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Karpfen aus Reckahn Für Küchentisch und Badewanne

Vor dem Fest und dem Jahreswechsel ist wieder Karpfenzeit in Reckahn. In der Teichwirtschaft, deren Entstehung auf die Adelsfamilie von Rochow zurückgeht, hat das große Abfischen stattgefunden. Die Spiegelkarpfen haben sich längst zu einem regionalen Produkt entwickelt. Aus der geplanten Zanderaufzucht ist allerdings nichts geworden.

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Vor dem Fest ist wieder Karpfenzeit in Reckahn: Wolfgang Dietz mit einem heimischen Spiegelkarpfen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Reckahn. Dem frischen Planewasser sei Dank: Die Karpfen in den Reckahner Produktionsgewässern haben den trocken-heißen Sommer 2015 ohne Schaden überstanden. „Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau ist es erst gar nicht zu größeren Problemen gekommen“, berichtet Wolfgang Dietz (54), Geschäftsführer der Reckahner Teichwirtschaft. Ohnehin wird die rund 100 Hektar große Teichlandschaft nur noch zu 70 Prozent ausgelastet.

Von Planewasser durchströmt

In sechs Produktionsteichen werden derzeit Spiegelkarpfen gehalten. Das abgezweigte Planewasser durchströmt die Teiche mit sauerstoffreichem Wasser. Eine Voraussetzung, die sich die Teichfischer nicht nur zu DDR-Zeiten, sondern bereits die Rochowschen Gutsherren für die Aufzucht des Edelfisches zunutze machten. Seit Oktober fließt wieder reichlich Wasser die Plane nach Göttin hinunter. Im Hochsommer hatte sich ein gänzlich anderes Bild geboten.

Erste Adresse für Ornithologen

Die Reckahner Fischteiche befinden sich zwischen Reckahn und Messdunk südlich der A 2. Die Teiche sind auch für Ornithologen eine erste Adresse. Unter anderem gibt es den seltenen Seidenreiher und den Seeadler zu sehen. Neben vielen anderen Vogelarten rasten dort jedes Jahr tausende Kiebitze.

Betreiber der Reckahner Fischteiche ist die Teiche Reckahn GmbH, die sich nicht nur der Karpfenzucht und dem Handel mit den Fischen widmet. Möglich sind auch betreute Exkursionen auf das Gelände. Besuche im Schulmuseum in Reckahn sind zum Beispiel mit einem Abstecher zu den Fischteichen kombinierbar.

Vor dem Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel erreicht der Absatz der Reckahner Karpfen seinen Höhepunkt. Hunderte Artgenossen verbringen als Festtagskarpfen derzeit ihre letzten Tage in einem der Hälterteiche, wo sie dank des ständigen Frischwassernachschubs ihren leicht modrigen Charakter ablegen. Zuvor organisierte Geschäftsführer Wolfgang Dietz das alljährliche Abfischen. Dazu wird das jeweilige Produktionsgewässer trocken gelegt, in dem eine Staueinrichtung geöffnet wird. Nach und nach können alle Karpfen mit dem Kescher aus dem Wasser geholt und in den Hälterteich umgesetzt werden.

Eine halbe Tonne Fisch

Die Menge, die in diesem Jahr vor den Festtagen auf Küchentische und in Badewannen landet, hält sich in Grenzen. Eine halbe Tonne hat Dietz abgefischt. Alles vierjährige Exemplare in der Gewichtsklasse von zwei bis zu vier Kilo. Verkauft werden die Karpfen am 23. und 30. Dezember in der Edelstahlfirma im Reckahner Gewerbegebiet, wo sich die Kunden ihren Karpfen aussuchen und gleich schlachten lassen können. Die Karpfenhaltung in Reckahn grenzt an Liebhaberei. Wirtschaftlich tragbar wäre die Aufzucht mit der jetzigen Menge nicht.

Doch als größter Gesellschafter der Teichwirtschaft fungiert die private Stiftung „Der Kinderfreund“, die sich unter anderem dem Erhalt des Lebenswerkes von Friedrich Eberhard von Rochow (1734 -1805) verpflichtet fühlt. Der Adlige war nicht nur Aufklärer und Pädagoge, sondern ein Agrarreformer.Die Teichanlage, deren Entstehung auf die Adelsfamilie von Rochow zurückgeht, erfüllt außerdem eine wichtige Aufgabe als Vogelrastplatz und als Biotop. „Die Liebe zur Natur ist ein wichtiger Grund für den Erhalt der Teichanlage“, so Geschäftsführer Dietz.

Aufgegeben hat Dietz die Idee in Reckahn eine Zanderaufzucht aufzubauen. Die vorhandenen Teiche erweisen sich mit einer Tiefe von etwa 1,50 Meter offenbar als zu flach. Einige Aufzuchtversuche führten jedenfalls nicht zum gewünschten Erfolg.

Von Frank Bürstenbinder

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