen Eltern und erläuterte ihnen die Hintergründe der Entscheidung ausführlich.

Das Jugendamt habe pädagogische Überlegungen abwägen müssen, erklärt der Beigeordnete. Dies habe zu der Frage geführt, ob den Erstklässlern der tägliche Weg in den Hort Havelkids in der Bauhofstraße zugemutet werden könne, während im Curie-Hort ältere, bereits selbstständigere Kinder vorrangig betreut werden.

Eltern kurzfristig benachrichtigt

Der Fachbereich Jugend, Soziales und Gesundheit entschied, dass der Weg für die bereits älteren Fünft- und Sechstklässler eher zumutbar sei als für Erstklässler. Erlebach bedauert, dass die Eltern sehr kurzfristig darüber informiert wurden, dass ihre Kinder den Hort wechseln müssen und der Betreuungsvertrag im Hort Curie beendet wird.

Der Beigeordnete: „Ein Einrichtungswechsel für Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren wird aber für vertretbar gehalten. Kinder in diesem Alter sind in der Regel dazu in der Lage, die Räume und Entwicklungsmöglichkeiten einer neuen Einrichtung voller Neugier für sich zu erobern.“

Neun Fünft- und Sechstklässler sollten den Curie-Hort verlassen und zu den Havelkids gehen. Das haben sich deren Eltern offenbar nicht gefallen lassen. Keines der Kinder wechselte jedenfalls in die Bauhofstraße – im Unterschied zu einem Geschwisterpaar aus der 2. und 4. Klasse.

Kein Recht auf Wunscheinrichtung

„Den betroffenen Eltern wurde die Sicherstellung ihres Rechtsanspruchs zugesagt, allerdings nicht mehr im Hort Curie“, erklärt Wolfgang Erlebach. Nach seinen Worten besteht der Rechtsanspruch zwar auf eine Kindertagesbetreuung, nicht aber auf eine bestimmte Wunscheinrichtung.

Klagen oder Beschwerden von Eltern der Hortkinder liegen der Verwaltung gleichwohl nicht vor. Der Elternbeirat Kita/Hort in der Stadt äußert sich nicht zu dem aktuellen Problem.

5.- und 6.-Klässler gehen selten in den Hort

In der gesamten Stadt beträgt die Hort-Versorgungsquote in der 1. Klasse nahezu 100 Prozent.

Durchschnittlich 4 Prozent aller Hortkinder in der Stadt besuchen die 5. und 6. Klasse. In den Hort Curie gehen derzeit wesentlich mehr 5.- und 6.-Klässler, nämlich im Durchschnitt 11 Prozent.

Alle Horte in der Stadt versuchen nach Angaben der Jugendverwaltung, erst einmal alle Erstklässler eines Jahrgangs zu versorgen, bevor Eltern der 5. und 6. Klasse überhaupt Betreuungsplätze angeboten bekommen.

Eltern schätzen die Kinder im höheren Grundschulalter als so selbstständig ein, dass deren Freizeit außerhalb einer Hortbetreuung gestaltet werden kann, schreibt der beigeordnete Wolfgang Erlebach.

Im aktuellen Fall des Curie-Hortes hat der Trägerverein eine Ausnahmegenehmigung auf Erhöhung der Kapazität beantragt im zuständigen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes. Ein solcher Antrag setzt ein umfangreiches Verfahren voraus, daher liegt noch keine Genehmigung vor.

Von Jürgen Lauterbach

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