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Brandenburg/Havel Für Maryam geht ein Traum in Erfüllung
Lokales Brandenburg/Havel Für Maryam geht ein Traum in Erfüllung
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19:10 10.11.2016
Maryam Mirzai lebt jetzt in Brandenburg an der Havel und ist sehr wissbegierig. Quelle: Foto: Annika Jensen
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Brandenburg/H

Strahlend sitzt Maryam Mirzai auf ihrem Bett. Immer wieder zupft die 17-Jährige an ihrem bordeauxroten Kopftuch. Man merkt ihr sofort an, dass sie glücklich ist. Innerhalb von nur einem Jahr haben sich viele ihrer Träume erfüllt. Träume, von denen sie dachte, sie würden niemals Realität.

Im Juli vergangenen Jahres kam die Afghanin mit ihrer Familie im Aufnahmelager in Eisenhüttenstadt an. Einen Monat später ging es weiter nach Brandenburg an der Havel. Ab September besuchten die Marzai-Kinder die Schule. In der Willkommensklasse in der Nicolai-Schule lernten sie Deutsch. Seit diesem Sommer besucht Maryam das Domgymnasium. „In Deutschland habe ich meine erste Erfahrung in einer Schule gemacht“, sagt sie. „Und ich finde es toll. Ich liebe die Schule.“

Wenn sie von ihren Mitschülern und Lehrern spricht, fängt sie sofort an zu lächeln. „Alle verstehen mich sehr gut. Wenn ich eine Frage habe, brauche ich keine Angst zu haben, ausgelacht zu werden“, erzählt sie. „Sie sind alle sehr offen und respektieren mich und stören sich nicht an meinem Glauben.“

Mit dem Islam möchte die junge Frau demnächst auch notentechnisch punkten. „Im Religionsunterricht nehmen wir bald den Islam durch. Dann kann ich auch in dem Fach sehr gute Noten bekommen“, sagt sie und lacht.

Das erste Mal in ihrem Leben hat Maryam einen vollen Stundenplan. Jeden Morgen geht es ab der ersten Stunde los. Um 16 Uhr endet der Unterricht. Jeden Montagmorgen nimmt sie vor dem Unterricht an der Morgenandacht teil.

Besonders die Sprachen haben es ihr angetan. Sie spricht fließend Afghanisch, Paschtu, Persisch, Dari, Urdu und Englisch. Nun lernt sie noch Französisch und Spanisch. Zusammen mit allen anderen Fächern ist sie im Moment sehr beschäftigt. „Ich lerne sehr viel. Ich will so schnell wie möglich in meiner Klasse aufholen und sehr gute Noten schreiben.“ Trotzdem nimmt sie sich regelmäßig Zeit, um ehrenamtlich in der Flüchtlingsunterkunft in der Flämingstraße als Dolmetscherin auszuhelfen.

Ihr Engagement und ihre Motivation haben auch die Start-Stiftung beeindruckt. Im Oktober wurde sie mit einem Bildungsstipendium ausgezeichnet (MAZ berichtete). Die Stiftung unterstützt junge Menschen, die in den vergangenen fünf Jahren nach Deutschland gekommen sind, finanziell und mit einem breiten Bildungsangebot. „Ich konnte nicht glauben, dass ich das Stipendium bekommen habe“, erinnert sich Maryam an den Augenblick, in dem sie die Zusage bekam. „Ich war wirklich sehr überrascht.“ Die anderen Stipendiaten konnte sie schon kennen lernen.

„Ich habe viele motivierte Leute getroffen. Sie sind alle sehr intelligent, nett und zielgerichtet.“ Nun erwarten sie regelmäßige Bildungsseminare, Exkursionen und kulturelle Ausflüge. Was sie nach der Schule machen möchte, weiß Maryam auch schon. Sie will Frauen- oder Zahnärztin werden. Das wisse sie noch nicht genau, sagt sie. „Als ich ganz klein war, wollte ich schon Ärztin werden. Damals sah ich noch nicht die Chance, zur Schule zu gehen oder zu studieren“, sagt sie. „Jetzt habe ich viele Möglichkeiten, die Türen stehen mir offen. Ich kann selber entscheiden, was ich machen möchte.“

Im April macht sie ein Praktikum im städtischen Klinikum in der Gynäkologie. Später will sie dann bei einem Zahnarzt reinschnuppern.

Von Annika Jensen

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