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Für den Gewerbepark fallen 55 Bäume

Damsdorf Für den Gewerbepark fallen 55 Bäume

Der künftige Damsdorfer Gewerbepark hat offenbar breites Interesse gefunden bei einer Werbekampagne des Landkreises auf der Expo Real in München. Derweil treibt die Gemeinde Kloster Lehnin die Pläne für das Großprojekt weiter voran. So sind für Eingriffe in die Natur auf dem 126 Hektar großem Gelände 25 Hektar an Ausgleichsfläche zu finden.

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Die frühere Damsdorfer Kaserne soll als blühender Gewerbepark Jobmotor für die Region werden.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Damsdorf. Der künftige Damsdorfer Gewerbepark nahe der Autobahn 2 hat bei der größten Fachmesse für Immobilien und Investitionen Anfang Oktober in München, der Expo Real, reges Interesse hervorgerufen. Das berichtete am Mittwoch Andrea Metzler, Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Der Landkreis hatte sich auf dieser Messe präsentiert und eifrig die Werbetrommel für das Großprojekt der Gemeinde Kloster Lehnin gerührt. Auch die Gemeinde treibt die weitere Entwicklung des Areals auf dem früheren Kasernengelände in Damsdorf weiter voran.

Der Wegweiser zum einstigen Kasernengelände nahe der Autobahn 2

Der Wegweiser zum einstigen Kasernengelände nahe der Autobahn 2.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Wie Bürgermeister Uwe Brückner (SPD) auf der Gemeindevertreterversammlung Kloster Lehnin am Dienstagabend sagte, „brennt uns das unter den Nägeln“. In gleich drei Tagesordnungspunkten beschäftigte sich das politische Gremium mit dem Gewerbegebiet. Zum einen ging es um die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Gewerbepark Damsdorf“. Dieser befindet sich nur zu einem kleinen Teil auf der Gemarkung Damsdorf, die übrige Fläche zählt zu Lehnin und Göhlsdorf. Es geht um den Vorentwurf des B-Planes. Wesentlicher Inhalt ist eine Hauptzufahrt vom Süden her und damit eine Verbindung zur Landstraße zwischen Lehnin und Göhlsdorf, um Damsdorf von einer Verkehrsbelästigung durch Gewerbe zu entlasten. Inhalte sind auch Lärmgutachten, Verkehrsuntersuchung und Artenschutz. Die Gemeindeverwaltung wird nun die zuständigen Behörden einbeziehen und die Bürger durch öffentliche Auslegung der Pläne beteiligen.

Erstaufforstung auf zehn Hektar Fläche

Dabei geht es auch um die Schaffung von 25 Hektar Ausgleichsflächen für Eingriffe in die bestehende Natur. Dieses Areal soll zum größten Teil außerhalb der überplanten Fläche liegen. Der Hintergrund: So müssen im Plangebiet 55 Bäume gefällt werden. Im Gegenzug sind dafür 84 Bäume auf einer Fläche von rund zehn Hektar neu zu pflanzen. Sieben Hektar Wald sind zudem durch Erstaufforstung auszugleichen.

Die frühere Damsdorfer Kaserne

Der künftige Damsdorfer Gewerbepark liegt auf dem früheren Gelände einer Bundeswehr-Kaserne am Ortsrand.

Zunächst hatte die Nationale Volksarmee das Areal genutzt. Bis 2002 war dort eine Kompanie des Nachschubbatallion 6 untergebracht. Vor zwölf Jahren zog die Bundeswehr mit ihren 177 Soldaten aus Damsdorf ab. Später wurde die Fläche samt der Fahrzeug- und Lagerhallen und Unterkunftsgebäude von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet.

Als der Landkreis im vorigen Jahr plante, auf dem Gelände bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen, kaufte die Gemeinde Kloster Lehnin noch unter dem früheren Bürgermeister Bernd Kreykenbohm kurzerhand die frühere Kaserne samt dazugehöriger Fläche. Die Pläne hatten für große Unruhe in der 1600-Einwohner-Ort Damsdorf geführt. Auch die Gemeinde Kloster Lehnin lehnte die Unterbringung von hunderten Flüchtlingen dort ab. Dass dort Flüchtlingsunterkünfte entstehen könnten, ist mittlerweile vom Tisch.

Entstehen soll ein Gewerbepark als Jobmotor für die Region. Das Gesamtareal ist 126 Hektar groß. Gewerbe soll auf 40 Hektar angesiedelt werden, die jetzt zu einem kleinen Teil schon vom Bauhof und Mietern genutzt werden.

Beauftragt mit der Erarbeitung der Pläne ist Berliner Büro Plan-Faktur für Landschafts- und Städteplanung. Bis zum Frühjahr 2017 soll die Vorentwurfsplanung nun vorliegen nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und Einbeziehung der Träger öffentlicher Belange und Nachbargemeinden. Bis dahin sollen auch die Ergebnisse der Altlasten-Untersuchung feststehen. Denn auch das muss geprüft werden, inwieweit der Boden durch die jahrzehntelange militärische Nutzung beispielsweise belastet ist.

Wichtige Gremien der Entwicklungsgesellschaft sind nun besetzt

Gegründet hat die Gemeinde eigens zur Förderung der Großimmobilie eine Entwicklungs-, Verwaltungs- und Grundstücks-GmbH. Ehrenamtlicher Geschäftsführer ist Manfred Meske, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde Kloster Lehnin.

Zur Gesellschafterversammlung zählen Bürgermeister Brückner, Kevin Bolz, Udo Wernitz, Ralf Kähne, Göhlsdorfs Ortsvorsteher Eckard Zorn und Andreas Bernig. Im Aufsichtsrat vertreten sind neben Brückner Lehnins Ortsvorsteher Frank Niewar, Stefan Behrendt, Reinhard Siegel, Ortsvorsteher von Krahne, und Peter Kamolz.

Von Marion von Imhoff

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