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Fusionen: Pfarrsprengel wird neu aufgeteilt

Brandenburg an der Havel Fusionen: Pfarrsprengel wird neu aufgeteilt

Umwälzungen bei den Kirchengemeinden: In mehr als einem Jahr ist der unbesetzte Pfarrsprengel Brandenburg-Ost neu aufgeteilt. Das bedeutet: In der Neustadt von Brandenburg an der Havel kommen ab 1. Januar 2018 zu 1600 nun 300 weitere Gemeindemitglieder hinzu. Eingemeindet werden Göttin und Schmerzke.

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Die kleine Kirche in Schmerzkes Alten Dorf.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Fusionen bei den Kirchengemeinden gehen weiter. Ab dem 1. Januar 2018 wird die Katharinengemeinde größer, weil die Protestanten aus den Ortsteilen Göttin und Schmerzke hinzukommen. Dann wird die Zahl der Gemeindemitglieder von etwa 1600 auf 1900 wachsen.

Der Pfarrsprengel Brandenburg-Ost hing in der Luft, nachdem Pfarrer Rasmus Gramsch im vergangenen Oktober in den Ruhestand gegangen ist und seine Stelle von der Kirchenleitung nicht wieder besetzt wurde. Die Ortsteile Wust und Gollwitz orientierten sich nach Jeserig zur Gemeinde von Pfarrerin Christine Klußmann, Rietz ging nach Netzen. Blieben Göttin und Schmerzke übrig. „Die Gemeinden hätten sagen können, sie bleiben eigenständig, aber sie haben sich alle umgesehen“, sagt Jonas Börsel. Er ist der Pfarrer in Sankt Katharinen.

Für die Schmerzker sei es relativ schnell klar gewesen, dass sie sich in Richtung Brandenburg orientieren. Ganz einfach, weil sie dorthin die meisten Verbindungen haben, weil die Kinder und Jugendlichen meist in der Brandenburger Neustadt zur Schule gehen. „Da verliefen die Gespräche ganz schnell.“ In Göttin gab es zwischenzeitlich die Überlegung, sich in Richtung Golzow zu orientieren, zudem gab es mit Krahne und Reckahn ohnehin einen Pfarrverbund. Schließlich entschied sich auch hier die Gemeinde für Sankt Katharinen. „Es ist natürlich eine Herausforderung, eine Stadtgemeinde und zwei Landgemeinden miteinander zu verbinden“, sagt Börsel. Doch mit gutem Willen sei das zu schaffen.

In den anderen Gemeinden funktioniert es doch auch. So gehören Klein Kreutz und Saaringen zur Domgemeinde, zu Sankt Gotthardt zählen auch die Christusgemeinde und Neuendorf. Organisatorisch bedeutet das beispielsweise, die Gottesdienstzeiten in der „Hauptkirche“ anzupassen von 10 Uhr auf 10.30 Uhr. So ist es analog zu den anderen Gemeinden möglich, um 9 Uhr den monatlichen Gottesdienst in Göttin beziehungsweise Schmerzke zu halten und pünktlich wieder zum Gottesdienst in der Katharinenkirche zu sein.

„Wir werden genau darauf achten, dass die Belange der beiden kleineren Gemeinden ernst genommen werden“, verspricht der Pfarrer. Das bedeute nicht nur, dass sie Sitz und Stimme im Gemeindekirchenrat bekommen. Auch die Arbeit der Ortsbeiräte in den Gemeinden soll weiterlaufen, sagt Börsel. Zudem haben die „Außen-Gottesdienste“ in Schmerzke beispielsweise ganz unerwartete positive Effekte: Im alten Pfarrhaus im Alten Dorf direkt hinter der Kirche ist seit Jahren eine Wohnstätte von Fliedners. Bei den vergangenen Gottesdiensten seien viele Bewohner anwesend gewesen, die kleine Kirche war merklich voller.

Auch werde sich die Gemeinde Sankt Katharinen natürlich um die Kirchengebäude und die Friedhöfe in den beiden Ortsteilen kümmern. In Göttin wird es wahrscheinlich einen Förderverein geben, der sich um das Gotteshaus wie um den Gottesacker verdient machen will. Börsel imponiert ohnehin wie sich die Dorfgemeinde dort engagiert, beispielsweise mit einem gemeinsamen Veranstaltungskalender für das ganze Jahr, bei dem sich Dorf- und Kulturverein, Freiwillige Feuerwehr, Kita Weinbergspatzen oder der Angelverein einbringen und alle Festivitäten koordinieren. Es sei natürlich denkbar, auch als Kirchengemeinde sich dabei einzubringen.

Etwas schwieriger könnte es in Schmerzke werden. Gotteshaus und vor allem die Friedhofsmauer und die Wege sind in den vergangenen Jahren mit Hilfe von verschiedenen staatlichen Fördermitteln in einen guten Zustand versetzt worden. Bislang gibt es für den Friedhof einen Verwaltungsvertrag, dass sich das Team um Martin Mitrenga vom Neustädtischen Friedhof um den kleineren Ableger im Ortteil mit kümmert.

Bislang sei es aber schwierig gewesen, genügend Freiwillige zu finden, die sich als Mitglieder in einem Förderverein für Friedhof und Kirche engagieren. Schmerzke ist eben auch ein klassisches Zuzugsgebiet, in dem sich viele Eigenheimerrichter ihren persönlichen Traum vom kleinen Glück erfüllen. Eine engere Bindung zum Dorf oder zur Kirchengemeinde scheint es allerdings nur wenig zu geben.

Doch bleibt Jonas Börsel optimistisch, dass sich das Zusammenspiel zwischen der großen Kirchengemeinde in der Stadt und den beiden eher ländlich geprägten kleinen Gemeinden im Laufe der Zeit finden werde.

Von André Wirsing

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