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Für Briest und Tieckow kommt es dicke

Umleitung wegen Baustelle Für Briest und Tieckow kommt es dicke

Für zehn Tage wird die Bundesstraße 1 in Brandenburg voll gesperrt. Autofahrer müssen eine Baustelle weiträumig umfahren. Darunter haben die Ortslagen von Briest und Tieckow zu leiden. Aber auch in der Stadt wird es heikel, wenn der Umleitungsverkehr auf die halbseitige Baustelle in der Rathenower Landstraße trifft.

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Am Fohrder Kreisel wird die Umleitung von der B 102 in Richtung Briest und wieder auf die B 1 geführt.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Havelsee. In Briest und Fohrde klingeln die Alarmglocken. Die Anwohner in beiden Ortslagen stehen vor einer bisher noch nicht dagewesenen Herausforderung. Vom 3. bis zum 12. Mai müssen die Dörfer mit dem Straßenverkehr wie an einer Bundesstraße leben. Grund ist die Vollsperrung der B 1/Plauer Landstraße zwischen dem Brandenburger Ortsausgang und dem Abzweig nach Briest. Die Umleitung erfolgt über die B 102, Kreisverkehr Fohrde und dann auf der L 962 über Tieckow, Briest und umgekehrt. Das macht gute 15 Kilometer mehr auf dem Weg von Brandenburg nach Plaue, Kirchmöser oder Genthin.

Mehr Fahrzeit einplanen

Der Landesbetrieb gibt die Bauzeit für die neue Decke auf der B 1 bis zum 12. Mai an. Restarbeiten können noch bis zum 19. Mai erforderlich sein. Diese erfordern jedoch keine Durchfahrtsbeschränkungen mehr.

Wer die Umleitung nutzt, sollte auf alle Fälle mehr reine Fahrzeit für den Weg zwischen Plaue und Brandenburg einplanen. Dazu kommt die unberechenbare Wartezeit an der halbseitigen Baustelle in der Rathenower Landstraße.

Alternative Routen zur großräumigen Umleitung gibt es nicht. In der Praxis wird wohl der Gränertweg mehr als sonst üblich einen Teil des Pendlerverkehrs zwischen Brandenburg und Kirchmöser/Wusterwitz abbekommen.

Für Havelsee-Bürgermeister Günter Noack ist die Vollsperrung der Bundesstraße ein Unding. „Unsere Ortslagen verkraften schwere Fahrzeuge nicht. Der Einbau einer neuen Deckschicht muss auch bei halbseitiger Sperrung funktionieren. Es kann nicht sein, dass Baufirmen dem Landesbetrieb Straßenwesen diktieren, was geht und was nicht.“ Teilweise hat die Fahrbahn der Landesstraße noch einen Klinkerunterbau. Dass es für Tieckow und Briest einmal dicke kommen könnte, hatten Kommunalpolitiker schon vor Jahren befürchtet. Und zwar im Zusammenhang mit dem Bau des Fohrder Kreisels. Der ist mit 40 Metern Durchmesser groß genug, um Brummis bequem von der Bundesstraße in Richtung Tieckow-Briest-Plaue auf eine zumindest teilweise ertüchtigte Landesstraße abbiegen zu lassen.

In der Rathenower Landstraße (B 102) wird der Umleitungsverkehr von der B 1 auf diese Straßenbaustelle treffen

In der Rathenower Landstraße (B 102) wird der Umleitungsverkehr von der B 1 auf diese Straßenbaustelle treffen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Problem auf dem Umleitungsabschnitt von Plaue nach Fohrde: Die Ortslagen von Briest und Tieckow gelten als Nadelöhre. Es gibt keinen Radweg, obwohl der Abschnitt offiziell zum Havelradweg gehört. Ausgesprochen sauer auf die Umleitung hat der Verwaltungschef des Amtes Beetzsee reagiert. „Wir haben aus der Zeitung von der Maßnahme erfahren. Wie schon bei der kürzlichen Sanierung des Fohrder Kreisels wird nicht mit uns im Vorfeld geredet“, beklagte sich Guido Müller. Die Verwaltung drängt jetzt den Landesbetrieb Straßenwesen sich wenigstens das zeitweilige Aufstellen von Tempo-30-Schildern für die Ortslagen in Briest und Tieckow genehmigen zu lassen.

Beim Straßenbaulastträger versteht man die Aufregung überhaupt nicht. „Durch beide Orte führen Landesstraßen. Diese sind dafür da überörtlichen Verkehr aufzunehmen“, sagte Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen der MAZ. Bereits vor einem Jahr seien die Kommunen bei einer Besprechung über die anstehenden Arbeiten auf der B 1 informiert worden, denn eigentlich sollte die Maßnahme schon 2016 realisiert werden. Zum Thema Vollsperrung stellt Schmidt klar: „Die Arbeitsschutzbestimmungen im Interesse der bauausführenden Firmen lassen uns keine andere Wahl. Wo die Straßenbreite geringer als 8,50 Meter ist, sind Vollsperrungen vorgeschrieben.“ Gleichzeitig wird deutlich weniger Zeit bei besserer Qualität gebraucht. Schmidt hält eine zehntägige Umleitung für durchaus vertretbar: „Andere Orte müssen damit ein halbes Jahr leben.“

Andere Sorgen machen sich Pendler, die täglich auf der B 102 zwischen Rathenow und Brandenburg unterwegs sind. In der Rathenower Landstraße wird der Umleitungsverkehr auf die dortige Straßenbaustelle treffen. Vor der halbseitigen Sperrung muss mit deutlich längeren Wartezeiten gerechnet werden. Brandenburgs Polizei kennt das Problem. „Wir werden die Umleitung im Rahmen der normalen Dienstausübung im Auge behalten. Besondere Maßnahmen sind aber nicht geplant“, sagte Pressesprecher Heiko Schmidt von der Polizeidirektion West auf Nachfrage.

Nach der bereits erfolgten Instandsetzung der Mittelinseln auf den betroffenen B 1-Abschnitten finden am 2. und 3. Mai die Fräsarbeiten statt. Danach schließt sich bis zum 12. Mai der Einbau der neuen Straßendecke an. Der Busverkehr bleibt nach Angaben der Brandenburger Stadtverwaltung aufrecht erhalten. Anwohner von Plauerhof und Plauerhof-Siedlung können ihre Grundstücke ausschließlich aus Richtung Brandenburg erreichen. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme gibt der Landesbetrieb mit rund 400 000 Euro an.

 

 

Von Frank Bürstenbinder

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