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Brandenburg/Havel Für süßlich-gefällige Stimmung kein Platz
Lokales Brandenburg/Havel Für süßlich-gefällige Stimmung kein Platz
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16:45 20.12.2015
Das Weihnachtskonzert der Symphoniker zauberte Adventsstimmung ins Theater. Quelle: Volker Maloszyk
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Brandenburg/H

Weihnachtsmusik sollte pastoral und festlich sein. Dies scheint der Wunsch des größten Teils von Musikhörern zu sein. Die Brandenburger Symphoniker ließen in ihrem traditionelles Weihnachtskonzert am Samstag jedoch das allzu Gefällige weitgehend außen vor. Zwar standen Werke der Barockzeit und der Klassik auf dem Programm, doch es gab auch Igor Strawinskys Concerto in D, das bereits zur zeitgenössischen Klassik gehört. Man hatte wohl vor, eine kleine Lehrstunde in Sachen Musikgeschichte an diesem Abend zu erteilen, doch letztlich waren alle glücklich, einfach nur schöne Weihnachtsmusik zu hören.

Chidori Sokooshi während des Konzerts. Sie stammt aus Hiroshima. Die Violinistin ist seit September stellvertretende Konzertmeisterin der Brandenburger Symphoniker. Quelle: Volkmar Maloszyk

Für den Konzertauftakt wurden drei prachtvolle Canzonen des venezianischen Komponisten des Frühbarock, Giovanni Gabrieli, in einer Bearbeitung von Peter Gülke gewählt. Dirigent Günther Albers hatte die farbigen Stücke überzeugend an die vorhandenen Besetzungsmöglichkeiten angepasst und erzielte aufgrund der damit verbundenen Klang-Charakteristika durch vielfältige Wechsel und durch das Ineinandergreifen einzelner Instrumentengruppen faszinierende Wirkungen. Die klangliche Umsetzung geriet sauber und transparent und war innerhalb der einzelnen Gruppen homogen. Nur die ständigen Auf-und Abgänge der Musikerinnen und Musiker standen einem ruhigen Genießen der Canzonen im Wege. Später gab es nochmals Gabrieli: die Sonata pian e forte in der Besetzung für Holz- und Blechblasinstrumente. Igor Strawinskys neoklassizistisch-helles Concerto in D für Streicher, das einen Bezugspunkt zu Werken des 18. Jahrhunderts hat, ist kein Stück, dass sich beim Zuhörer einschmeicheln möchte. Die Aufnahme dieser eher herben Musik ins Programm tat gut, schließlich ist das weihnachtliche Geschehen im Stall und auf dem Feld in Bethlehem vor mehr als 2000 Jahren weniger eine gefühlige Angelegenheit gewesen. Doch das wenig entspannte und selten souveräne Musizieren der Symphoniker trug nicht dazu bei, das Werk unbedingt ins Herz zu schließen.

Sensibles Spiel und derber Ton

Bei Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen in d-Moll BWV 1043 war dann wieder das Festliche im Blick. Die Solisten, Andreas Preißer mit sensiblem Spiel sowie Chidori Sokooshi mit einem mehr derben Ton, haben die so inspirierende Musik des großen Bach sorgsam entfaltet, aber man hatte den Eindruck, jeder spiele für sich und nicht miteinander. Günther Albers und das kammermusikalisch besetzte Orchester bemühten sich bei angenehm flüssig-bewegten Tempi, doch wenn eine Distanz zwischen den Solisten vorherrscht, dann kann das Ganze nicht vollends überzeugen. Höfische Freude und eleganter Glanz verbreitete die Sinfonie Nr. 30 von Joseph Haydn, die den Namen „Halleluja“ trägt, auch durch die Interpretation der Brandenburger Symphoniker. Das umfangreiche Flötensolo im zweiten Satz, vorgetragen von der ausgezeichneten Susanne Maria Pietrowski, trug wesentlich zur entspannten Stimmung der Sinfonie bei. Das Finale hielt dann wirklich ein Weihnachtskonzert parat, nämlich das von Giuseppe Torelli 1698 komponierte Concerto grosso in g-Moll. Das pastorale Werk besticht durch Intimität und Innigkeit. Auch hierbei werden zwei Violinsolisten gefordert. Laura Perez und Julia Fittler haben feinsinnig ihre Partien musiziert und das Streicherensemble hat unter dem Dirigat von Günther Albers einfühlsam, doch glücklicherweise nicht süßlich weihnachtliche Atmosphäre entstehen lassen.

Die Brandenburger Symphoniker während ihres Weihnachtskonzertes im Theater am Samstag. Quelle: Volkmar Maloszyk

Wiederholung des Konzerts am 25. Dezember, 15 Uhr.

Von Klaus Büstrin

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